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Kurt Baumfeld in der Galerie arche

Meditative Farbklänge

„Durch die Nacht beleuchtet“ ist der Titel der neuen Ausstellung in der arche. Eigenwillig und emotional, großformatig und farbig sind die Werke von Kurt Baumfeld, die dem Publikum dort präsentiert werden.

veröffentlicht am 13.08.2017 um 14:37 Uhr

Farbrausch im verregneten Sommer: die großformatigen, abstrakten Kompositionen von Kurt Baumfeld in der arche. Foto: wal
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Autor

Richard Peter Reporter
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HAMELN. Nicht wirklich geplant – es könnte ja auch sommerliches Grillwetter die Jahreszeit bedienen – und nun krasser Gegensatz: Grauestes Grau gegen buntestes Bunt gesetzt. Vom Kastanienwall am Freitagabend in die Galerie „arche“ – wie so oft schon – führte ein Weg in eine andere Welt. Kunst eben. Während draußen Regen tropft, scheint drinnen – wenn auch nur imaginär – die Sonne. Auch mit Elke Fech, die mit Sopranflöte und Echo-Verstärker mit Tönen experimentiert.

Kurt Baumfeld, der seine Arbeiten kryptisch „Durch die Nacht beleuchtet“ nennt, gehört zu den Künstlern, denen fast alles zur Reihe, zur Serie gerät. Selbst dort, wo das nur durch eine beeindruckende Hängung gelingt, wie bei den Großformaten im Auftakt-Ensemble mit Titeln wie „Selbst“, „Beziehungskiste“, aber auch „Waldspiel“ und „Dämon“. Großformatige abstrakte Farbkompositionen aus unterschiedlichen Jahren in ebenso eigenen wie eigenwilligen Gefühlslagen.

Daneben – auch räumlich – in Zweierreihen kleinere Formate der „Kreuz und Rosen“-Serie. Sie könnten auch ganz anders heißen, „linear und flächig“ etwa oder „bunt und verspielt“ oder schlicht „hingeträumt“. In seiner Einführung verwendet Wolfgang Schmalenbach-Blanke für die beeindruckende Reihe von 24 Bildern, die als „Monatsbilder“, auch als „Morgenbilder“ bezeichneten meditativen Arbeiten, die als „innere Versenkung“ am Morgen, wie der Laudator referiert, sozusagen angesetzt werden um dann - oft erst am Abend – weiterentwickelt oder fertiggestellt zu werden. Inhalte, so Schmalenbach-Blanke, sind nicht das Entscheidende – und der Alltag allemal ausgeblendet“. Wichtiger: Etwas von sich selbst erfahren. Bilder in ihrer Eigenkunst – subjektive, in Farbe und Form umgesetzte Empfindsamkeit.

Für den Betrachter dieser so eigenwilligen Arbeiten, die zwischen August 2016 und Juli 2017 mit je zwei Bildern pro Monat hier präsent sind und bei aller grellbunten Farbigkeit dennoch eine faszinierende Einheit bilden. Wer genau hinschaut, findet collagierte Papierstreifen, auf denen Baumfeld Farbproben auftrug, um sie dann im Bild zu integrieren. Arrangements, die den Betrachter wie selbstverständlich einbinden, der sich seinerseits auf die kontemplativen Vorgaben einlassen sollte, sowohl bei den Einzelbildern als auch in ihrer Zusammenschau, die immer wieder neue Seherlebnisse ermöglicht.

Eine andere – ebenso beeindruckende Serie mit Grafit, Tusche und Kreide – sozusagen in Weiß-Schwarz-Grau - die Reihe „Die Philosophie der Freiheit“ in 18 von 36 Blättern. Auflösungen in lineare Spielereien, Flächen, dezente Tönungen – Vielfalt der Ausdrucksformen. Auch ohne Farben.

Umso farbiger die Arbeiten im Turmzimmer, Baumfelds so üppig kolorierte Hinter-Glas-Malereien – von der Form her oft als Scherben und einige als „Harz“ betitelt, aber auch als „Von der anderen Seite“ oder als „Herzschlag“. Auf der Galerie der Galerie neun eher traditionelle „Menschen“-Bilder in Grafit und Tusche, wie sie in der ersten Hälfte des letzten Jahrhundert en vogue waren. Und Elke Fech, diesmal mit der Komposition „Delaying“ mit Sopran- und Altflöte von Annette Ziegenmeyer. Ziemlich meisterlich.

Eine ebenso eigenwillige wie emotionale Ausstellung - von Annemarie Hodges, der langjährigen Ex-“arche“-Chefin angeregt und kuratiert – die nur eines vom Besucher verlangt: Zeit und die Bereitschaft sich auf diese Bilderwelten einzulassen.
Die Ausstellung Kurt Baumfeld „Durch die Nacht beleuchtet“ bleibt bis 10. September in der Galerie der Künstlergruppe „arche“ geöffnet.

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