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Letzter zweisprachiger Gottesdienst in der Marktkirche

Mit den Briten geht ein Stück Tradition

Hameln. Das war auch mal schön: Von einem Lord, der kommt, um zu singen, beim Gesang für das englische „th“ die Zunge motorisch anders zu führen als in der deutschen Sprache und mit der eingeladenen Band aus London ein „Glory to the newborn King“ zu schmettern, das es akustisch in sich hatte: „Welcome in our market church, willkommen in unserer Marktkirche.“

veröffentlicht am 09.12.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 12:41 Uhr

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Autor:

Birgit Sterner
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Die zuvor getätigten Begrüßungsworte für den diesjährigen deutsch-englischen Weihnachtsgottesdienst wird Pastor Thomas Risel am Sonntag aber wohl ein letztes Mal gesprochen haben. Mit Abzug der Briten aus Hameln im Jahr 2014 soll nämlich auch die Tradition der zweisprachigen weihnachtlichen „nine lessons und carols- Gottesdienste“ bei uns enden. Um so herzlicher und feierlicher fiel darum die letzte Ausgabe dazu aus, die Risel zusammen mit seinem Amstkollegen, Reverent Neil MC Lay der britischen Gemeinde, in der Marktkirche feierte. Am Anschluss an den Gottesdienst fehlten natürlich auch die leckeren „Mince Pies“ dazu wieder nicht. Musikalisch begleiteten Kirchenmusikerin Maria Potaschnikova an der Orgel, die extra verpflichtete „Goldstream Guards Band“ aus London und der Chor der Ehefrauen der britischen Streitkräfte den Gottesdienst. Wie es der englischen Tradition entspricht, wechseln sich in diesem einfachen, aber äußerst wirkungsvoll strukturierten Gottesdienst neun Lesungen (nine lessons) und neun Weihnachtslieder (nine carols) ab. Dabei wird zu den Liedern stets aufgestanden und zu Gebeten und Lesungen in den Bänken sitzengeblieben.

Seit rund 130 Jahren gibt es die Tradition dieser Gottesdienste in England, seit Jahren auch bei uns. Mit Erfolg, darf dazu ohne Zweifel festgestellt werden, denn die Marktkirche war auch in diesem Jahr bis auf den letzten Platz mit deutschen und britischen Gottesdienstbesuchern (viele davon Soldaten mit ihren Familien) gefüllt. Neben bekannten Weihnachtsliedern, darunter „Es ist ein Ros’ entsprungen“, „Joy to the world“ und „Tochter Zion“, im Wechsel in deutscher und englischer Sprache gesungen, wurden auch die Lesungen in beiden Sprachen vorgetragen. Prominenteste Vorleser des Nachmittags waren Oberbügermeisterin Susanne Lippmann (Lukas 2: 8 bis 16) und Lieutenant Colonel Ian Scrivens (John 1: 1 bis 14).

Gottesdienstbesucher Niels Ahke kommt seit Jahren extra mit seiner Mutter aus Hannover angereist. „Sie ist Engländerin, und für sie ist dieses immer ein Stück Heimat“, verrät er. Gleichzeitung bedauert der Hannoveraner, dass dieser Gottesdienst der letzte seiner Art gewesen sein soll. „Die Idee muss unbedingt weitergeführt werden.“ Ahke hatte dazu auch gleich ein Vorschlag parat: „Den Kreis geografisch größer ziehen und die Kapazitäten der verbliebenen Engländer außerhalb der Region mit einbinden.“ „Das Ganze sollte unbedingt weit über das Weserbergland hinaus publik gemacht werden. Ich habe immer nur durch meinen Bekannten aus Hameln von diesen tollen Gottesdiensten erfahren.“

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