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Von der Ausleihstelle zur Begegnungsstätte: Veränderte Lesegewohnheiten erfordern Umdenken

Mario Kart in der Bibliothek

HAMELN. Eine Bücherei in der es Konzerte, Theatervorstellungen, Vorträge und Bürgerversammlungen gibt, in der gespielt, gechillt und gelesen wird. Ist so etwas in Hameln vorstellbar? Bisher gibt es in Hameln keine konkreten Ambitionen, aber das Konzept der „Open Library“ schwappt langsam nach Deutschland.

veröffentlicht am 20.11.2018 um 15:57 Uhr
aktualisiert am 20.11.2018 um 20:50 Uhr

Bildschirm, Sofa, Spielkonsole: Diese Kombination ist neu in der Bibliothek. An seinem ersten Tag in der Bibliothek darf Stadtsekretär-Anwärter Peter Rohr gleich mal Mario Kart ausprobieren. foto: doro
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Bisher gibt es zwar keine konkreten Ambitionen, aber Eva-Maria Allert, Leiterin der Hamelner Bibliothek, erzählte den Mitgliedern des Ausschusses für Kultur, was sich bei anderen tut. Denn: Das Konzept der „Open Library“ schwappt nach Deutschland. Vorreiter sind Schweden und Dänemark. Dort ist das Konzept der „Offenen Bibliothek“, die auch außerhalb der personalbesetzten Öffnungszeiten oder sogar rund um die Uhr genutzt werden kann, verbreitet.

In Deutschland findet man dieses Konzept hier und da. Ein Beispiel sei Bielefeld. Doch kann eine Bibliothek ohne Personal funktionieren? Ja, erklärt Allert. Überwacht werde in dieser Zeit mit der Videokamera. Die Aus- und Rückgabe von Bücher erfolgt, wie zum Teil auch während der normalen Öffnungszeiten, automatisch. Die Dänen haben sich das Konzept der Offenen Bibliothek übrigens nicht ohne Grund ausgedacht: Die Kommunen wollen ihre Bibliotheken und bibliothekarischen Dienstleistungen auch mit beschränktem Budget bereitstellen.

Aber es geht nicht nur um Kostendruck, der grundsätzlich bei freiwilligen Leistungen thematisiert wird, sondern vielfach auch um veränderte Lesegewohnheiten, auf die die Bibliotheken reagieren. In Hameln vollzieht sich der Wandel von Ausleihstellen zur Begegnungsstätten in kleinen Schritten, aber er ist sichtbar: Die Zahl der Veranstaltungen wächst, es wird mehr Wert auf Gemütlichkeit gelegt und seit Neuestem gibt es sogar die Kombination Bildschirm, Sofa, Spielkonsole. Bisher können die Kids dort nur „Mario Kart“ starten, aber natürlich ist mehr möglich.

Ein weiterer Schritt ist die Anschaffung der sogenannten „Tonies“. Die bei Eltern und Kindern beliebten Hörspielboxen sind im Prinzip Lautsprecherboxen, die durch eine Spielfigur (zum Beispiel Benjamin Blümchen, Bibi Blocksberg) in Gang gesetzt wird. Man stellt einfach die Figur auf die Box und los geht es. Lautstärke und An- und Aus-Funktion sind über „Öhrchen“ leicht zu regeln. Die Box kostet normalerweise rund 80 Euro. Die Toniefiguren liegen bei 12 Euro, die Kreativ-Tonies bei 15 Euro.

Für Kinder zwischen und 10 Jahren wurden außerdem zehn Lizenzen für sogenannte digitale „Tiger-Books“ erworben. Die Geschichten der beliebtesten Kinderbuchhelden können nun über die onleihe der Bibliothek aufs Smartphone oder das Tablet geladen werden. Eine Gruppe gibt es, für die Eva-Maria Allert mehr tun möchte: die Jugendlichen. Neben Bilderbuchkino, Julius-Club und Veranstaltungen der Bibliotheksgesellschaft gebe es bei den Jugendlichen weitere Wünsche. „Wir haben schon viele Ideen, die sind allerdings noch nicht spruchreif“, sagt Allert.

Termin: Von Dienstag, 27. November bis Samstag, 1. Dezember, startet die Hörbuch-Lounge in der Stadtbücherei. Es gibt Kaffee, Tee und Gebäck sowie ausgewählte Hörbücher, die mit vorhandenen CD-Playern getestet werden. können. Der Eintritt ist kostenlos.



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