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Die Dewezet testet: Was gibt es für die kleine goldene Münze eigentlich noch zu kaufen?

Mit 10 Cent unterwegs

Hameln. Ein saures Kaugummi oder einen Ring aus dem Automaten, ein kleines Spielzeug oder einen bunten Aufkleber – wir erinnern uns, all dies in unserer Kindheit für eine einzige kleine Münze gekauft zu haben. Ist das heute, bei sich ständig erhöhenden Preisen, überhaupt noch möglich? Die Dewezet hat sich auf den Weg gemacht und nach Dingen gesucht, die wir in Hameln für nur 10 Cent kaufen können.

veröffentlicht am 13.09.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:21 Uhr

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Autor:

Maike schaper und danila Köhls
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Unsere erste Station ist die Hamelner Innenstadt. Wir versuchen es zuerst bei „Mäc Geiz“ und hoffen, dass der Name hält, was er verspricht. Aus dem breiten Angebot an verschiedenen Artikeln suchen wir nach dem günstigsten Preisschild und werden fündig: Ein Schulheft im DIN-A5-Format ist im Angebot. Für genau 10 Cent. Weitere Waren, die in unserem Budget liegen, können wir in dem Laden aber nicht entdecken, also ziehen wir weiter.

Es geht zu „Mc Paper“. Auch hier gibt es DIN-A5-Schulhefte im Angebot. Diesmal sogar für nur 9 Cent pro Stück. Wir schauen uns weiter um und stellen fest, dass, anders als gedacht, sogar Bleistifte außerhalb unseres Preisrahmens liegen. Der günstigste, den wir finden können, liegt bei 79 Cent. Auf die Frage, ob es außer dem Heft hier noch etwas für uns gibt, hören wir: „Nein, leider nicht. 10 Cent, das war mal zu Kaisers Zeiten.“

Vergeblich durchforsten wir danach ein Geschäft für Bastel- und Dekorationsartikel und die Filiale der Drogeriekette „dm“, werden aber nicht fündig. Eigentlich hatten wir gehofft, zumindest eine Gesichtsmaske zu bekommen, aber die ist mit einem Preis von 45 Cent schon viel zu teuer für unseren Test. Selbst eine Badeperle bekommen wir dort erst ab 15 Cent.

Was ist für 10 Cent noch zu haben? Zum Beispiel eine süße Cola-Flasche oder, etwas gesünder, drei Zwetschgen. Diese allerdings nur, weil gerade Saison ist und der Preis entsprechend niedrig. Wal

Wir brechen die Innenstadtsuche ab und machen uns auf den Weg zum Multimarkt. Im Supermarkt „Kaufland“ schließlich finden wir unseren nächsten Cent-Artikel: einen Würfel frischer Hefe aus dem Kühlregal für 9 Cent. In der Obst- und Gemüseabteilung des Marktes kommt uns die Idee, einzelnes Obst und Gemüse so genau abzuwiegen, dass wir auf einen Preis von 10 Cent kommen. Und tatsächlich – wir nehmen drei lecker aussehende Zwetschgen mit, und sind der Meinung, dass sie für 10 Cent nicht nur ein günstiger, sondern auch guter Einkauf sind.

Im Gegensatz zu diesen einheimischen Saisonfrüchten schafft es die kleinste Banane, die wir finden, aber leider nicht in unserer Einkaufstüte über die Ladenschwelle. Sie wiegt etwa 40 Gramm zu viel, um unserem schmalen Budget zu entsprechen. Mehr finden wir für 10 Cent auch im Multimarkt nicht, denn ein einfaches Brötchen aus der Selbstbedienungs-Ecke ist mit 13 Cent, wenn auch nur knapp, nicht drin. Beim Verlassen des Multimarkts fällt uns allerdings noch ein Briefmarkenautomat ins Auge. Wir wittern unsere Chance – und tatsächlich kann man an dem Automaten Briefmarken in beliebiger Werthöhe ziehen; ab 1 Cent ist man dabei. Wir werfen ein 10-Cent-Stück in den Münzschlitz und bekommen eine Marke mit dem aufgedruckten Wert 0,10.

Wir fahren zum nächsten Baumarkt, in der Hoffnung, ein paar Schrauben zu erstehen. Die gibt es bei „Toom“ auch. Wir finden insgesamt neun einzelne Schrauben verschiedener Größen, die jeweils für 9 Cent das Stück zu haben sind. Eine kleine Mutter und fünf verschiedene Unterlegscheiben gibt es auch noch für jeweils 9 Cent. Genau so, wie eine 20 Zentimeter lange Schnur, ein 10 Zentimeter langes Lautsprecherkabel und eine 5 Zentimeter lange Metallkette, jeweils in der Länge selbst abgetrennt, für genau 10 Cent.

Vom Baumarkt aus fahren wir durch die Stadt zum Kiosk im Rondell. Dort werden Kindheitserinnerungen wach – wie früher nach dem Schwimmbadbesuch kann man sich hier eine „bunte Tüte“ zusammenstellen. Nicht nur, dass es diese überhaupt noch gibt, freut uns – sondern auch, dass man, wie in unseren Kindertagen, mit einzelnen, kleinen Münzen bezahlen kann. Für 5 Cent pro Stück kann man den Inhalt seiner Tüte aus unterschiedlichstem Süßkram zusammenstellen. Große Tattoo-Blasenkaugummis für 10 Cent pro Stück zählen im Kiosk ebenso zu unserer Testausbeute.

Gut gestärkt treibt es uns ein weiteres Mal in die Osterstraße. In „Magowskys Warenhandels GmbH“, einem Sonderpostenhändler in der Stadt, bekommen wir eine kleine Grußkarte für 10 Cent. Der niedrigste Preis für eine Grußkarte bisher auf unserer Shopping-Tour. Wir unternehmen noch einen letzten Versuch bei „Tedy“, mit genau so hohen Erwartungen, wie anfangs bei „Mäc Geiz“. Zunächst finden wir unter allen Artikeln, die sich von Haushaltwaren, und Dekoration über Kleidung und Schmuck erstrecken, nichts. Im Bereich der Kasse fallen uns jedoch die roten Preisschilder ins Auge. Es gibt tatsächlich runtergesetzte Ware zum Preis von 10 Cent. Zu unserer großen Überraschung finden wir hier allerlei: Deutschland-Fan-Ohrringe, einen im Dunkeln leuchtenden Rosenkranz aus Kunststoff, gelben Nagellack, gelben Lippenstift, einen Kajalstift, mehrere Broschen, eine Spruchkarte und einen Armbandanhänger. Im hinteren Bereich des Geschäfts entdecken wir für unseren Test eine wahre Fundgrube. In mehreren Kisten befinden sich ausschließlich Produkte für nur 10 Cent. Wir finden und kaufen: zwei weitere Überbleibsel der Fußballweltmeisterschaft, nämlich eine Rassel und eine „musikfähige“ Fahne, beides natürlich vom aktuellen Weltmeister. Auch ein Türschild mit der Aufschrift „Tag der geschlossenen Tür“ findet für 10 Cent seinen Platz an unserer Bürotür. Wir kaufen zu unserem Erstaunen außerdem vier Bücher, die jeweils 10 Cent kosten – aber nicht danach aussehen. Dass wir ausgerechnet den Titel „Konsumkids – wie Marken unseren Kindern den Kopf verdrehen“ für 10 Cent in den Händen halten – neben einem Ratgeber für „gekonntes“ Fremdgehen, stimmt uns nachdenklich. Dennoch zufrieden mit diesem erfolgreichen Einkauf, ziehen wir mit unseren Schätzen von dannen.

Das Fazit fällt allerdings ernüchternd aus: Wären nicht die heruntergesetzten Artikel bei „Tedy“, die wohl sonst einfach keiner haben wollte, und die ebenfalls reduzierten Schreibhefte aus dem Angebot bei „Mäc Geiz“ und „Mc Paper“ gewesen, wäre unsere Ausbeute recht gering ausgefallen. Mit einem Würfel Hefe, zwei Stück Süßigkeiten, einem Kaugummi und ein paar Schrauben, Unterlegscheiben und einer Mutter kommt man jedenfalls nicht wirklich weit. Allerdings finden wir auch, dass zwei kleine süße Klassiker, wie Schlümpfe, Colafläschchen oder grüne Frösche, einem dieses Testergebnis allemal versüßen können.

Eine bunte Tüte für einen Groschen: Mit nur einer Münze konnten sich Kinder früher einen kleinen Wunsch erfüllen. Geht das heute auch noch? Wir haben den Test gemacht.



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