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„Gänse mit Namen schlachtet man nicht“

Mathilde ist schon 32 Jahre alt

Hameln. Mathilde war bereits im Sommer angeschafft worden, um ihr Zeit und Muße zu geben, sich bis Weihnachten ein dickes Fettpolster anzufuttern. Die Monate vergingen. Mathilde fraß und legte wunschgemäß an Gewicht zu. Allmählich nahten die Weihnachtstage. Die Vorfreude der Familie Cynta auf einen knusprigen Gänsebraten wurde immer größer. Schön mit Rotkohl, Klößen und ganz viel Soße – lecker! Dass Mathilde aber, bevor sie ihrer Bestimmung zugeführt werden konnte, geschlachtet werden musste, daran dachte niemand. Daran wollte auch keiner denken. „Eine Gans, die einen Namen hat, kann man doch nicht schlachten und essen“, beschloss Familienoberhaupt Henri Cynta. Außerdem war sie längst zum Spielkameraden für Sohn Olaf geworden. Mathilde überlebte also das Weihnachtsfest 1982. Auch die nächsten Jahre blieb sie verschont von der Bratenröhre. Mittlerweile ist sie 32 Jahre alt. Noch immer erfreut sich die Pommerngans ihres Lebens in ihrem Freigehege im Garten der Familie Cynta. Genau genommen ist Mathilde ein Ganter. „Das haben wir aber erst bemerkt, als sie ihren Namen schon längst hatte“, erinnert sich Cynta.

veröffentlicht am 18.12.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 19:21 Uhr

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Autor:

Christiane Stolte
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Gänse können, wenn man sie lässt, mehr als 50 Jahre alt werden. Da Mathilde gesund ist und ihr das Futter schmeckt, könnte sie „ihrer“ Familie noch lange erhalten bleiben und noch viele Weihnachtsfeste in ihrem Gehege verbringen und ab und zu vielleicht den Postboten ins Hosenbein zwicken. „Wenn das Türchen zu ihrem Quartier offensteht, passiert das schon mal“, sagt Olaf Cynta. Da Mathilde aber immer laut schnatternd anschlägt, wenn Fremde das Grundstück betreten, sind Cyntas sofort über jeden „Eindringling“ informiert und kommen des Ganters Angriffslust mit Streicheleinheiten zuvor. Wie es sich aber für einen richtigen „Wachhund“ gehört, hat Mathilde den Postboten doch schon einige Male am Hosenbein erwischt. Ihr Gehege teilt sich Mathilde mit einigen Hühnern, die auch nicht geschlachtet werden, und neuerdings mit einer jungen Gänsedame. „Die beiden scheinen einander zu gefallen“, hat Henri Cynta beobachtet. Sollte Mathilde auf ihre alten Tage vielleicht noch den zweiten Frühling erleben?

Während seine beiden Gänse draußen das Flirten üben, sitzt Cynta am Küchentisch und bemalt Ostereier – ein ungewöhnlicher Anblick in der Adventszeit. „Die will ich zu Ostern im Kiosk verkaufen“, sagt der 83-Jährige. Gemeint ist der Kiosk am Klütturm, den er seit 14 Jahren betreibt. Beim Bemalen der Eier werden viele Erinnerungen an seine Seefahrt wach – als Schiffsjunge, Schiffskoch oder Steuermann. Denn die See war 35 Jahre lang seine Heimat.

Henri Cynta und Mathilde sind ein Herz und eine Seele. Dass Mathilde ein Ganter ist, bemerkte Cynta erst, als er den Namen schon vergeben hatte. Und so blieb Mathilde einfach Mathilde.sto



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