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Lauch wurde schon in der Antike geschätzt: Seinen guten Ruf konnte selbst Nero nicht beschädigen

Mit diesen Stangen lässt sich vieles machen

Er gilt als der „Spargel des armen Mannes“ und genießt einen gewissen historischen Ruhm: der Porree. Kaiser Nero schätzte das Lauchgemüse wegen seiner Senföle, die gut für die Stimme sein sollen. Da sich der römische Herrscher einiges auf seine Sangeskünste einbildete, verzehrte er Porree in rauen Mengen. Das brachte ihm den Spitznamen Porrophagus, Porreefresser, ein. Geholfen hat es zwar nichts, Neros Untertanen waren von seinen Darbietungen wenig begeistert und mussten zu dem zweifelhaften Sangesgenuss sogar mit Gewalt gezwungen werden – dem guten Ruf des Zwiebelgewächses aber hat das nicht geschadet. Vom Mittelmeer aus begann der Lauch seinen Siegeszug nach Nordeuropa. Nicht nur Deutsche und Briten lieben das aromatische Gemüse. In Wales ziert es, neben Kleeblatt und Distel, sogar das Landeswappen.

veröffentlicht am 16.02.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 03:41 Uhr

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Fast das ganze Jahr über wird Porree preisgünstig angeboten. „Nur von April bis Juni kann es eng werden“, sagt Bernhard Kossack aus Bad Oeynhausen, der auf dem Wochenmarkt Lauch aus eigenem Anbau verkauft. Frostharten Porree, erklärt er, den er im letzten Jahr im April gepflanzt hat. Lauch gehört zu den Zwiebelgewächsen. Man vermutet, dass er sich ursprünglich aus dem wild wachsenden Acker- oder Sommerknoblauch entwickelt hat. In heimischen Breiten wird die mildeste Zuchtform des Lauchs, der sogenannte Porree, am häufigsten kultiviert. Er bildet hellpurpurne bis grünliche Blüten und kleine runde Nebenzwiebeln. Als Perlzwiebeln sind bei uns die weißen, runden Nebenzwiebeln des Perllauchs bekannt, die in Essig eingelegt werden. Auch die Silberzwiebel, die zarte, milde Brutzwiebel des Lauchs, wird eingelegt. Während die Frühkultur des Lauchs, die als Sommerlauch, Bundlauch oder auch als Lauchzwiebel bezeichnet wird, hellgrün, zart und weich ist, ist der Winterlauch mit seinem dickeren Schaft derber und schwerer verdaulich.

Gesund sind beide Varianten; denn Lauch enthält viele Vitamine und Mineralstoffe, so das Provitamin A, aber auch die Vitamine B1, B2, C und E sowie Inulin, Kalium, Natrium und Phosphor. Lauch soll Infektionen hemmen und eine heilende Wirkung besitzen. Er kurbelt die Nieren- und Gallentätigkeit an, wirkt der Bildung von Nierensteinen entgegen und regt die Verdauung an. Auch bei Bronchialerkrankungen soll er helfen. Und Schönheits-Experten schwören darauf, dass Lauch einen gesunden, rosigen Teint verleiht.

Zubereiten lässt sich Porree auf vielerlei Art: Er dient zum Verfeinern von Speisen, mundet als Gemüsebeilage zu vielen Fleisch- und Fischrezepten und ist auch als Hauptgericht unübertroffen. Bernhard Kossack mag seinen Porree am liebsten als Gemüse mit Sauce hollandaise und empfiehlt für Salate die dünnen Porreestangen, für Kochgerichte dagegen die dickeren.

Besonders lecker sind Lauchrollen in Käse-Wein-Sauce, ein preisgünstiges, gesundes und kalorienarmes Essen, das sich leicht und schnell zubereiten lässt. Dafür kurze, dicke Porreestangen in kochender Brühe 10 Minuten bissfest garen, herausnehmen und warm stellen. Butter mit Mehl verkneten, mit einem Teil der Kochbrühe ablöschen und 10 Minuten leise köcheln lassen. Schmelzkäse darin unter Rühren schmelzen und einen kräftigen Schuss Weißwein dazugeben. Je nach gewünschter Konsistenz der Käse-Wein-Sauce weitere Kochbrühe hinzufügen und Butterflöckchen darunterschlagen. Die Sauce mit Pfeffer, Salz und Muskat abschmecken. Die warm gestellten Porreestangen mit Kochschinken umwickeln, in der Sauce erwärmen und mit Petersilie bestreuen. Dazu passen Salzkartoffeln. Und ein leichter, frischer Weißwein wie zum Beispiel ein Bianco di Sicilia.

Vom Hamelner Wochen-

markt berichtet

Karin Rohr

Gut 10 000 Stück Lauch baut Bernhard Kossack aus Bad Oeynhausen auf seinem eigenen Land an. Auf dem Wochenmarkt verkauft er frostharten Porree, den er letztes Jahr im April gepflanzt hat. Das gesunde Gemüse aus der Familie der Zwiebelgewächse gibt es fast das ganze Jahr über preisgünstig aus heimischem Anbau.

Fotos: Dana



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