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Zum Jahresbeginn machen viele Unternehmen Inventur / Nur noch für wenige Geschäfte ist das ein Grund zu schließen

Messen, wiegen, zählen: Wie groß ist der Bestand?

Hameln (ch). Kleine und große Schoko-Käfer, Kleeblätter und rosa Schweinchen aus Marzipan – alle müssen einzeln gezählt und in einer Liste erfasst werden. Rum-Rahm-, Prosecco- oder Champagner-Trüffel und verschiedene Sorten Kaffeebohnen werden nacheinander ausgewogen und das Gewicht aufgeschrieben. „Jede Schokolade, jede Pralinenschachtel – sogar die Bonbons müssen genau erfasst werden“, sagt Bettina Dreyer von arko in Hameln. Einen extra Inventurtag, an denen die beiden arko-Geschäfte in der Stadt-Galerie und in der Osterstraße geschlossen werden, gibt es trotz der vielen Arbeit nicht. „An Silvester haben wir das meiste abends ausgezählt“, sagt Dreyer. Während noch vor einigen Jahren in den ersten Tagen des neuen Jahres an vielen Türen Schilder mit der Aufschrift „Wegen Inventurarbeiten bleibt unser Geschäft heute geschlossen!“ hingen, erledigen heute viele Geschäfte in Hameln ihre Inventur am Wochenende oder nach Feierabend, so dass sie nicht schließen müssen.

veröffentlicht am 07.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 06:21 Uhr

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„Ich habe es noch nie erlebt, dass Shops gefragt haben, ob sie für die Inventur schließen können“, sagt die neue Managerin der Stadt-Galerie, Susanne Schubert. Im ECE sei es üblich, die Inventur außerhalb der Öffnungszeiten zu erledigen.

Auch im Modehaus Wellner werde die Inventur außerhalb der Öffnungszeiten erledigt, sagt Holger Wellner. „Am Sonntag beginnen wir um 9 Uhr morgens und rechnen damit, dass wir 10 Stunden brauchen werden.“ 10 Mitarbeiter werden dann mit einem Scanner jedes Etikett erfassen, weitere fünf Helfer stehen ihnen zur Seite. Zusätzliche Kräfte zum normalen Mitarbeiterstamm müssen jedoch nicht eingestellt werden. „Zum Teil wird es schon einmal halb zwei in der Nacht bis wir fertig sind“, sagt eine Mitarbeiterin des Euro Shops aus Hameln. Jedes Feuerzeug, jede Kerze – rund 500 verschiedene Artikel müssen hier von Hand gezählt werden. „Bei uns wurde bis zum letzten Jahr noch jedes Buch per Ansage aufgenommen“, erzählt Stephan Matthias, stellvertretender Geschäftsführer der Buchhandlung Matthias. In diesem Jahr habe man auch hier erstmals mit einem Scanner gearbeitet, um die große Zahl der Bücher schneller zu bewältigen.

Obwohl in den meisten Unternehmen bereits beim Kauf der Produkte jeder Artikel über den Barcode gescannt und registriert wird, ist eine Inventur gesetzlich vorgeschrieben. „Es gibt zwar ein Warenwirtschaftssystem, das den Bestand tagesaktuell anzeigt, doch trotzdem kann es zu Differenzen zum tatsächlichen Bestand kommen“, erklärt Stephan Matthias die Notwendigkeit einer Inventur. Vor allem Buchungsfehler, weniger Diebstähle seien für die Differenzen zwischen verbuchtem und tatsächlichem Bestand verantwortlich. Darum ist jeder Kaufmann verpflichtet, seinen kompletten Bestand einmal im Jahr „körperlich“, also durch Zählen, Wiegen und Messen, zu erfassen und zu bewerten. Ob dies wie bei den meisten Unternehmen am Schluss des alten oder zu Beginn des neuen Geschäftsjahres stattfindet, ist von der Art der Inventur abnhängig, für die jeweils unterschiedliche Voraussetzungen, erfüllt werden müssen.

Mit dem Scanner geht es schneller als per Zuruf: Bei der Inventur muss jeder Kaufmann seinen kompletten Bestand aufnehmen.

Foto: aisci



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