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Ursachenforschung schwierig

Mehr Übernachtungen in Obdachlosen-Unterkunft

Hameln. 16 Grad, Frühling im Winter, zwar nass, aber das macht nichts. Oder doch? Und Kälte – wirkt sich das aus? An eine Interpretation der Zahlen macht sich niemand ran. „Dann müssten wir mit jedem Einzelnen sprechen, warum er jetzt da ist“, heißt es seitens des Landkreises über die Übernachtungsgäste im Senior-Schläger-Haus am Ostertorwall. Dort kommen Männer und Frauen hin, die eine Bleibe für eine Nacht suchen und sonst auf der Straße unterwegs sind. Die Übernachtungszahlen für dieses Jahr weisen auffällige Ausreißer auf, die jedoch ohne Erklärung bleiben.

veröffentlicht am 22.12.2015 um 14:44 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:46 Uhr

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Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Zum Beispiel im Juni: 67 Übernachtungen wurden in dem Sommermonat gezählt, Das sind 24 mehr als im Vorjahreszeitraum und ein noch größerer Anstieg im Vergleich zu den übrigen Jahren. Im Oktober dagegen waren es gerade einmal 12 Übernachtungen und damit 33 weniger als im Oktober 2014. Der Monat mit den meisten Übernachtungen in diesem Jahr (Stand 30. November) war der Januar. 91-mal wurden Schlafplätze vergeben – mehr als in jedem anderen Monat der vergangenen fünf Jahre. Warum? „Das können wir uns auch nicht erklären“, sagt Frank Buchholz vom Landkreis, der Träger der Übernachtungsstelle ist und die Räume vom Senior-Schläger-Verein dafür anmietet. Insgesamt wurden in diesem Jahr laut Landkreis 567 Übernachtungen bis zum 30. November gezählt, hochgerechnet werden es vermutlich 619 Übernachtungen sein – mehr als zuvor. Rückblickend bis 2010 wurden bisher im Jahr 2014 die meisten Übernachtungen gezählt (603).

Der Verein, der im Jahr 2007 als „Obdachlosenhilfe Hameln e.V.“ gegründet worden war, kümmert sich auch nach der Umbenennung um Wohnungslose, Obdachlose und von Wohnungsnot bedrohte Menschen. Derzeit steht der Vorstand des Vereins in Gesprächen mit der Stadt Hameln und dem Landkreis Hameln-Pyrmont, um darauf aufmerksam zu machen, dass Wohnungen nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch für eben jene Obdachlose und für Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind, benötigt werden. Die Stadt unterhält in Tündern zwar eine Unterkunft für diese Männer und Frauen mit 15 Zimmern. 13 davon sind nach Auskunft der Stadt belegt. Bei Bedarf könne über eine Doppelbelegung nachgedacht werden. Ziel sei es aber, „Obdachlose wieder in den regulären Mietmarkt zu integrieren“, erklärt Thomas Wahmes von der Stadt. Zu beobachten sei allerdings, dass es vermehrt Obdachlose gebe, „die von sich aus zu einer Langzeitbelegung tendieren und nicht besonders aktiv sind, sich anderweitig zu bemühen“. Nach der Winterperiode wolle man dieses Thema angehen. Unter dem Dach des Senior-Schläger-Hauses gibt es neben den acht Betten zum Übernachten auch eine Beratungsstelle und einen Tagestreff, beides Angebote der Ambulanten Wohnungslosenhilfe Hameln. In den Monaten Oktober bis März wird jeden Tag ab 8.30 Uhr das „Obdachlosenfrühstück“ angeboten, das Kirchengemeinden, der Civitan-Club, der Senior-Schläger-Verein und Privatpersonen ermöglichen, Sonntagnachmittag gibt es ein Kaffeetrinken. Außerdem engagiert sich ein Arzt ehrenamtlich und kümmert sich um die Gesundheit der Besucher des Hauses. Etwa 180 ehrenamtliche Helfer kümmern sich in der Winterzeit um die Belange der Männer und Frauen. Wer ebenfalls helfen möchte, kann Sachspenden geben, Mitglied werden, mithelfen oder Geld spenden: Sparkasse Weserbergland, IBAN DE37 2545 0110 0000 8002 19, BIC NOLADE21SWB.

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