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Wanderbare Welt

Manuel Andrack auf historischen Pfaden in der Sumpfblume

HAMELN. Ach, der nette Herr Andrack! Einst war er im Fernsehen der Gegenpart zum zynischen Harald Schmidt. Gebildet, aber volksnah – Fußballfan und Biertrinker. Gleichsam ein Klassensprecher des Late-Night-Publikums. Nach dem Ende der Schmidt-Show ging Manuel Andrack auf Wanderschaft – allein. Relativ allein blieb er dann auch am Donnerstagabend im Saal der Sumpfblume. Nur 16 Zuhörer lauschten seinen Wanderabenteuern.

veröffentlicht am 28.04.2017 um 16:35 Uhr

Manuel Andrack las Wanderabenteuer in der Sumpfblume. Foto: fh
Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Ach, der nette Herr Andrack! Einst war er im Fernsehen der Gegenpart zum zynischen Harald Schmidt. Gebildet, aber volksnah – Fußballfan und Biertrinker. Gleichsam ein Klassensprecher des Late-Night-Publikums. Nach dem Ende der Schmidt-Show ging Manuel Andrack auf Wanderschaft – allein. Relativ allein blieb er auch am Donnerstagabend im Saal der Sumpfblume. Nur 16 Zuhörer lauschen seinen Wanderabenteuern. Denn die Wanderschaft ist – wie hinlänglich bekannt – bei Andrack wörtlich zu nehmen.

In seinem Buch „Schritt für Schritt“ geht es nun zur Abwechslung nicht um Wanderungen durch deutsche Mittelgebirge, sondern um historische Strecken. So schleppt Andrack im ersten Text des Abends, kostümiert als römischer Legionär , Schild, Kettenhemd („riecht nach Maschinenöl“) und nur eine verbleibende Sandale über den Ausoniusweg zwischen Bingen und Tier. Kein Werk für die humoristische oder literarische Champions League, aber eine vergnügliche Erzählung – die kleine Publikumsschar spendet zufrieden Applaus.

In den übrigen Texten wandert Andrack in moderner Ausrüstung: Sei es im Wanderverein durch den Wald oder im Gegenverkehr auf dem Jakobsweg. Einen Höhepunkt liefert der Selbstversuch im Extremwandern zusammen mit Profi Thorsten Hoyer: 82 Kilometer am Stück durch den Westerwald. Ein gewanderter Parforceritt zwischen Euphorie und nächtlicher Erschöpfung, von Andrack munter erzählt. „Als er Island durchquerte, sah er in seiner zweiten Nacht sogar einen Troll“, berichtet Andrack über Hoyer. So weit kommt es im Westerwald nicht.

Zum Abschied gibt’s dann noch einen zotigen Wanderwitz. Nicht unbedingt etwas zum Weitererzählen und bestimmt kein Fall für den zynischen Herrn Schmid – aber für den netten Herrn Andrack.

Vor der Lesung ist Video-Reporter Jan-Philipp Hullmann eine kleine Runde mit Manuel Andrack gewandert - oder besser: spaziert.

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