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Kreis plant Konzept für Wegenetz

Mit dem Fahrrad in die Stadt

HAMELN-PYRMONT. Auf dem Lande wird häufig das Auto genutzt - doch das Interesse am Radfahren steigt. Voraussetzung, um auf diese Weise zur Arbeit oder Schule zu kommen, sind geeignete Radwege. Der Landkreis Hameln-Pyrmont will das Thema jetzt anpacken.

veröffentlicht am 28.11.2018 um 15:09 Uhr
aktualisiert am 28.11.2018 um 18:16 Uhr

Wird ausgebaut: der Radweg zwischen Behrensen und Hameln. Der Landkreis verfügt zwar über ländliche Trassen für Radfahrer, aber alltagstauglich ist das Netz als solches nicht. Das soll sich ändern. Foto: Wal
Marc Fisser

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Von Coppenbrügge oder Bisperode nach Hameln zu rollen, wird für Radfahrer attraktiver: Die Stadt Hameln erhält, wie erhofft (wir berichteten), 92 000 Euro aus dem Leader-Fördertopf der Europäischen Union, um im Remtetal ein bislang schlecht befahrbares Teilstück des Radfernweges nach Berlin herzurichten. Insgesamt sind für die Bauarbeiten auf von 1,8 Kilometern 184 000 Euro veranschlagt. Ab Sommer 2019 soll die Strecke zwischen Entsorgungspark und Behrensen dann bei jedem Wetter nutzbar sein. Bei dieser Maßnahme geht es den Verantwortlichen nicht nur um Fahrradtouristen, sondern auch darum, Bewohnern des Fleckens Coppenbrügge die umweltfreundliche und gesunde Fortbewegung für den Weg nach Hameln, ins Zentrum des Landkreises, schmackhaft zu machen – zum Beispiel für die tägliche Tour zur Arbeit oder zur Schule. Und mehr noch: Die Kreisverwaltung hat die Chancen entdeckt, die der Umstieg aufs Fahrrad auch auf dem Lande bietet. Deshalb will sie jetzt ein Radwegekonzept für Hameln-Pyrmont erarbeiten lassen. Über den entsprechenden Antrag wird der Ausschuss für Finanzen und Wirtschaft am Dienstag, 4. Dezember, ab 15 Uhr im Kreishaus öffentlich beraten und eine Woche später der Kreisausschuss befinden.

„Der Landkreis Hameln-Pyrmont erarbeitet ein kreisweites Radwegekonzept, um den Radverkehr im Landkreis zu fördern“, heißt es in dem Antrag der Verwaltung an die Politiker. Zunächst soll es eine detaillierte Bestandsaufnahme geben; daraus lasse sich dann ein „Radwegekonzept 2025“ entwickeln. „Dabei ist herauszuarbeiten, wo Lückenschlüsse sinnvoll sind, wo sinnvolle Ergänzungen des Radwegenetzes für den Alltagsradverkehr, Schülerverkehr und auch für die touristische Nutzung vorzunehmen sind.“ Der Landkreis wünscht sich eine wissenschaftlich abgesicherte Prioritätenliste. Es könne durchaus sein, dass auf manchen touristisch ausgeschilderten Radweg künftig verzichtet wird, weil er den Qualitätsanforderungen nicht entspricht, sich ein Ausbau aber nicht lohnt, sagt Dezernent Andreas Manz. Er spricht von „Wildwuchs“, weniger sei hier mehr. Soll heißen: besser ein leistungsfähiges übersichtliches Netz als ein nicht den Ansprüchen genügendes Wirrwarr. Schließlich sollen die Wege im guten Zustand gehalten werden – über Verträge mit den Anliegergemeinden. Weil Hameln bereits ein Radwegekonzept fürs Stadtgebiet besitzt, will der Landkreis für passende Anschlüsse sorgen.

„Das ist ein dickes Ding“, betont Manz. Und er unterstreicht: „Es muss gemacht werden.“ Es gehe dabei um den Klimaschutz, aber eben auch darum, auf veränderte Bedürfnisse im Straßenverkehr einzugehen. E-Bikes und Pedelecs haben die Reichweite für Alltagsradler verdoppelt. Sie sind zu Rennern geworden – im Fahrradhandel und im wahrsten Sinne: Ihr Tempo erfordert geeignete Trassen.

Die Leader-Förderer sehen das auch so und machen für die Konzepterstellung 45 500 Euro locker. Aus dem laufenden Haushalt des Landkreises werden 24 500 Euro genommen – sofern die Kreistagsmitglieder einverstanden sind.

Information

Intervciew

Radverkehr in der Stadt- Umland-Beziehung“war das Thema der 12. Fahrradkommunalkonferenz, die in der vorigen Woche mit 300 Teilnehmern aus ganz Deutschland in Osnabrück stattfand. Tobias Klein vom Deutschen Institut für Urbanistik gehört zu den Organisatoren.

Wie lässt sich die Fahrradnutzung auf dem Lande stärken?

Tobias Klein: Es ist nötig, gute Verbindungen ins Zentrum zu schaffen. Für größere Entfernungen sollten es Schnellwege sein, die möglichst gerade und kreuzungsfrei verlaufen. Auch eine Ausschilderung ist wichtig.


Welche Entfernung ist für Alltagsradler zum Beispiel für den Weg zur Schule oder Arbeit praktikabel?

Mit dem herkömmlichen Fahrrad sind es 5 bis 10 Kilometer. Doch die zunehmende Verbreitung des Pedelecs, also des Fahrrads mit Elektro-Unterstützung, vergrößert die Distanz auf 10 bis 20 Kilometer.

Und wenn die Strecke doch zu lang ist?
Dann bieten sich Verknüpfungen des Fahrrades mit dem öffentlichen Nahverkehr an. Dazu sind an den Bahnhöfen und Bushaltestellen sichere Abstellmöglichkeiten nötig. Ein Leihradsystem ist ebenfalls sinnvoll, selbst für kleine Städte. Stadt und Land sollten eng zusammenarbeiten.Interview: mafi



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