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Schicker Schmuck – hübsch verpackt

Manu und Pica stellen neuen Produktionsstandort vor

HAMELN. „Made in Hameln“ – allzu viele Produkte, für die das gilt, gibt es nicht. Am Feuergraben aber sind seit gut einem halben Jahr gleich zwei Unternehmen tätig, die zumindest einen Teil ihrer Produkte dort fertigen.

veröffentlicht am 11.08.2017 um 14:24 Uhr
aktualisiert am 11.08.2017 um 20:20 Uhr

Die „Blackbox“ wird jetzt in Hameln gefertigt. Foto: Dana
Birte Hansen

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Birte Hansen Reporterin zur Autorenseite
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Wo seit 1958 die Verpackungsfirma Full angesiedelt war, sind es heute „Manu“ im zweiten Geschoss und darunter „Pica“, oben Schmuckmanufaktur, unten Verpackungen für Schmuck. Gestern haben Inhaber Johannes Weege und seine Frau Susanne Weege diesen Umzug, Einzug, die Vergrößerung, die Veränderung offiziell gefeiert.

Zentrales Stück der Produktion und einer der Hauptgründe für den Umzug von der Sandstraße in den Feuergraben: Eine CNC-Fräse. Zuvor hatte Susanne Weege die „Blackbox“, eine besondere Schmuckverpackung aus Holz mit Samt, in China fertigen lassen. „Hut ab vor den Chinesen“, sagt Marion Komarek, die für Pica arbeitet. Denn die PVC-Folie blasenfrei aufzubringen, hatte in der neuen Produktionsstätte längeres Experimentieren erfordert. Jetzt klappt’s – und Qualitätsmängel made in Asia gehören der Vergangenheit an. Ihretwegen wollte Susanne Weege nicht länger in China produzieren lassen. Jetzt also Hameln.

Für Pica begann alles einmal als One-Woman-Show. Rainer Steinkamp – bis 2007 Intendant des Theaters Hameln – blickt in seiner Rede auf die Anfänge der Unternehmen zurück. 19 Jahre alt war Susanne damals Zöckler, als sie „Pica“, Spanisch für scharf, gründete. Ihr Studienschwerpunkt war damals Papierdesign, der Rohstoff, aus dem noch heute viele der Verpackungen gemacht sind. Ihr späterer Mann übernahm 1998 die Geschäftsführung in der elf Jahre zuvor gegründeten Firma Manu. Gründerin Ilse Ebert hatt einst zu zweit begonnen, inzwischen war und ist eine „große Anzahl fester und freier Designer“ mit der Weiterentwicklung des Schmucks beschäftigt. Jährlich zwei Mal pro Jahr würden 60 neue Teile erdacht, erzählt Schmuckdesigner Ralf Werner.

Hell, modern, offen – auf zwei Ebenen arbeiten die Pica-Mitarbeiter an den Schmuckschatullen. Inhaberin Susanne Weege hat außerdem ein Kreativzimmer, in dem neue Ideen geboren werden. Foto: Dana
  • Hell, modern, offen – auf zwei Ebenen arbeiten die Pica-Mitarbeiter an den Schmuckschatullen. Inhaberin Susanne Weege hat außerdem ein Kreativzimmer, in dem neue Ideen geboren werden. Foto: Dana
Ein Entwurf für eine Kette – die grünen Punkte bedeuten, dass die Idee weiterentwickelt werden soll. Foto: Dana
  • Ein Entwurf für eine Kette – die grünen Punkte bedeuten, dass die Idee weiterentwickelt werden soll. Foto: Dana
Schmuck Designer Ralf Werner erklärt, welchen Weg von der Idee bis zum Kunden der Schmuck zurücklegt. Und was das Erkennungsmerkmal für „Manu-Schmuck“ ist: Silber, kombiniert mit 900er-Gold. Foto: Dana
  • Schmuck Designer Ralf Werner erklärt, welchen Weg von der Idee bis zum Kunden der Schmuck zurücklegt. Und was das Erkennungsmerkmal für „Manu-Schmuck“ ist: Silber, kombiniert mit 900er-Gold. Foto: Dana
Ein Blick auf die Arbeit der Goldschmiede. Hier wird ausprobiert, ob das, was sich die Designer ausgedacht haben, funktioniert. Foto: Dana
  • Ein Blick auf die Arbeit der Goldschmiede. Hier wird ausprobiert, ob das, was sich die Designer ausgedacht haben, funktioniert. Foto: Dana
Architekt Cord Möller-Ewerbeck erzählt, wie das Industriegebäude umgewandelt wurde. Foto: Dana
  • Architekt Cord Möller-Ewerbeck erzählt, wie das Industriegebäude umgewandelt wurde. Foto: Dana
Bei der genauen Ausrichtung der Schmuckschatullen für den Druck helfen eine Lego-Platte und Lego-Bausteine. Foto: Dana
  • Bei der genauen Ausrichtung der Schmuckschatullen für den Druck helfen eine Lego-Platte und Lego-Bausteine. Foto: Dana
Hell, modern, offen – auf zwei Ebenen arbeiten die Pica-Mitarbeiter an den Schmuckschatullen. Inhaberin Susanne Weege hat außerdem ein Kreativzimmer, in dem neue Ideen geboren werden. Foto: Dana
Ein Entwurf für eine Kette – die grünen Punkte bedeuten, dass die Idee weiterentwickelt werden soll. Foto: Dana
Schmuck Designer Ralf Werner erklärt, welchen Weg von der Idee bis zum Kunden der Schmuck zurücklegt. Und was das Erkennungsmerkmal für „Manu-Schmuck“ ist: Silber, kombiniert mit 900er-Gold. Foto: Dana
Ein Blick auf die Arbeit der Goldschmiede. Hier wird ausprobiert, ob das, was sich die Designer ausgedacht haben, funktioniert. Foto: Dana
Architekt Cord Möller-Ewerbeck erzählt, wie das Industriegebäude umgewandelt wurde. Foto: Dana
Bei der genauen Ausrichtung der Schmuckschatullen für den Druck helfen eine Lego-Platte und Lego-Bausteine. Foto: Dana

Cord Möller-Ewerbeck, Architekt und bester Freund von Johannes Weege, hat zusammen mit zahlreichen Handwerkern eine große Produktionsstätte in Stahlbetonskelettbauweise in helle, freie Arbeitsplätze und einsehbare Büros hinter hohen Scheiben in der Fassade umgewandelt. Wo vorher geschlossene Decke war, ist jetzt ein Loch, durch das eine offene Treppe in die erste Etage führt, der Industrieestrich wurde abgeschliffen, alte Flecken blieben, wo vorher massive Holzregale standen – stehen sie auch heute. Einiges von „Full“ ist geblieben; auch der Arbeitstitel für den Umbau, wie Möller-Everbeck erzählt: Full-House. „Das ist ein starkes Blatt“, sagt er und spielt damit an auf das starke Weege-Weege-Team, das heute bei Pica zehn feste Mitarbeiter beschäftigt, außerdem mehrere Mitarbeiter von der Paritätischen Lebenshilfe in Hameln, den Harz-Weser Werkstätten in Holminden und der Firma Ex und Job in Rinteln.

Beide Unternehmen erhielten Unterstützung vom Landkreis und der Stadt Hameln, außerdem EU-Fördermittel: Pica-Design 118 000 Euro, Manu mit 80 000 Euro.

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