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Ausstellung der Freimaurer im Jubiläumsjahr

Mensch im Mittelpunkt: Motto seit 300 Jahren

HAMELN. „Erkenne dich selbst“ ist der Leitsatz der Freimaurer, die sich der Öffentlichkeit präsentieren. Im Hamelner Infocenter findet zurzeit eine Ausstellung statt, bei der die Künstler sich mit der Symbolik der Freimaurerei auseinandergesetzt haben.

veröffentlicht am 23.04.2017 um 15:51 Uhr

Mit der Symbolik der Freimaurerei haben sich Künstler befasst. Die Bilder sind im Infocenter zu sehen. Foto: mm

Autor:

Meike Münck
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Organisiert wurde das Ganze von Pegasus, dem freimaurerischen Verein für Kunst, Kultur und Kommunikation. Neben Fotografie und Malerei sind auf zwei Etagen viele spannende Werke vertreten. Mit ihrer Ausstellung, Lesungen, Vorträgen und der Möglichkeit, die Hamelner Loge zu besuchen, bieten die Hamelner Freimaurer Interessierten ein breites Spektrum an. Die Freimaurer (engl. Freemasons), verstehen sich als ein ethischer Bund freier Menschen. Alle Mitglieder haben die Überzeugung, dass die ständige Arbeit an sich selbst zu einem menschlicheren Verhalten führt.

Die Freimaurerei vereint nach ihrem Selbstverständnis Menschen aller sozialen Schichten, Glaubensvorstellungen und Bildungsgrade. Sie sehen sich in der Tradition des Humanismus und der Aufklärung. Dieses Erbe verstehen sie als eine Verpflichtung für die Gegenwart und Zukunft.

In England gegründet, gibt es die Freimaurerei, die auch königliche Kunst genannt wird, nunmehr seit 300 Jahren. Die fünf Grundideale dieses Bundes sind neben Freiheit und Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität. Das Ziel der Freimaurerei liegt darin, diese Grundsätze im Alltag zu leben. So soll das menschlich Gute in der Welt gefördert werden. Im freimaurerischen Sinn bedeutet Humanität die Lehre von der Würde des Menschen. Der Bund organisiert sich in sogenannten Logen. Mit Freimaurerloge wird zum einen eine Bauhütte oder auch Logentempel bezeichnet, in der sich Freimaurer versammeln, um dort gemäß ihren Gebräuchen zu „arbeiten“. Zum anderen werden die Vereinigungen selbst so genannt. In den Logen sehen Freimaurer bei ihrer Arbeit von allen gesellschaftlich bedingten Unterschieden ab. Hier steht der Mensch im Mittelpunkt. Viele bedeutende Persönlichkeiten waren und sind Mitglied der Freimaurer, darunter auch Emanuel Schikaneder oder Wolfgang Amadeus Mozart. Am 24. Juni 1717 schlossen sich vier Logen zur ersten Freimaurergroßloge, der ersten Großloge von England, zusammen. Dieser Tag gilt als das offizielle Gründungsdatum der „modernen“ Freimaurerei. Die erste Freimaurerloge in Deutschland wurde am 6. Dezember 1737 gegründet. Die Loge hatte zu diesem Zeitpunkt noch keine Bezeichnung. Daher gab sie sich den Namen „Absalom“ – aus dem Häbräischen „Vater des Friedens. 1778 erreichte dieser besondere Lebensstil im Gepäck von englischen Offizieren, die ihre Garnison in Hameln hatten, unsere Weserstadt. Die Loge „zur Eiche“ wurde 1778 in Hameln gegründet. Dem Verein steht ein Vorsitzender (Meister vom Stuhl) und dessen Stellvertreter (Erster und Zweiter Aufseher) vor. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Freimaurer zur Selbstauflösung gezwungen und „widerspenstige“ Freimaurer landeten im KZ. Freisinnig denkende und humanistisch handelnde Menschen werden bekanntlich von totalitären Regimen nicht toleriert, sondern gezielt diffamiert und bekämpft. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sich jedoch schnell wieder Brüder zusammen. Bis heute werden Freimaurer fälschlicherweise als Geheimbund angesehen. Das ist aber nicht der Fall. Ganz im Gegenteil: Man bekennt sich öffentlich und tritt auch an die Öffentlichkeit heran, wie mit der aktuellen Ausstellung und den Veranstaltungen in Hameln zu sehen ist. Auch Frauen haben heute in Deutschland auch die Möglichkeit, Freimaurerinnen zu sein, wie beispielsweise bei der Loge in Hannover. .
Termine: Noch bis zum 7. Mai kann die Ausstellung „Königliche Bilder-Kunst“ im Infocenter Hameln besucht werden. Am Freitag, 5. Mai, findet außerdem um 19 Uhr eine Autorenlesung aus einem noch unveröffentlichten Roman mit freimaurerischem Bezug von Autor Hannes Nygaard und Mitautor Jens Rusch ebenfalls im Infocenter statt. Wer die Freimaurer erleben möchte, kann dies am Sonntag, 7. Mai, um 16 Uhr bei einer Führung durch das Logenhaus tun. Sie findet in der Mühlenstraße 4 a statt. Eine Anmeldung dazu ist erbeten unter: sekretaer@loge-hameln.de. Weitere Infos finden sich auch auf der neuen Internetpräsenz unter www.Loge-Hameln.de

Eröffneten die Ausstellung (v. li.): Reinhard Burdinski (Meister vom Stuhl), Cornelius Rinne, HMT-Chef Harald Wanger und Oberbürgermeister Claudio Griese. Foto: mm
  • Eröffneten die Ausstellung (v. li.): Reinhard Burdinski (Meister vom Stuhl), Cornelius Rinne, HMT-Chef Harald Wanger und Oberbürgermeister Claudio Griese. Foto: mm

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