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Diplomarbeit gab Anstoß: Speditionen kooperieren / Ziel ist eigene Berufsschulklasse

Mit „Kai“ will Brummi-Branche durchstarten

Hameln-Pyrmont. Fahrzeuge haben Dennis Hausmann schon fasziniert, als er noch ein Kind war und sein Großvater Walter, ein Transportunternehmer aus Aerzen, den ersten Mähdrescher im gesamten Landkreis besaß. „Ich habe von klein auf mitgearbeitet“, so der 32-Jährige rückblickend, der nach der Schule zunächst eine Lehre als Kfz- und Lkw-Mechaniker in Hameln absolvierte. Doch das war dem Aerzener nicht genug: Der junge Mann, der bereits mit 18 Jahren auch den Lkw-Führerschein besaß, entschied sich, seine Kenntnisse in einem Studium zu vertiefen. Und das war quasi die Initialzündung für einen Zusammenschluss besonderer Art: „Kai“ steht für „Kooperations- und Ausbildungsinitiative“ im heimischen Transportgewerbe.

veröffentlicht am 02.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 02:21 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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Grundlage dafür ist die Diplomarbeit, die Dennis Hausmann – er studiert Transportwesen und Logistik an der Hochschule Bremerhaven – geschrieben hat. Etwas sperriger Titel: „Fahrpersonalmangel im Straßentransportgewerbe (Umsetzung einer Kooperations- und Ausbildungsinitiative nach Analyse und Beurteilung der aktuellen Situation deutschlandweit).“ Dafür hatte Hausmann 32 Unternehmen aus der Region angeschrieben, und die allermeisten haben den entsprechenden Fragebogen zurückgeschickt. „Bei der Auswertung habe ich festgestellt, dass mehr als 20 Prozent aller Fahrer in den nächsten fünf Jahren ausscheiden“, sagt Hausmann mit Blick auf den Altersdurchschnitt der im Transportgewerbe Beschäftigten. Die daraus resultierenden Probleme können seiner Ansicht nach auch durch die Lockerung der Freizügigkeit („jetzt dürfen auch Polen bei uns fahren“) nicht gelöst werden. Der einzige Weg, den der Aerzener für richtig hält: Rekrutierung des Nachwuchses aus den eigenen Reihen – also Ausbildung. „Der Beruf ist ein anerkannter Ausbildungsberuf, der in drei Jahren erlernt werden kann“, so Hausmann, der es auch für notwendig hält, das Image des Berufskraftfahrer-Jobs zu verbessern, damit er den Stellenwert erhalte, der ihm zukomme.

Und weil nicht jedes Transportunternehmen im Weserbergland alle Facetten dieses Berufs abbilden kann („Silofahrer kennen keine Transportsicherung, andere haben keine Werkstatt“), haben sich Speditionen von Bad Münder über Hameln und Aerzen bis hin nach Holzminden jetzt zusammengetan. Sie wollen nicht nur das Berufsbild bewerben, um für den drohenden Nachwuchsmangel gerüstet zu sein, sondern vor allem die Ausbildung qualitativ verbessern. Dazu sollen unter anderem ein Erfahrungsaustausch, die Bereitstellung von Praktikumsplätzen und nicht zuletzt die Zusammenarbeit mit der Weserbergland AG dienen, die das Projekt begleitet. Derzeit versuchen die Unternehmer, unter ihnen Schnelle und Othmer aus Bad Münder, Wortmann, Purrmann, Ha-Be und Schierling aus Hameln, Hausmann aus Aerzen und Schäfer aus Bodenwerder, nach Kontaktaufnahme mit der Eugen-Reintjes-Schule eine eigene Berufsschulklasse einzurichten, damit die Auszubildenden – 28 neue Plätze können zum 1. August bereitgestellt werden, nicht länger zum Blockunterricht nach außerhalb müssen.

Auf der Diplomarbeit von

Dennis Hausmann basiert die neue Kooperations- und Ausbildungsinitiative („Kai“) im heimischen Transportgewerbe. Mit ihr soll auch dem drohenden Nachwuchsmangel entgegengewirkt werden.

Fotos: Dana/Wal



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