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Ausstellung mit Puppen im Gotteshaus soll irritieren

Menschen im Münster, die aus dem Rahmen fallen

Hameln (kar). Menschen im Münster – eigentlich nichts Ungewöhnliches. Die Menschen, die ab 5. Juni für vier Wochen das Gotteshaus bevölkern, fallen allerdings gewaltig aus dem Rahmen: Es sind zwölf lebensgroße Skulpturen aus Polystyrol, einem styroporähnlichen Material. Sie bilden die aus Sachsen stammende Ausstellung „Typisches und Sakrales“, die von den Künstlerinnen Jördis Lehmann und Anna Leuthardt eigens für Kirchenräume geschaffen wurde und in Hameln erstmals auf niedersächsischem Boden zu sehen sein wird.

veröffentlicht am 26.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 20:21 Uhr

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„Künstliche Gäste“ in der Kirche

Es sind ganz unterschiedliche Typen, die gezeigt werden – eigenwillig, irgendwie fremd und anders. Menschen, die man so nicht unbedingt in einer Kirche erwarten würde. Sie irritieren, provozieren vielleicht sogar. Der Handwerker, der in dreckiger Arbeitskluft betend vor dem Altar kniet. Der Farbige, der im Nadelstreifenanzug mit seinem Aktenkoffer ins Gotteshaus gekommen ist. Die Frau, die mit dem „Wachtturm“ in der Hand geduldig neben einer Säule ausharrt. Das junge Mädchen, das in nabelfreiem T-Shirt und Springer-Stiefeln auf einer Kirchenbank sitzt und nur Augen für sein Handy hat. Die leichtbekleidete Tänzerin, die am Taufbecken ihre Aufwärm-Übungen absolviert. Es sind Menschen aus verschiedenen Generationen, Nationalitäten, Kulturkreisen und Milieus. Es sind „künstliche Gäste“ in der Kirche, die den Raum und seine Wahrnehmung verändern sollen.

„Jeder kennt die Typen, die den Figuren der Ausstellung zugrunde liegen“, sagt Superintendent Philipp Meyer und hakt nach: „Aber hier, im Münster? Am Altar, in der Krypta, in der Taufkapelle? Das ist überraschend, provozierend und spannend.“ Meyer ist sicher, dass die Ausstellung zum Nachdenken anregt – „über den Kirchenraum, über die Menschen, über unsere Gemeinschaft“. Neugierig auf die Ausstellung ist auch Münsterkirchenpastorin Friederike Grote: „Ich bin gespannt, welche Reaktionen Menschen zeigen werden, die den Figuren im Münster begegnen.“ Ihr Wunsch: „Es wäre schön, wenn durch die Figuren der Glaube neu ins Gespräch kommt.“

Die Ausstellung wird am Freitag 5. Juni, um 18.15 Uhr im Münster eröffnet.

Die Hände zum Gebet gefaltet, kniet ein Handwerker in Arbeitskluft im Hamelner Münster: Nur eine von 12 Figuren, die in der Ausstellung „Typisches und Sakrales“ ab 5. Juni in dem Gotteshaus die Besucher irritieren und zur Auseinandersetzung provozieren sollen. Foto: Wal



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