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Hamelner Hotels oft zu klein / HMT-Chef sieht auch im Bereich Wellness noch viel Luft nach oben

Manche Tagung geht der Stadt verloren

Hameln. Manchmal wird es eng in Hameln – zu eng. Zum Beispiel dann, wenn Veranstalter nicht nur einen Tagungsort, sondern auch die passenden Übernachtungsmöglichkeiten für ihre Teilnehmer suchen. Dann wird es mitunter schwierig, weiß Harald Wanger, Geschäftsführer der Hameln Marketing und Tourismus GmbH. „Vier- bis fünfmal im Jahr“, schätzt der HMT-Chef, geht der Rattenfängerstadt auf diese Weise eine Großveranstaltung durch die Lappen. Für die Stadt ein Ärgernis. Denn jede Tagung bedeute Einnahmen – durch Raummiete, Übernachtungen, Gastronomie, Einkäufe und zudem „Wiederholer“, wie Wanger sagt. Tagungsgäste, die – einmal auf den Hameln-Geschmack gekommen – als private Touristen wiederkommen.

veröffentlicht am 17.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 22:21 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Über zusätzliche Gäste würden sich die Hamelner Hotels sicherlich freuen: „Die Übernachtungszahlen stagnieren“, sagt Gabriele Güse, Bezirksvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga. „In manchen Häusern gehen sie zurück.“

Im Hinblick auf größere Tagungen sei nicht unbedingt die Anzahl an freien Betten in Hameln das Problem, sondern vor allem die Größe der Hotels, erklärt Wanger: „Vielleicht ist jemand bereit, seine Gäste auf zwei Häuser zu verteilen, aber auf fünf – das ist dann schon Geschmackssache.“ 70 Betten hat das durchschnittliche niedersächsische Stadthotel zu bieten – der Hamelner Schnitt liegt gerade mal bei 47.

„Das ist bei der Akquise von Veranstaltungen schon ein Nachteil“, sagt der HMT-Chef. Er spekuliert nun jedoch nicht auf den aus dem Nichts auftauchenden Investor, der kurzerhand ein Großhotel in die Hamelner Stadtlandschaft stellt. Wanger hofft viel mehr, dass bestehende Hotels „flottgemacht werden und erweitern“. Schließlich gebe es einige „hervorragend geführte“ Betriebe in der Stadt. Momentan aber erschwere zusätzlich noch der anstehende Verkauf zweier Häuser die langfristige Vermarktung. Mit über 200 der 2400 Hamelner Betten (Pensionen und Campingplatz eingeschlossen) sei deshalb derzeit keine Planung möglich.

Doch nicht nur mit Blick auf Großveranstaltungen sieht der HMT-Geschäftsführer in der Hotellandschaft noch Luft nach oben. Ein Wellnessangebot im Stadtbereich „wäre toll“, sagt Wanger. Denn: „Mit einer Sauna ist es nicht getan.“ Schwimmbad, Sauna, Massagen und Anwendungen – solche Verwöhnpakete sucht der potenzielle Hameln-Tourist innerhalb der Stadtgrenzen bisher vergeblich.

„Spezialisierung“ ist für Wanger generell ein Schlüssel zum langfristigen Erfolg – sonst drohe die Austauschbarkeit. Ein Bereich, in dem Hameln am Markt punkten könne, sei die Barrierefreiheit. „Damit beschäftigen wir uns seit zehn Jahren“, sagt der HMT-Chef. Und dennoch: Ein einziges Hotel der Stadt bietet derzeit ein offiziell barrierefreies Zimmer an (wir berichteten). Allerdings, schränkt Wanger ein, gebe es hier nicht nur schwarz und weiß. Will sagen: Nicht nur die normgerechte offizielle Barrierefreiheit hilft weiter.

Generell lasse sich mit weniger Hindernissen für Senioren, Familien mit kleinen Kindern und Menschen mit Behinderung punkten. Ein entsprechender Umbau, so ist Wanger überzeugt, könnte sich für die Hotels durchaus rechnen: Das Marktvolumen – Stichwort demografischer Wandel – wachse. Diese Zielgruppe mache besonders gerne Urlaub in Deutschland und das auch außerhalb der Hauptsaison.

Auch mit allergikergeeigneten Mahlzeiten und Zimmereinrichtungen könnten die Hamelner Hoteliers punkten, regt der HMT-Geschäftsführer an. So etwas sollte – wie die Barrierefreiheit – bei Umbauten bedacht werden.

Die Dehoga-Vorsitzende Güse, Chefin des Hotels Stadt Hameln, klingt zurückhaltender. In historischer Bausubstanz sei in Sachen Barrierefreiheit eben „nicht alles möglich“, sagt sie. Eine Einschränkung, die auch Wanger sieht.

„Wir ermutigen zu Veränderungen“, sagt die Dehoga-Chefin, „aber man muss damit auch Geld verdienen können.“ An fünf bis zehn Tagen im Jahr sei die Kapazität der Hamelner Hotels erschöpft, sagt Güse. Aber es gäbe eben auch noch den Rest des Jahres.



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