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Quilts sind das Hobby der 73-Jährigen

Maria Funke malt mit Stoffen

Klein Berkel (mod.) Punkte, Streifen, Blümchen: Maria Funke sammelt Stoffe mit unterschiedlichen Mustern. Daraus näht sie Quilts. Allein mit den vielen Decken, Wandbehängen und Tischläufern in ihrem Haus könnte sie eine ganze Ausstellung machen, sagt die 73-Jährige. „Es sieht schwieriger aus als es ist.“

veröffentlicht am 20.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 01:41 Uhr

Bunte Nähseide und Knöpfe in allen Farben und Formen sammelt Mar
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Wer eine gerade Naht nähen könne, dem gelinge auch ein Quilt, meint Funke. Die oberste Schicht eines Quilts besteht aus Patchwork, einem aus bunten Flicken zusammengesetzten Stoff. Auch die unterste Lage kann aus verschiedenen Stoffen genäht sein, meist ist sie aber aus einheitlichem Material. Dazwischen legt man ein wärmendes Vlies aus Schaumstoff oder Baumwolle. „Wenn ich diese drei Lagen durch Vorderstiche miteinander verbinde, nennt man das quilten“, erklärt die Hobbykünstlerin. Ursprünglich kommt die Technik aus Amerika, wo Siedlerfrauen in ihrer Not aus Stoffresten Decken gefertigt haben.

Wunderbare Muster mit Schablonen

Sie selbst quiltet alles mit der Hand, erklärt Funke, denn mit der Nähmaschine würden die Quilts flach. „So macht es natürlich Arbeit“, sagt sie augenzwinkernd. Sie quiltet jeden Abend beim Fernsehen, am liebsten, wenn Kommentare, Tier- oder Rosamunde-Pilcher-Filme laufen. Manchmal widmet sie sich zusätzlich vormittags dem Patchwork und nachmittags dem Nähen. Beim Quilten gibt es „wunderbare Muster“, schwärmt Funke. Mit Schablonen lassen sich zum Beispiel Ranken und Blätter formen. Traditionelle Muster sind sogenannte Römische Streifen und Bärentatzen. Ihre Motive zeichnet sie zum größten Teil selbst. „Zum Quilten muss man ein Farbgefühl mitbringen“, erklärt sie. Diese Fähigkeit liegt in der Familie – auch ihre Mutter konnte gut malen. „Man muss schon sehr genau arbeiten, denn Quilten ist wirklich eine Kunst“, sagt Funke. Gelernt hat sie das Nähen als Jugendliche bei ihrer Tante in Hameln. Nach der Ausbildung hat Funke in Düsseldorf als Schneiderin gearbeitet. „Dann habe ich mich verliebt und bin wieder nach Hameln gezogen“, verrät sie. Während sie ihre sechs Kinder großzog, habe sie keine Zeit zum Nähen gehabt. Als der Nachwuchs größer war, hat sie von 1981 bis 1994 in einer Änderungsschneiderei in Hameln gearbeitet.

In einem Kurs der Volkshochschule (VHS) begann sie 1992 mit Patchworken und lernte auch das Quilten. Bereits zwei Jahre später hat sie selbst Kurse bei der VHS in Patchwork gegeben. Zurzeit leitet Maria Funke noch zwei private Gruppen, in denen 16 Frauen aus Hameln und Umgebung diese speziellen Techniken lernen. „Wir treffen uns jeden Monat einmal zum Arbeiten und organisieren manchmal ein Patchwork-Wochenende“, erzählt Funke.

3 Bilder

„Eigentlich wollte ich ja ein bisschen kürzertreten, aber so drei bis vier Quilts werden es immer noch pro Jahr“, sagt sie. 2003, im Jahr der Bibel, hat sie ein Jahr lang eine Nähgruppe geleitet, die biblische Frauengestalten in Quilts für die Ausstellung „Lebensmuster“ gefertigt hat. „Das war eine tolle Arbeit mit den Frauen“, schwärmt Funke. Die Quilt-Kunstwerke sind so eindrucksvoll, dass sie als Wanderausstellung in verschiedenen Städten gezeigt werden, zurzeit in Flensburg.

Im Altenpflegeheim St. Monika in Hameln hängt außerdem im Eingangsbereich ein „Krawatten-Quilt“, der von Funke stammt. Sie hilft immer wieder beim Ausschmücken der Stationen und hängt, passend zur Jahreszeit, ihre Quilts aus. „Ich freue mich, wenn die Besucher stehenbleiben und meine Quilts bewundern“, sagt Funke.

„Patchworken ist Malen mit Stoff – diesen Satz sage ich immer meinen Schülerinnen“, erzählt Maria Funke und strahlt. Ihr Hobby ist „abwechslungsreich“ und macht „richtig Freude“, weil es kreativ sei und das Spiel mit Farben erlaube. Die große Familie der aktiven Rentnerin hat auch etwas von ihrer Nähkunst: Sie wird mit den bunten Werken immer wieder beschenkt.

Große (links) oder kleinere Werke (oben) entstehen oft beim Fernsehen. Der untere Quilt mit fliegenden Gänsen stellt Maria Funkes Familie mit ihren sechs Kindern dar.



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