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Gebühren bleiben unverändert

Mehr Kurzzeit-Parker: Weniger Verkehr in Hamelns Innenstadt

HAMELN. Geht die Rechnung der Stadt auf? Wird der Parksuchverkehr in der Innenstadt durch die aktuelle Regelung der Parkgebühren reduziert? Werden Luft- und Lärmbelastung begrenzt? Und die Parkhäuser durch die erfolgte Erhöhung der Gebühren der außerhalb befindlichen Parkscheinautomaten besser ausgelastet? Das Rathaus hat jetzt seine neue Bewertung des aktuellen Parkraumkonzepts präsentiert.

veröffentlicht am 07.05.2019 um 19:42 Uhr
aktualisiert am 08.05.2019 um 10:19 Uhr

Einer von zehn Parkscheinautomaten, die in der Innenstadt für 98 Parkplätze an Straßenrändern zur Verfügung stehen. Foto: Dana
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Die Stadtverwaltung nimmt an, dass die zunehmende Verlagerung des Konsums auf den Online-Handel sowie ein allgemein gestiegenes Umweltbewusstsein, das viele Menschen mehr Fahrrad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen lasse, in dieser Form auch ein Stück weit auf Hameln zutreffe. „Auf dieser Grundlage ist davon auszugehen, dass der Pkw-Verkehr auch in der Hamelner Innenstadt abgenommen hat“, teilt die Verwaltung mit. Es ist eine Annahme, die unter anderem darauf basiert, dass die Öffis eigenen Angaben zufolge im Zuge ihrer Reform, die deutlich günstigere Fahrpreise nach sich zog, im Jahr 2017 einen Anstieg der Fahrgastzahlen um 18 Prozent verzeichnen konnten (wir berichteten).

Während die Auslastung der Parkhäuser allgemein in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen sei, sei im Jahr 2017 in den Parkhäusern „Rathaus“ und „Rattenfängerhalle“ „ein bemerkbarer Anstieg“ der Parkvorgänge zu verzeichnen gewesen. Gleichzeitig sei die Anzahl der Parkvorgänge, die sich auf einen Zeitraum von bis zu einer halben Stunde erstreckten, 2017 etwas weiter angestiegen.

In die Auswertung nicht mit eingeflossen, sei das Parkhaus der Stadtgalerie. Der Grund: Das ECE-Center habe der Stadt seine Zahlen über die Parkvorgänge nicht zur Auswertung zur Verfügung gestellt. Ebenfalls außen vor blieben die privaten Parkplätze an der Baustraße und am Stockhof. Die Parkvorgänge auf den 98 Parkplätzen an den Straßenrändern mit ihren zehn Parkscheinautomaten in Parkzone 1, also innerhalb der Wälle, seien im Jahr 2018 angestiegen. Dort waren im Jahr zuvor die Gebühren auf 2 Euro und die Höchstparkdauer auf eine Stunde angehoben worden. Dass es dort nun zu einer Steigerung der Parkvorgänge kam, führt die Stadt auf eine inzwischen erfolgte Akzeptanz der Gebührenerhöhung zurück.

Ein damit einhergegangener Erkenntnisgewinn der Stadtverwaltung: Obwohl die Höchstparkdauer von 30 Minuten auf eine Stunde angehoben wurde, liegt die Parkdauer bei zwei Dritteln der Parkenden bei weniger als einer halben Stunde. „Zwei Drittel sind also Kurzparker und so war es ja auch gewollt“, sagte Ralf Wilde, Leiter des Fachbereichs Umwelt und technische Dienste, am Dienstag bei der Präsentation der Auswertung im Umweltausschuss. Durch die festgestellte geringere Gesamtparkdauer sei also das erklärte Ziel, den Parksuchverkehr zu verringern, erreicht. Infolgedessen, so Wilde, bliebe inzwischen in stark frequentierten Straßen wie der Baustraße auch mal ein Parkplatz frei.

Die Politik begrüßte die Ergebnisse der Auswertung. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, befand Hans Wilhelm Güsgen (FDP). „Die Gebührenerhöhung schadet dem Handel also nicht.“ Allerdings mahnte er, auch für die Dauerparker, die etwa als Pendler nach Hameln kämen, Parkplätze vorzuhalten. Gerhard Paschwitz von der CDU verwies auf die Parkplatzproblematik „in der zweiten Reihe“ in der Garten- und Luisenstraße sowie im Feuergraben und meinte zudem, die Stadt müsse sich auch an den Gebühren der privaten Parkplatzanbieter messen lassen. Bettina Schultze (SPD) hielte es zumindest für aufschlussreich, die Zahlen der Parkvorgänge der Privaten zu kennen.

Sven Kornfeld (Grüne) plädierte dafür, in der Konsequenz jetzt auch den nächsten Schritt zu wagen und Parkplätze als Stellplätze für Radfahrer umzuwidmen, um so auf das geänderte Verhalten der Menschen zu reagieren. Julia Maulhardt schlug als beratendes Mitglied des Ausschusses vor, in diesem Zuge dann auch die Radwege zu verbreitern.

In Anbetracht der Auswertung der Stadtverwaltung wird bis auf weiteres an den jetzigen Parkgebühren von zwei Euro für eine Höchstparkdauer von einer Stunde festgehalten.



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