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Mit Couch-Surfing von Sofa zu Sofa

veröffentlicht am 26.07.2009 um 17:37 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

Susanna Babst-Matejic und Marc Boé

Hameln (jhe). Egal in welcher Stadt, in welchem Land oder auf welchem Kontinent sich Susanna Babst-Matejic und Marc Boé gerade befinden, überall können sie kostenlos übernachten – und das auch noch mehr oder weniger komfortabel. Meist reicht eine kurze Nachricht übers Internet, um irgendwo bei irgendwem auf irgendeinem Sofa zu schlafen – denn Susanna und Marc sind Couch-Surfer.
 Ebenso wie rund 1 268 000 Menschen auf der ganzen Welt sind die beiden Hamelner Mitglied beim Internet-Portal Couch-Surfing. Aber Susanna und Marc surfen nicht nur selbst von Sofa zu Sofa, sondern lassen auch andere Mitglieder auf ihrer Couch übernachten. Meistens sind das wildfremde Gäste, die aus allen Ecken und Enden der Welt nach Hameln reisen. 

 Zuletzt war Ivar Pieper aus Holland mit seinem Kumpel Wouter Hiddink zu Gast bei dem Hamelner Pärchen. „Das Sofa war sehr bequem, alles war super“, sagt Ivar und Wouter fügt hinzu: „Die beiden sind super Gastgeber, da können wir nur Komplimente machen.“ Auf ihrer Motorradreise vom lettischen Riga zurück in das kleine holländische Dorf Diepenheim bei Eschede kommen die Holländer zumeist bei anderen Couch-Surfern unter. „Es ist immer eine Überraschung, auf welche Leute man da trifft“, sagt Ivar.
 Um aber bösen Überraschungen aus dem Weg zu gehen, schaut sich der 27-Jährige vorher das Couch-Surfing-Profil der jeweiligen Person an, die er um eine Übernachtungsmöglichkeit bittet. Dort stehen persönliche Angaben wie Interessen und Vorlieben. Aber auch Freundeslisten und Beurteilungen können im Profil eines Teilnehmers eingesehen werden.
 „Wenn zwei Personen dieselben Interessen haben, dann klappt das schon – da sind auch Altersunterschiede egal“, weiß Ivar nach zwei Jahren Surf-Erfahrung. Mit seinen 27 Jahren liegt er genau im Durchschnittsalter der Internet-Community. Die meisten Mitglieder sind noch jünger – 44 Prozent der Surfer sind zwischen 18 und 24 Jahren alt. Aber für das Couch-Surfing gibt es kein Alterslimit. So sind auch über 80-Jährige noch aktiv dabei.
 Auch Marc fühlt sich mit seinen 44 Jahren noch lange nicht zu alt, um Gäste zu empfangen oder selbst die Sofas der Welt zu bereisen. In Griechenland, Italien und der Schweiz hat er auf diese kostengünstige Weise schon Urlaub gemacht und bisher „nur positive Erfahrungen gesammelt“. 

 Das meint auch Susanna, die durch das Couch-Surfing schon so viele Dinge erfahren habe, „die man als einfacher Tourist in einem Land nie sehen würde. Außerdem erweitert der sprachliche und kulturelle Austausch enorm den Horizont und man trainiert zusätzlich die eigene Englisch-Kommunikation“.
 Denn Englisch ist die Sprache der Couch-Surfing-Gemeinschaft, die von dem Amerikaner Casey Fenton ins Leben gerufen wurde. Für einen Kurztrip nach Island hatte er über 1500 einheimische Studenten via E-Mail nach einem Platz zum Übernachten gefragt. Die Resonanz sei sehr groß gewesen, woraufhin Casey beschloss, im Urlaub nie mehr im Hotel zu übernachten, heißt es auf www.couchsurfing.org. Zusammen mit drei Freunden gründete er dann die Internetseite Couch-Surfing.
 

Susanna Babst-Matejic und Marc Boé

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