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Agentur für Arbeit Hameln zieht Bilanz

Mehr Bewerber als Ausbildungsstellen

HAMELN. Die Unternehmen setzen auf Ausbildung: Es gibt mehr gemeldete Lehrstellen als noch 2016; der Trend zum Studium hält an – und: Die Bewerberzahl bleibt konstant. Das sind die drei aktuellen Kernbotschaften, welche die Agentur für Arbeit Hameln jetzt mit Blick auf den heimischen Ausbildungsmarkt übermittelt.

veröffentlicht am 03.11.2017 um 13:56 Uhr

Wer zum Beispiel eine Ausbildung als Zimmerer macht, schlägt in die richtige Kerbe. Foto. dpa

Die Bilanz im einzelnen: 3217 junge Menschen meldeten sich vom 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 bei den Arbeitsagentur-Geschäftsstellen und den Jobcentern in den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg als Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle – etwas mehr als im Vorjahr (+ 7 / + 0,2 Prozent).

Ähnlich stieg auch die Nachfrage von Betrieben und Verwaltungen nach Auszubildenden. Sie meldeten der Agentur für Arbeit und den Jobcentern insgesamt 2864 Ausbildungsstellen. Im Vergleich zum Jahr zuvor waren dies 31 Stellen mehr (+ 1,1 Prozent). Damit steigt die Zahl der gemeldeten Stellen im vierten Jahr in Folge.

„Die Zahl der gemeldeten Bewerber und Ausbildungsstellen ist konstant auf einem hohen Level – trotz weniger Schulabgängern“, kommentiert Ursula Rose, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hameln die Entwicklung. Weiterhin seien es über den gesamten Agenturbezirk mehr gemeldete Bewerber als gemeldete Ausbildungsstellen. „Die gestiegene Zahl an gemeldeten Bewerbern lässt sich damit erklären, dass wir wieder mehr junge Menschen für die duale Berufsausbildung interessieren konnten“, betont Rose. Viele Ausbildungsinteressierte entschieden sich letztendlich aber für einen weiteren Schulbesuch oder ein Studium, um einen höherwertigen Bildungsabschluss zu erlangen.

„Wir machen daher weiterhin auf die beruflichen Chancen und Möglichkeiten, die eine betriebliche Berufsausbildung bietet, aufmerksam. Entscheidend ist, dass es individuell passt. Nach einem persönlichen Beratungsgespräch in der Berufsberatung kann sich herausstellen, dass eine duale Ausbildung der individuell bessere berufliche Einstieg ist.“

Auch wenn das Interesse der heimischen Unternehmen an Auszubildenden gestiegen ist, bleiben wie jedes Jahr einige Stellen unbesetzt. 2017 waren es 98 Stellen, 38 weniger als im Vorjahr (- 27,9 Prozent).

Der Anstieg des Lehrstellenangebotes bedeutet auch nicht, dass zeitgleich alle Jugendlichen, die eine Ausbildungsstelle suchten, fündig wurden oder eine Alternative fanden: 56 Ausbildungssuchende waren zum 30. September noch ohne Ausbildungsplatz oder eine andere konkrete Perspektive. Im Vorjahr waren dies fünf Jugendliche weniger (+ 9,8 Prozent).

„Wir befinden uns auf einem sehr guten Niveau: Mit unserer intensiven Beratungsarbeit konnten wir mehr Bewerber für die Ausbildung interessieren. Die Zahl der unversorgten Bewerber ist weiterhin sehr gering. Es ist nicht immer möglich, das Angebot und die Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt in Einklang zu bringen. Dabei spielt unter anderem die zum Teil ungünstige Infrastruktur eine Rolle“, kommentiert Jens Auberg, Teamleiter der Berufsberatung, die Entwicklungen. Des Weiteren würden manche Profile der Bewerbenden nicht den Anforderungen der Arbeitgeber entsprechen. Andererseits erscheinen den Jugendlichen manche Ausbildungsplätze nicht attraktiv genug. Der Anteil an Bewerbern von Fachhochschulen und der allgemeinen Hochschulreife habe sich von 2009 (12,3 Prozent) bis 2017 (24,5 Prozent) fast verdoppelt. red

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