weather-image
22°

Regelmäßige Einnahme kann zu einer Unterversorgung mit Nährstoffen führen

Medikamente als Vitaminräuber?

Hans-Werner M. (55) aus Hameln fragt: „Bei mir ist ein Mangel an Vitaminen festgestellt worden. Dabei esse ich auch Obst und Gemüse. Da ich regelmäßig Medikamente einnehmen muss, stellt sich die Frage, ob es daran liegen kann.“

veröffentlicht am 11.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 12:41 Uhr

Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Dr. Werner G. Gehring antwortet. Das wäre eine Möglichkeit, denn: Viele Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden, können zu einer Unterversorgung mit Nährstoffen führen. Dieses ist den Betroffenen oftmals unbekannt und bleibt häufig auch unbeachtet. Die Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention berichtet, dass die Wirksamkeit von vielen Medikamenten darauf beruht, in den Stoffwechsel des Organismus einzugreifen. Vor allem bei Langzeittherapien nehmen sie Einfluss auf die Aufnahme und Funktion von wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen, sodass es zu Mangelerscheinungen kommen kann. Dieser ungewollte Einfluss von Medikamenten ist nur wenigen Menschen bewusst.

Um einen Bluthochdruck zu behandeln, werden nicht selten Angiotensin-Rezeptorblocker verschrieben. Dieses Medikament hat die Kehrseite, das Geschmacksempfinden für bitter und sauer zu verschieben. Es wird vermutet, dass dieser unangenehme Einfluss auf eine erhöhte Ausscheidung von Zink und einem Mangel an Zink in den Zellen zurückzuführen ist. Werden zusätzlich Thiaziddiuretika verschrieben, so wird dieser negative Einfluss noch verstärkt. Oftmals leiden Bluthochdruckpatienten zusätzlich an Diabetes oder an einer chronischen Herzinsuffizienz. Diese Erkrankungen wirken sich ergänzend auch negativ auf den Zinkstoffwechsel aus. Ein Zinkmangel mit den Symptomen wie Geschmacksstörungen, beeinträchtigte Wundheilung, erhöhte Anfälligkeit für Infekte kann verstärkt hervorgerufen werden. Die Zinkwerte im Blut geben leider nicht immer aussagekräftige Hinweise auf den Zinkversorgungsstatus.

Eine weitere Gruppe an Medikamenten, die heute oft verschrieben werden, sind Protonenpumpenhemmer wie das Omeprazol, welche die Bildung der Magensäure verringern sollen. Leider wird diese Art von Medikamenten oftmals zu schnell und ohne eindeutige Notwendigkeit oder sogar vorsorglich eingenommen. Ein Nebeneffekt der Magensäurehemmer ist die Bildung eines erhöhten pH-Wertes im Magen. Dieser führt dazu, dass Vitamin B12 schlechter aus den Speisen aufgenommen werden kann. Bei Patienten höheren Alters kommt hinzu, dass der Vitamin-B12-Stoffwechsel sowieso bereits beeinträchtigt ist. Eine Unterversorgung mit diesem Vitamin kann sich durch neurologische Beeinträchtigungen zeigen. Hinzu kommt, dass ein Säuremangel im Magen ebenso die Verwertung von Vitamin C und Eisen aus dem Essen negativ beeinflussen kann.

Eine andere wissenschaftliche Quelle weist auf Lipidsenker hin: Diese Medikamente werden bei einem hohen Cholesterinspiegel eingesetzt und führen bei den Betroffenen nicht selten zu Muskelkrämpfen und Schmerzen. Aus neueren Untersuchungen zeigt sich, dass dieses Medikament den Coenzym-Q10-Gehalt und den Vitamin-D-Spiegel beeinträchtigt. Das vitaminähnliche Coenzym Q10 trägt zur Bereitstellung von Energien im Muskel bei, und ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel wäre hilfreich, um Muskelbeschwerden entgegenzuwirken.

WIR HELFEN WEITER

Ihre Fragen – auch anonyme Zuschriften – leitet unser Redakteur Ulrich Behmann an Fachärzte aus der Region weiter. Die Antworten werden in einer der nächsten Ausgaben veröffentlicht, Ihre Namen geändert.

Adresse: Dewezet-Sprechstunde, 31784 Hameln Telefon: 05151/200-421

E-mail: u.behmann@dewezet.de

Dr. Werner Gehring ist Arzt in Bad Münder.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?