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Großeinsatz nach Bankraub / Sondereinheit nimmt am Kuckuck mutmaßlichen Verbrecher fest

Maskiert – Spezialkommando stürmt Wohnung

Hameln. Sie waren maskiert und schwer bewaffnet, trugen Helme und schussfeste Westen, hatten Rammbock, Bolzenschneider, mehrere Brechstangen und einen großen Hammer dabei. Die Männer, die am späten Sonntagnachmittag um 17.30 Uhr in ein Haus am Kuckuck liefen, hatten den Auftrag, eine Wohnung zu stürmen. Es waren Polizisten eines Sonder-Einsatzkommandos (SEK) aus Hannover. Diese Experten sind darauf spezialisiert, als besonders gefährlich eingestufte Verbrecher festzunehmen.

veröffentlicht am 08.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 16:21 Uhr

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Autor:

Ulrich Behmann
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Am Kuckuck überraschten die Elitepolizisten zwei Männer (54, 26). Zeitgleich wurde die Wohnung einer Frau (50) an der Sedemünderstraße in Hameln durchsucht. Der 54-Jährige steht „im dringenden Verdacht“, am 23. Februar an einem Überfall auf die Sparkassenfiliale an der Hauptstraße in Todenmann bei Rinteln beteiligt gewesen zu sein. Der Hamelner soll das Fluchtauto gefahren haben. Nach dem eigentlichen Bankräuber wird nach wie vor gefahndet.

Die 50-Jährige ist die Halterin eines Audi 80, der bei der Tat benutzt worden sein soll, ihr Bekannter (54) gilt als Nutzer des Fahrzeugs. Der junge Mann (26), der sich bei dem Hauptverdächtigen aufhielt, sei der Sohn der Hamelnerin, berichtete gestern Kriminalhauptkommissarin Gabriela Mielke. Bis auf den 54-Jährigen wurden alle Festgenommenen wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen den 26-Jährigen und seine Mutter habe sich der Tatverdacht nicht erhärtet, hieß es. Der ältere Hamelner ist „ein alter Bekannter“ der Polizei. Gegen ihn wurde bereits wegen Diebstahls, Hehlerei und Notzucht ermittelt. Ein Richter des Amtsgerichts Rinteln ordnete gestern Nachmittag Untersuchungshaft an. Der Vorwurf im Haftbefehl lautet: „schwere räuberische Erpressung“.

An der spektakulären Festnahmeaktion am Kuckuck, die die Spezialeinheit für die Staatsanwaltschaft Bückeburg und die Inspektion Nienburg/Schaumburg durchführte, waren auch Observationsteams einer Fahndungsgruppe aus Nienburg, ein Mobiles Einsatzkommando (MEK) aus Hannover und Beamte des für Raub zuständigen 2. Fachkommissariats aus Hameln beteiligt. Auf Bitten der Einsatzleitung rückten vor dem Zugriff der Leitende Notarzt und ein Rettungswagen an. Vorsicht war geboten, denn der Räuber, der das Geldinstitut am 23. Februar kurz vor Geschäftsschluss betreten hatte, war mit einer Pistole bewaffnet. Er hatte sich mit Schal, Sonnenbrille, Perücke und Mütze maskiert. Mit der Beute – es handelt sich um eine vierstellige Summe – lief der Verbrecher seinerzeit zu einem in Rinteln gestohlenen roten Audi 80. Diesen Wagen ließen die Täter in der Nähe des Parkplatzes „Wandersruh“ bei Todenmann stehen. Offenbar haben der Räuber und sein Komplize dort das Fahrzeug gewechselt.

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„Wir sind der Aufklärung des Banküberfalls einen großen Schritt nähergekommen“, sagt der Leiter der Ermittlungsgruppe, Kriminalhauptkommissar Jörg Stuchlik vom Polizeikommissariat Rinteln. Ins Visier der Ermittler sei rasch ein schwarzer Audi 80 mit Hamelner Kennzeichen geraten. Dieses Auto war bereits einige Tage vor dem Überfall in Todenmann aufgefallen. „Offensichtlich wurde die Sparkasse von den Insassen des Wagens ausbaldowert“, sagt Stuchlik. Die Ermittlungen hätten sich fortan auf die Halterin sowie den Nutzer des Wagens konzentriert.

In der Wohnung des 54-Jährigen stellten die Ermittler eine Schreckschusswaffe, Perücken und einen größeren Geldbetrag sicher. „Bei der aufgefundenen Waffe handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die bei dem Banküberfall verwendete Pistole“, sagt der Hauptkommissar. Eine der Perücken sieht laut Stuchlik genauso aus, wie die, die der Räuber bei der Tat trug.

Vermummte Polizisten eines Spezial-Einsatzkommandos setzten am Kuckuck in Hameln auch einen Rammbock ein. Der mutmaßliche Verbrecher wird in Handschellen abgeführt und zum Haftrichter nach Rinteln gebracht.

Foto: pr/tol

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