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Dewezet-Leser erleben Sommerabenteuer bei der Polizei / Hunde, Motorräder und ein spezielles „Hotel“ kennengelernt

Manches kennen die Besucher schon aus dem Tatort

Hameln (ww). Haben Sie gewusst, dass auch Hunde in Pension gehen können? Die neun Diensthunde der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden können es. Nach fünf bis sieben Jahren im Einsatz scheiden die Tiere aus dem Dienst – zuvor allerdings zeigten sie gestern einmal, warum sie als Spezialisten auf den Gebieten der Brandmittel-, Sprengstoff- und Munitionswitterung sind.

veröffentlicht am 29.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 16:41 Uhr

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Polizeioberkommissar Jörn Schedlitzki führte gestern zehn glückliche Dewezet-Leser durch die Hamelner Polizeiwache und die Kooperative Regionalleitstelle Weserbergland. Los ging die Reise hinter die Kulissen der Freunde und Helfer beim Training der Diensthundeführergruppe. Heutzutage werden bei der Polizei übrigens kaum noch Deutsche Schäferhunde à la „Kommissar Rex“ eingesetzt, sondern die schnelleren und auch gelenkigeren Malinois, Holländische Herder und Belgische Schäferhunde. Hier erfuhren die kleinen und großen Sommerabenteurer, dass auch die Hunde bei der Polizei Schichtdienst haben, dass die Tiere sowohl das Training als auch die richtigen Einsätze in Brandruinen, auf Demonstrationen oder bei Gerichtsverhandlungen als Spiel wahrnehmen und als Diensthunde der Polizeidirektion Göttingen auch schon mal in Stade, Lüchow oder in Schleswig-Holstein eingesetzt werden.

Anschließend ging es weiter zur Kriminaltechnik, wo Kriminaloberkommissar Michael Soltau für die Zeitungsgäste seinen Spurensicherungs-Koffer öffnete, den er bei jedem Einsatz dabei hat und den auch der aufmerksame „Tatort“-Zuschauer kennen dürfte. Darin befinden sich neben einer Kamera, Objektiven und Taschenlampen unterschiedlicher Größe vor allem Pinsel und unterschiedliche Pulver zum Sichern von Fingerabdrücken am Tatort. „Wichtig ist aber vor allem, dass wir keine eigene DNA am Tatort hinterlassen“, erklärte Soltau – daher arbeiten der Kommissar und seine Kollegen häufig in Overall und tragen Mundschutz, Handschuhe und Schuhüberzieher. „Je nach Größe des Tatortes verbringt man dann schon mal acht bis zehn Stunden in diesem Schutzanzug – da kommt man ganz schön ins Schwitzen“, sagte Soltau.

Nach einem kurzen Abstecher über den Parkplatz, wo der fünfjährige Jonathan aus Coppenbrügge den Fuhrpark inspizieren und sogar einmal auf einem Polizei-Motorrad probesitzen durfte, besichtigten die Sommerabenteurer das „Polizeihotel“, wie Oberkommissar Schedlitzki den Zellentrakt im Keller der Hamelner Wache mit einem Augenzwinkern bezeichnete. 70 Euro kostet eine Nacht in der Ausnüchterungszelle übrigens „ohne Frühstück“, und am Wochenende kann es schon mal vorkommen, dass alle vier Zellen belegt sind.

Nach rund eineinhalb Stunden durften die zehn Teilnehmer es sich schließlich in zwei Polizeiwagen bequem machen und sich zu „Niedersachsens modernstem Arbeitsplatz“ chauffieren lassen, der Kooperativen Regionalleitstelle Weserbergland (KRL) am Hamelner Hafen. „Grundsätzlich laufen sämtliche Notrufe, die in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden, auf einer Fläche von 1500 Quadratkilometern also, getätigt werden, hier zusammen“, erklärte der leitende Beamte Helge Knopf. Bevor die Leitstelle im April 2008 fertiggestellt wurde und als deutschlandweit erste dieser Art ihre Arbeit aufnahm, hatten Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei jeweils eigene Einrichtungen. „Nun werden die Einsätze unter einem Dach koordiniert“, berichtete Knopf. Rund 3000 Notrufe gehen hier jeden Monat ein, vor allem Freitag- und Samstagnacht klingelt hier pausenlos das Telefon – und eine Direktleitung zum Atomkraftwerk Grohnde gibt es hier auch, die einmal täglich auf ihre Funktionstüchtigkeit hin kontrolliert wird. Für die Zukunft ist zudem eine Ausweitung auf die Landkreise Schaumburg und Nienburg geplant, zunächst soll hier allerdings lediglich die Polizeileitstelle der beiden Landkreise eingerichtet werden.

Das Resümee der Sommerabenteurer: „Ein toller Blick hinter die Kulissen, den man nicht jeden Tag bekommt.“

Polizeiarbeit zum Staunen und Anfassen: Für den fünfjährigen Jonathan ging beim Dewezet-Sommerabenteuer auf der Hamelner Wache ein kleiner Traum in Erfüllung – er durfte auf einem Dienst-Motorrad probesitzen.

Foto: ww



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