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Der Klassiker der Herbst- und Winterbepflanzung sorgt in der dunklen Jahreszeit für Urlaubsträume

Mit Calluna und Erika in den goldenen Oktober

Besenheide – vor meinen Augen erscheint das Bild einer alten Frau, die mit einem Reisigbesen den Hof fegt. Schön ist der Name für die beliebte Zierpflanze nicht, obwohl der Bezug stimmt. Denn aus Callunenzweigen wurden noch vor 100 Jahren Besen und Bürsten hergestellt, und auch als Brennmaterial und für die Dacheindeckung nutzte man die robuste Heidepflanze, deren botanischer Name Calluna lautet. Der Name wird vom griechische „kallýnein“ abgeleitet und bedeutet „ausfegen, schön machen“. Und die schönen bunten Heidesorten vom Hamelner Wochenmarkt vertreiben den Herbstblues gut.

veröffentlicht am 27.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 11:41 Uhr

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Wie sich die Heidekrautgewächse Calluna und EriKa unterscheiden, erklärt Sabrina Dreyer von Blumen-Ehlerding. Das genügsame Heidekraut, wie Besenheide umgangssprachlich auch genannt wird, wächst dort, wo sonst nicht viel wächst. Torfmoore, Sanddünen, Bergwiesen oder Kiefernwälder in fast ganz Europa, vom Norden Skandinaviens und Island bis zur Nord-Türkei und Nord-Marokko sind die natürliche Heimat des bis zu 50 Zentimeter hohen Halbstrauches, der über vierzig Jahre alt werden kann. Die ruhigen Heidelandschaften üben einen mystischen Zauber auf Besucher aus. Mehr als vier Millionen Touristen etwa zählt die Lüneburger Heide jährlich. Und die weißlich-rosa bis blass-lila blühende Cornwall-Heide ist die Landesblume der Grafschaft Cornwall im Südwesten Englands.

Kultiviert wird Besenheide als „Calluna-Heide“ in etwa 10 000 Sorten mit sehr unterschiedlichen Farben und Blütezeiten angeboten. Hauptkennzeichen der Knospenblüher sind unzählige Blüten in den Farben Weiß, Grün, verschiedenen Rosatönen bis hin zu Violett, die an starren Stängeln sitzen. Die mehrjährigen Besenheidesorten verschönern viele Gärten und Blumenkästen oder dienen als pflegeleichte Grabbepflanzungen. Die einjährige Erika mit ihren großen Blütentrauben ist ein Hingucker und eine der größeren Heideverwandten. Auch sie gehört zur Familie der Knospenblüher, mag aber keinen Frost und vertrocknet dann, erklärt Dreyer. Im Gegensatz zur winterharten Schneeheide: Die trägt bis in den Winter hinein eine große Anzahl von geschlossen bleibenden rosa, roten oder weißen Blütenknospen und erweckt so den Anschein, als würde sie im Winter blühen. Auch Imker schätzen Heide als wichtige Bienenweide. Denn der Nektar der Besenheide enthält 24 Prozent Zucker, und jede einzelne Blüte produziert durchschnittlich 0,12 Milligramm Zucker täglich.

Doch es gibt noch eine andere Seite der beliebten Zierpflanze – ihre heilende Wirkung. Schon der Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp schätzte die entwässernden Eigenschaften der Heidekrautblüten und setzte Tees und Aufgüsse bei Blasen- und Nierenerkrankungen ein. Auch in Rezepten gegen Arterienverkalkung, Zuckerkrankheit, Regelschmerzen, Rheuma und Schlaflosigkeit ist Besenheide enthalten.

Vor dem Einpflanzen sollte das Wurzelwerk der Heidepflanzen auseinandergerissen werden, weil es sich sonst nicht gut mit dem Erdreich verbindet, empfiehlt die Verkäuferin. Außerdem sollte die junge Heide im ersten Jahr durch Tannen vor Frost geschützt werden. Und von wegen langweilig – kombiniert mit hohem Pampasgras, Veronika, einem Hebe-Mix, kleinen fruchttragenden Sträuchern oder Chrysanthemen sind der fantasievollen Gestaltung im Garten und auf der Terrasse keine Grenzen gesetzt, ist sich die junge Frau sicher. Mit Findlingen und Baumwurzeln werden im Heidegarten besondere Akzente gesetzt.

Vom Hamelner Wochen-

markt berichtet

Gabriele Laube

Sabrina Dreyer von Blumen-Ehlerding bietet mit den Calluna Garden Girls einen winterharten, herrlich bunten Heidemix für Garten und Terrasse an.

Foto: gla

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