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Alle sieben Minuten ein Rettungseinsatz / Feuerwerkskörper verletzt Frau schwer

Mit Blaulicht ins neue Jahr

Hameln. Für viele Feiernde endete die Silvesterparty in einer Klinik – Retter von Feuerwehr und DRK waren in der Nacht der Nächte pausenlos im Einsatz: Allein in den ersten vier Stunden des neuen Jahres rückten Rettungswagen statistisch gesehen alle sieben Minuten zu einem Notfalleinsatz aus. In weiser Voraussicht hatte die Wachbereitschaft zwar einen zusätzlichen Rettungswagen besetzt, dennoch waren nicht selten kreisweit alle Notarzt- und Rettungswagen zeitgleich unterwegs. Sogar der Hausärztliche Notdienst und der Centrale Krankentransport mussten am frühen Neujahrsmorgen einspringen, um größere Wartezeiten zu vermeiden.

veröffentlicht am 02.01.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 14:01 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Schon der Silvestertag hatte turbulent begonnen: Weil alle Rettungswagen besetzt waren, fuhren am Vormittag Rettungsassistenten ausnahmsweise mit einem Tanklöschfahrzeug zum Patienten. Innerhalb von 24 Stunden mussten die Hilfsorganisationen 98 Rettungseinsätze „abarbeiten“ – anders ausgedrückt: Alle 15 Minuten ging es um Leben und Tod. In der Notaufnahme des Sana-Klinikums gab es deshalb jede Menge zu tun. Drei Ärztinnen, zahlreiche Krankenschwestern und Pfleger versorgten nonstop Patienten. „Der Dienst hat die Kollegen sichtbar geschlaucht“, erzählt Schwester Gesche Cook. Am Ende einer überaus anstrengenden Nachtschicht wollten alle nur noch schlafen.

An der Brückenstraße in Klein Berkel ereignete sich am Neujahrsmorgen um 0.26 Uhr ein folgenschwerer Unfall. Eine Frau wurde dort von einem Feuerwerkskörper am Hals getroffen. Sie erlitt nicht nur erhebliche Verbrennungen. Ihre Atemwege schwollen immer mehr an. Die Verletzte geriet in Lebensgefahr. Mit einem Rettungswagen wurde das Opfer zunächst in die Notaufnahme gebracht, dort behandelt, vorsorglich narkotisiert und künstlich beatmet. Ein Notarztteam brachte die Frau gegen halb zwei mit einem Intensivtransportwagen zu einer Spezialklinik nach Minden.

Bei vielen Notfällen habe Alkohol eine Rolle gespielt, sagt der stellvertretende Leiter der Regionalleitstelle, Kay Leinemann. Es gab mehrere Stürze, viele bewusstlose Personen und Schlägereien. „Natürlich mussten auch Schwerkranke in Kliniken gebracht werden.“

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Der erste Notfall im neuen Jahr wird bereits kurz nach Mitternacht gemeldet. Am Hamelner Bahnhof gilt es, einen schmerzhaften Knochenbruch zu versorgen. Der Rettungswagen kommt von der nahe gelegenen Feuerwache, der Mediziner aus Bad Münder, denn sein Hamelner Kollege ist bereits vor Mitternacht zu einem anderen Notfall geschickt worden. Das Rettungsteam aus der Kurstadt muss in der Silvesternacht ungewöhnlich lange Strecken zurücklegen. Es wird sogar nach Bückeburg und nach Hohenrode bei Rinteln geschickt.

Auch auf der Weser ereignet sich ein Unfall: Auf einem Fahrgastschiff soll ein Mann eine Treppe hinabgestürzt sein. Nach dem Anlegen des Schiffes an der Kaimauer in Hameln kümmert sich ein Rettungsteam um das Opfer, das vermutlich erhebliche Kopfverletzungen davongetragen hat.

Das erste Feuer im neuen Jahr muss an der Hamelner Straße in Afferde gelöscht werden. In einem Buswartehäuschen brennt ein Mülleimer. In Afferde war bereits am Nachmittag des Silvestertages das letzte Feuer des vergangenen Jahres bekämpft worden. Möbel und Gegenstände, die auf einem Balkon eines Mehrfamilienhauses an der Leipziger Straße standen, hatten durch explodierende Böller Feuer gefangen. Ein Hausmeister löschte die Flammen noch vor Eintreffen der Profis.

Der erste Verkehrsunfall im neuen Jahr ereignet sich auf der Bundesstraße 83 unterhalb des Ohrbergs. Um 1.15 Uhr wartet eine Autofahrerin (39) vor einer roten Baustellenampel. Im Wagen sitzt auch ihre Tochter (9). Ein Mercedes-Fahrer (47) aus Emmerthal übersieht den Hyundai der Frau. Es kommt zum Zusammenstoß. Dabei werden Mutter und Kind verletzt. Der Unfallverursacher soll betrunken gewesen sein. Sein Atemalkoholwert: mehr als 1,9 Promille.

Der erste Einbruch in Hameln wird um 1.52 Uhr entdeckt. Als die Bewohner eines Hauses an der Tilsiter Straße von einer Silvesterfeier zurückkehren, erleben sie daheim eine böse Überraschung. Der Dieb hat ein Fenster aufgedrückt und sämtliche Räume durchsucht. Auch am Höhenweg in Klein Berkel waren Einbrecher aktiv: Dort gibt es zwei Tatorte.

Schlägerei auf der Mühlenstraße – es ist die erste im neuen Jahr. Mehrere Personen sind aneinandergeraten. Opfer sollen zwei Männer (20, 22) aus Bad Pyrmont sein. Durch Schläge und Tritte ist einer am Kopf verletzt worden. Ein Tatverdächtiger wird kurze Zeit später ermittelt: Er ist 18 Jahre alt und wohnt in Hameln. Auch andernorts fliegen Fäuste.

Die Polizeileitstelle teilte auf Anfrage mit, von Silvester, 6 Uhr, bis Neujahr, 6 Uhr, seien von Streifenwagen-Besatzungen 73 Einsätze „gefahren“ worden. Die meisten Notrufe (41) gingen zwischen 0 und 6 Uhr ein. Hilflose Personen, Streitigkeiten, Schlägereien, Pöbeleien, Ruhestörungen, Böllerwürfe auf Autos und Einbrüche wurden gemeldet.

6.30 Uhr

Früher Silvestermorgen an der Stegerwaldstraße: Beim Anliefern einer Schuttmulde ist die Schaufensterfront einer Firma eingedrückt worden.

Neujahrsmorgen an der Kaimauer: Auf einem Fahrgastschiff hat sich ein Unfall ereignet. Ein Rettungsteam holt den Schwerverletzten ab.

Der erste Löscheinsatz im neuen Jahr findet in Afferde statt.ube (3)

0.07 Uhr

0.20 Uhr

1.15 Uhr 1.52 Uhr

1.55 Uhr

0.50 Uhr

0.20 Uhr 0.50 Uhr



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