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Günstigere Bustickets und Investitionen machen rund zehn Millionen Euro Defizit in der Öffi-Bilanz aus

Mehr Fahrgäste – mehr Zuschüsse

HAMELN. Um rund 18 Prozent sind die Fahrgastzahlen des Öffentlichen Nahverkehrs im Hamelner Stadtgebiet und dem Landkreis 2017 gestiegen. Ein Erfolg der Tarifreform im Jahr 2017. Durch das vereinfachte System, wonach die Nutzung der Öffentlichen Verkehrsmittel vor allem deutlich günstiger geworden ist, steigen mehr Menschen in die Busse ein.

veröffentlicht am 04.12.2018 um 18:32 Uhr

Ein Bus der Linie 3 fährt Richtung Afferde. Seit der Tarifreform deutlich günstiger für Fahrgäste. Die Monatskarte kostet seither 25 Euro im Nahbereich, 35 Euro in Fernbereich. Foto: Dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Zehn Millionen Fahrgäste werde die Verkehrsgesellschaft Hameln-Pyrmont (VHP) bis Ende Dezember in diesem Jahr befördert haben, prognostiziert der VHP-Geschäftsführer Arne Behrens. Die große Tarifumstellung gilt gemeinhin als Vorbild für nutzerfreundlichen Nahverkehr, doch für die öffentliche Hand bedeutet dies auch erheblichen finanziellen Aufwand. Bei gut zehn Millionen Euro liegt der Zuschussbedarf 2018. Und auch in der Vier-Jahres-Prognose wird sich daran kaum etwas ändern, erklärte Öffi-Chef Behrens am Dienstag im Finanzausschuss des Kreises. Zwischen zehn und zwölf Millionen Euro jährlich wird der Landkreis bis 2022 wohl weiterhin jährlich zuschießen müssen.

Ein Zuschussgeschäft für den Landkreis war der Öffentliche Nahverkehr ohnehin. Laut Behrens sind die Kosten der Öffis durch entsprechende Einnahmen im Jahr 2016 zu 83 Prozent gedeckt. Mit der Tarifreform, mit der auch der Fahrplan ausgedehnt wurde, hat sich die Kostendeckung deutlich nach unten bewegt. Im kommenden Jahr wird sie bei 45 Prozent liegen. Der VHP-Geschäftsführer führte hierzu auch den „Nachholbedarf bei Investitionen“ an.

Damit die Kosten nicht weiter steigen, will Behrens das Fahrplanvolumen einfrieren, die mit der Tarifreform erweiterten Verbindungen und Taktungen nicht noch weiter ausdehnen. Dazu müsse die „reale Nachfrage“des Linienangebots auf den Prüfstand gestellt werden. „Es muss nicht überall ein Zwölf-Meter-Bus in die letzte Sackgasse fahren,“ so der Öffi-Geschäftsführer. „Den bestehenden Fahrplan optimieren“, heiße das Ziel.

Gleichwohl sieht wohl auch Behrens die Grenze der öffentlichen Finanzspritzen erreicht, brachte vor den Kreispolitikern selbst eine „Zuschussbegrenzung“ ins Spiel – und räumte für die Öffis ein: „Wir müssen betriebswirtschaftlich besser werden.“ Damit zumindest könne es schon bald losgehen, spätestens 2021. Dann sind laut Behrens „die wichtigsten Strukturreformen erledigt“. Dazu gehören auch Anbau und Modernisierung der Werkzeughalle der Öffis. Behrens hierzu: „Durch die Kapazitätserweiterungen im Fahrplan sind wir mit 33 Prozent überbeschäftigt.“ Rund 4,5 Millionen Euro soll die Erweiterung kosten.

Schon in der nächsten Woche trifft sich der Kreisfinanzausschuss erneut. Es geht dann auch um geplante Ausgabe für 2019. Der Erste Kreisrat Carsten Vetter sagte am Dienstag zu Behrens’ Bericht: Man müsse dies „alles im Lichte der Haushaltsberatungen betrachten“.

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Was sich bei den Öffis ändert

  • Ab dem 9. Dezember wird bei den Öffis auch die Zugfahrkarte des Niedersachsentarifs anerkannt. Für vorherige und anschließende Fahrten mit dem Bus kann dann auch die Zugfahrkarte genutzt werden. Für Hameln-Pyrmonter Busse ist dann kein extra Busticket mehr nötig. Rück- und Rundfahrten sind allerdings ausgeschlossen, ein mögliches Umsteigen aber gestattet.
  • Dann gilt auch für Fahrgäste im Alter von 6 bis 14 Jahre der ermäßigte Fahrschein. Die Anhebung der Altersbegrenzung von bisher 11 auf 14 Jahren zum 9. Dezember werde von vielen als deutlicher Vorteil zu spüren sein, heißt es seitens der VHP.
  • Die bestehende Regelung zu Schülersammelkarten wird überarbeitet. Ab dem Schuljahr 2019/2020 soll die für Schüler ausgegebene Buskarte auch durchgängig an Ferientagen gelten. Dies war bislang nicht der Fall. Ausgenommen von der Neuregelung sind allerdings weiterhin die sechswöchigen Sommerferien. Hier haben Schüler eine Alternative: das Schüler-Ferienticket, das in der Sommerferienzeit in allen Bussen des Landkreises genutzt werden kann. Das letzte Wort zu den Schülersammelkarten hat noch der Kreistag. Er tagt am 18. Dezember. Der Finanzausschuss sprach sich einstimmig für die Neuregelung aus. Deshalb wird auch im Kreistag mit Zustimmung gerechnet.


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