weather-image
31°
×

"Manchmal diskutieren wir die ganze Pause über Politik"

veröffentlicht am 24.09.2009 um 13:21 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

Hameln (jhe). Wenn sie am Sonntag ins Wahllokal gehen, ihren Stimmzettel abholen und sich in die Wahlkabine setzen, werden 208 Hamelner zum ersten Mal das politische Geschehen mitbestimmen können. Weitere 2656 junge Hamelner konnten zwar schon bei der letzten Landtags- oder EU-Wahl ihre Stimme abgeben. Aber auch sie dürfen am 27. September erstmalig über die Zusammensetzung des Deutschen Bundestags mitentscheiden.

Zu dieser Gruppe der Erstwähler gehören auch Mara Keller und Jaryi Lippek. Die beiden Schüler des Viktoria-Luise-Gymnasiums entsprechen keineswegs dem Klischee der politikverdrossenen Jugend. „Bei uns im Jahrgang ist das Interesse an Politik überraschend groß“, sagt Mara. „Manchmal diskutieren wir die ganze Pause über Politik und welche Partei wir wählen wollen.“

Und welche politischen Inhalte sind den beiden 13.-Klässlern wichtig? Ganz klar: Bildung – ein Thema, das Mara und Jaryi im Wahlkampf allerdings zu kurz kommt. „Ich bin sehr gegen die Reform für das Turbo-Abitur“, sagt Mara. Sie ist sich sicher, dass der permanente Druck die Schüler auf Dauer krank mache. „Ich finde es unfair, dass es immer schwieriger wird, durchzukommen“, sagt die 18-Jährige.
 Jaryi ist unzufrieden darüber, dass er sein Wunsch-Prüfungsfach Erdkunde nicht belegen konnte, da der Kurs nicht angeboten wurde. „Das hängt mit dem Lehrermangel zusammen“, sagt der 18-Jährige. Und noch etwas läuft nach Meinung des Schülers falsch im Schulsystem: „Es ist traurig, dass Bildung so stark vom Einkommen der Eltern abhängig ist.“ Das müsse sich ändern.

Welche Partei Mara und Jaryi wählen werden, wollen sie nicht verraten. Nur so viel: ihre Erststimme geben beide einem Kandidaten, „mit einer kompetenten Ausstrahlung und Führungsstärke“. Bei der Zweitstimme orientieren sie sich an den Themen der Parteien.
 Ob sich die beiden Schüler vorstellen können, selbst einmal politisch aktiv zu werden? „Eher nicht“, ist die einhellige Meinung. Da liegen die Interessen doch eher in anderen Bereichen. Aber beiden ist es wichtig, sich überhaupt für Politik zu interessieren und laut Jaryi „nicht Nicht-Wähler zu sein“.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige