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Meilenstein für die Südumgehung

veröffentlicht am 29.01.2010 um 17:13 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

 

Von Hans-Joachim Weiß

Hameln. Um die Innenstadt von Feinstaub und Stickstoffdioxiden zu entlasten, braucht Hameln zwingend die Südumgehung, hieß es erst vergangene Woche bei der Vorstellung des Entwurfes eines Luftreinhalteplans für die Rattenfängerstadt. Jetzt geht die Planung der lange diskutierten Trasse in die nächste Phase. „Und zwar in die entscheidende Phase“, wie Markus Brockmann unterstreicht. Der Leiter des Geschäftsbereiches Hameln der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat in diesen Tagen in seinem Haus den Antrag auf Einleitung eines Planänderungsverfahrens gestellt. 33 Aktenordner sind dafür per Boten nach Hannover gebracht worden, wo das zuständige Dezernat seinen Sitz hat. Mit einem Beschluss rechnet Brockmann im Laufe des Jahres 2011.

„Ist dieser Beschluss dann rechtskräftig, muss innerhalb der nächsten zehn Jahre mit dem Bau begonnen werden. Dann ist die Politik am Zug, das Geld zu besorgen“, sagt der Geschäftsbereichsleiter, der für eine endgültige Fertigstellung der Südumgehung mit etwa sechs Jahren Bauzeit kalkuliert: „Aber schon eine Teilrealisierung könnte eine erhebliche Entlastung bringen.“ Beispielsweise dann, wenn die Bundesstraße 1 nicht mehr durch Afferde führt.
 Zwischenzeitlich haben Brockmann und sein Team die bisherigen Pläne nach den gesetzlichen Erfordernissen des europäischen Natur- und Artenschutzrechts überarbeitet. Denn aufgrund mehrerer Klagen – die seltenen Fische Groppe und Neunauge wurden entlang der geplanten Trasse vermutet – hatte das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg auf Antrag der Straßenbauverwaltung das Ruhen des Verfahrens angeordnet und damit der Behörde die Möglichkeit gegeben, die Belange nach europäischem Recht in die besonderen Schutzgebiete einzuarbeiten. „Ein kompliziertes Verfahren, denn im Gegensatz zum nationalen Recht, bei dem der Verdacht, dass Tierarten im Planungsbereich leben könnten, ausreicht, muss nach dem EU-Recht genau untersucht werden, welche Tiere da sind und wo genau sie sich aufhalten“, berichtet Brockmann. Zu diesen Untersuchungen zähle beispielsweise, die Winter- und Brutquartiere zu beobachten, was sehr zeitintensiv sei.
  Die Arbeiten seien zwar sehr aufwendig gewesen, hätten aber dazu geführt, dass es bereits jetzt eine sehr detaillierte Planung für die Brücken gebe. „Das ist in diesem Planungsstadium sonst eher ungewöhnlich“, sagt der Geschäftsbereichsleiter und betont, ohne Zahlen zu nennen, dass es ob dieser Maßnahmen zu keiner erheblichen Verteuerung der Südumgehung kommen werde: „Die Brücke ist die gleiche geblieben. Wir haben sie nur geografisch um einige Meter versetzt.“ Zudem seien neue Erkenntnisse aus aktualisierten verkehrstechnischen Untersuchungen in die überarbeitete Planung mit eingeflossen.
 Überhaupt sieht Brockmann in den Bestimmungen des EU-Rechts keine unzumutbare Behinderung seiner Arbeit: „Als Mensch bin ich Teil der Natur. Der Mensch steht zwar im Mittelpunkt, aber die Naturschutzgesetze sind dazu da, Mensch und Tier die Lebensräume zu gewährleisten.“ 

 Laut Brockmann sollen die überarbeiteten Pläne in Kürze öffentlich ausgelegt werden.



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