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Autos sollen ausgebremst werden / Aufpflasterung am Feuergraben

Mini-Kreisel für kleines Geld

HAMELN. Hameln bekommt einen weiteren Kreisel. Neben der Agentur für Arbeit soll dieses Jahr ein Mini-Kreisel errichtet werden. Die Baumaßnahme an der Kreuzung von Gartenstraße und Feuergraben soll weniger als 10 000 Euro kosten. Der Kreisel soll den Kreuzungsbereich verkleinern und neu strukturieren, heißt es seitens der Stadt.

veröffentlicht am 15.02.2018 um 16:52 Uhr
aktualisiert am 15.02.2018 um 18:30 Uhr

Direkt neben dem Gebäude der Agentur für Arbeit soll ein Kreisverkehr eingerichtet werden. Die Baumaßnahme soll laut Angaben der Stadtverwaltung weniger als 10 000 Euro kosten. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Auf der Liste der in diesem Jahr in Hameln bevorstehenden Straßenbaumaßnahmen steht unter anderem die Einrichtung eines Kreisverkehrs. Nicht an einer der Hauptverkehrsstraßen – zwischen Feuergraben und Gartenstraße soll ein Mini-Kreisel errichtet werden. Groß gebuddelt wird am Feuergraben angeblich nicht. Nach derzeitigem Planungsstand soll es sich lediglich um eine Aufpflasterung handeln, teilte die Stadt auf Anfrage der Dewezet mit.

Zur Vorgeschichte: Im Dezember 2015 wurde auf dem nördlichen Teilstück der Gartenstraße – zwischen Süntelstraße und Feuergraben – die Einbahnstraßenregelung geändert. Autos können seitdem von der Süntelstraße über die Gartenstraße bis zum 164er Ring fahren, ohne den Engpass am Mertensplatz und die häufig überlastete Erichstraße zu nutzen.

Nicht wenige Anwohner fragen sich, ob an dieser Stelle ein Kreisverkehr überhaupt notwendig ist. Die Stadt sagt Ja. „Bei der Analyse der Verkehrssituation durch ein Fachbüro wurde festgestellt, dass die Kreuzung Gartenstraße/Feuergraben aufgrund ihrer großzügigen Dimensionierung einen Gefahrenpunkt darstellen kann“, heißt es aus dem Rathaus. Eingeplant seien für die Baumaßnahme 9000 Euro. Die Mittel sollen aus einem Topf für Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen entnommen werden.

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„Wir versprechen uns von einem Kreisverkehr, dass dadurch die Geschwindigkeit im Kreuzungsbereich und in den angrenzenden Straßenzügen gesenkt werden kann“, sagt ein Stadtsprecher. Reichen dazu nicht auf den Fahrbahnen aufzubringende weiße Balken? Fahrbahnmarkierungen, die auf die „Rechts-vor-Links“-Vorfahrtsregelung hinweisen, seien nicht geeignet, die Verkehrssituation nachhaltig zu verbessern, so der Sprecher. Der Verwaltung gehe es auch darum, durch den Bau eines Mini-Kreisels den Kreuzungsbereich insgesamt zu verkleinern und neu zu strukturieren.

Bei der Stadt wisse man, dass es sich bei der Kreuzung nicht um einen Unfallschwerpunkt handelt. Verkehrsexperten befürchten jedoch, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis es zu Unfällen kommt.

Von Karambolagen direkt vor ihrer Haustür haben Monika und Klaus Wirth seit der Änderung der Einbahnstraßenregelung keine Kenntnis. Die Hamelner müssen es wissen, wohnen sie doch direkt an der Kreuzung und haben von ihrer Wohnung aus die Straße gut im Blick. Auch brenzlige Situationen haben sie noch nicht beobachtet, sagen sie. Seit der Umkehrung der Einbahnstraße habe aber der Verkehr stark zugenommen, meinen die Anwohner. „Manche fahren zu schnell“, weiß auch Klaus Wirth.

Am Plan, den Mini-Kreisel einzurichten , will die Stadt festhalten. Die Verwaltung hatte bei einer Bürgerversammlung im Oktober 2016 den Bau in Aussicht gestellt. „Wir geben zu bedenken, dass es unter den Anwohnern zu Unruhe kommen würde, wenn die Verwaltung ihre Zusage zum Bau eines Mini-Kreisels zurücknehmen würde. Die Praxiserfahrungen aus der Zeit seit Änderung der Verkehrsführung in der Gartenstraße bestärken uns in diesem Vorgehen“, erklärt der Stadtsprecher. Wann der Kreisel gebaut wird, konnte die Stadt noch nicht mitteilen.

Mein Standpunkt
Frank Neitz
Von Frank Neitz

Die Kreuzung ist eine wie Hunderte andere in Hameln auch. Doch dort ist Platz für einen Kreisel. Dennoch die Frage kommt auf, ob dort unbedingt ein Kreisverkehr errichtet werden muss. Es gibt andere Verkehrsprobleme. So trauen sich viele Radfahrer nicht zu, die Deisterstraße zu befahren. Und es gibt Radler, die Angst davor haben, den Grünen Reiter zu überqueren. Die steigen ab und schieben durch den Tunnel. Themen, die Verkehrsplaner anpacken müssen.

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