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Stadt will Denkmalschutzförderung in den kommenden Jahren ausweiten

Mehr Geld für alte Häuser

HAMELN. Wenn es so kommt, wie die Stadtverwaltung es plant, soll künftig erheblich mehr Geld, auch aus Steuermitteln, in die Sanierung von Altstadthäusern fließen als bisher. Dafür möchte sie den Förderrahmen zum städtebaulichen Denkmalschutz nach oben anpassen und das Programm verlängern.

veröffentlicht am 30.04.2019 um 18:08 Uhr

Das Hamelner Rattenfängerhaus ist in Besitz der Stadt Hameln. Im Rathaus kann man sich vorstellen, auch dieses Gebäude mit Geld aus dem Förderprogramm zu sanieren. Foto: dana
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Hierbei tragen Bund und Land jeweils ein Drittel, die Stadt ein weiteres Drittel der sogenannten förderfähigen Kosten. Bislang betrug der städtische Eigenanteil 325 000 Euro; dieser soll in den Jahren 2020 bis 2024 dann 1,425 Millionen Euro betragen. Der Gesamtförderrahmen (inklusive der Anteile von Bund und Land) soll auf 4,275 Millionen Euro angehoben werden.

Dass der Lack an vielen Altstadthäusern ab ist, offenbart sich bei einem Gang durch die Fußgängerzone und Seitenstraßen schnell. Es ist jedoch nicht nur die Hülle, die der Verwaltung Sorgen bereitet, sondern auch der innere Verfall vieler Häuser und der Umstand, dass viele von ihnen nicht mehr bewohnt und bewohnbar sind. „Insbesondere private Eigentümer geraten zunehmend mangels Wirtschaftlichkeit mit den notwendigen Erhaltungs-, Instandsetzungs- oder Modernisierungsmaßnahmen in Rückstand“, erklärt Isabella Gifhorn in der Vorlage, mit der sich der Ausschuss für Stadtentwicklung heute befasst. Dass jetzt der Förderrahmen erweitert werden soll, obwohl in der laufenden Periode gerade einmal 18 Prozent des für Hameln zur Verfügung stehenden Geldes (knapp eine Million Euro bis 2021) in Anspruch genommen wurde, scheint auf den ersten Blick widersprüchlich.

Die Leiterin der Fachabteilung Planen und Bauen erklärt: Das Problem sei bisher, dass die Antragsteller einen großen Aufwand betreiben müssten „für wenig Geld“ – sprich: Seitenlange Anträge, drei Kostenvoranschläge für am Ende höchsten 20 000 Euro, wenn es sich bei dem Gebäude um ein Baudenkmal handelt. Wenn es „nur“ eine gewisse Bedeutung für das Stadtbild und in der Historie hat, gibt es höchstens 15 000 Euro Fördermittel. Insgesamt seien in der jetzt endenden Förderperiode 25 Maßnahmen unterstützt worden mit insgesamt gut 180 000 Euro. In diesem Jahr befänden sich sieben Anträge in der Durchführung beziehungsweise Bearbeitung, weitere sieben Eigentümer hätten Interesse bekundet.

250 000 Euro Maximale Fördersumme für eine Großmaßnahme

Jetzt soll der Fokus vor allem auf große Maßnahmen gelegt werden, das heißt weniger auf eine pauschale Förderung mit kleineren Beträgen bis 20 000 Euro. Für Großmaßnahmen liegen die maximalen Fördersummen bei 250 000 Euro für Baudenkmale und 150 000 Euro für andere Gebäude mit „städtebaulicher, ortsbildprägender, bauhistorischer oder geschichtlicher Bedeutung“. Unter diese Maßnahmen könnten dann zum Beispiel „umfangreiche Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen fallen wie eine Vollsanierung, der Anbau von Balkonen und barrierearme Erschließung“.

Die Verwaltung erhofft sich von der Ausweitung des Programms, dass die nachhaltige Sanierung der historischen Bausubstanz der Stadt vorangetrieben werden kann. „Diese umfangreichen Sanierungen erfordern zwingend eine Begleitung durch einen bauvorlagenberechtigten Fachmann.“ Eine weitere Voraussetzung für die Förderung ist, dass die nachhaltig erzielbaren Erträge des Objekts die Gesamtausgaben nicht abdecken können, wie es in der Städtebauförderrichtlinie des Landes heißt.

Nicht nur privaten Eigentümern soll es leichter gemacht werden, zu investieren – auch öffentliche Gebäude möchte die Stadt mit Geld aus dem Förderprogramm sanieren. Als mögliches Beispiel nennt Isabella Gifhorn das Leisthaus, Rattenfängerhaus oder das Stiftsherrenhaus. Das Hochzeitshaus nehme eine Sonderrolle ein. Klar sei, dass die Stadt nicht das gesamte Geld für sich in Anspruch nehmen wird, „der Öffentlichkeit muss ein Teil gelassen werden“.

Eines ändert sich trotz der höheren Fördersummen nicht: „Die Antragstellung wird nicht einfacher“, so Isabella Gifhorn. Die NBank habe bestimmte Kriterien, die auch weiterhin zu erfüllen sein werden, um das Geld zu erhalten, aber dann handelt es sich um größere Summen. Die Stadt rechnet damit, dass der Hauptanteil (3,75 Millionen Euro) in die Großmaßnahmen fließt und die übrigen 525 000 Euro in die kleineren. Zum 1. Juni soll der Antrag gestellt werden, wie lange dessen Prüfung dauert und wann mit dem Förderbescheid zu rechnen ist, „ist nicht vorhersehbar“, so Stadtsprecher Thomas Wahmes.


Der Ausschuss für Stadtentwicklung tagt am Donnerstag, 2. Mai, ab 16 Uhr im Energietreff der Stadtwerke.



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