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Experten stehen vor einem Rätsel / Meiler voraussichtlich wochenlang vom Netz

Millionen-Schaden im Atomkraftwerk Grohnde

veröffentlicht am 29.04.2014 um 19:20 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:31 Uhr

Der Generator (rechts im Bild)  im Inneren des Atomkraftwerkes Grohnde muss ausgetauscht werden. Foto: jch

Grohnde (ube). Das Atomkraftwerk Grohnde wird einige Wochen länger als geplant abgeschaltet bleiben – am zweiten Tag der Revision haben Techniker im Inneren des Generators nach Informationen der Deister- und Weserzeitung (Hameln) einen Millionenschaden entdeckt. Der etwa 550 Tonnen schwere Koloss ist das Herzstück der Stromproduktion im nichtnuklearen AKW-Bereich. Der aus dem Jahr 2000 stammende Stromgenerator muss ausgetauscht werden. Entsprechende Informationen der Deister- und Weserzeitung (Hameln) wurden am Dienstag von e.on Kernkraft bestätigt. Wie hoch der Gesamtschaden ist, stehe allerdings noch nicht fest. Sicher sei aber, dass es um mehrstellige Millionen-Beträge geht. Experten schätzen, dass der Ausfall in Grohnde zudem pro Tag mit rund einer Million Euro zu Buche schlagen wird.

E.on-Sprecherin Petra Uhlmann nannte auf Nachfrage keine Zahlen: „Das ist Geschäftsgeheimnis.“ Sie sagte auch nicht, was ein solches Mega-Aggregat kostet – „aus wettbewerbsrechtlichen Gründen“. Wenn Grohnde monatelang vom Netz bleibt, könnten sich der Schaden und die Ausfallkosten schnell auf 100 Millionen Euro summieren, meinen Insider. Als das Schweizer Atomkraftwerk Leibstadt im Jahr 2012 länger als geplant vom Netz bleiben musste, rechnete der Betreiber mit Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Franken pro Tag. Im Juli 2007 teilte E.on mit, allein durch den Stillstand vom AKW Krümmel fehlten dem Konzern und seinem Partner Vattenfall Einnahmen in Höhe von rund einer Million Euro pro Tag. Der Meiler war seinerzeit unter anderem wegen eines Trafo-Brandes abgeschaltet worden.

Der Grund für den Generatorschaden ist unklar, die Techniker stehen offenbar vor einem Rätsel. Bis zum planmäßigen Herunterfahren des Atomreaktors in Grohnde am vergangenen Freitag habe der Stromgenerator einwandfrei funktioniert, sagte die E.on-Sprecherin. Niemand könne zurzeit sagen, was die Schäden im Generator verursacht hat. Unklar ist auch, wann das Aggregat ausgetauscht werden kann. Würde man heute einen Neubau in Auftrag geben, könnte er wohl frühestens in einem Jahr geliefert werden.

 



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