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Major General Caplin: „Briten bleiben vorerst in Hameln“

veröffentlicht am 14.04.2010 um 11:25 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

kaserne

Hameln (rom). Die Soldaten der britischen Armee werden nach den Worten ihres Oberbefehlshabers vorerst nicht aus Hameln abziehen. Das geht aus einem Brief hervor, den Major General Nick Caplin an Landesinnenminister Uwe Schünemann (CDU) geschrieben hat. In dem Brief, der der Dewezet vorliegt, schreibt Caplin, „dass die britischen Streitkräfte noch für einige Zeit“ auch in Hameln stationiert bleiben.
 Der Brief des Major Generals bezieht sich auf ein vorhergehendes Treffen mit Schünemann. Bei dieser Gelegenheit hatte Caplin dem Innenminister mitgeteilt, dass das Hauptquartier der britischen Streitkräfte in Mönchengladbach „nach jetziger Planung im Jahre 2014“ geschlossen werde. Dadurch könne die Armee ihre „Truppen besser auf die drei übrigen Garnisonen in Bergen-Hohne, Paderborn und Gütersloh verteilen“. Der Standort Hameln gehört zu der Garnison Paderborn. In der Linsingen-Kaserne in Hameln ist das 28. Pionierbataillon mit rund 1000 Soldaten stationiert. Hinzu kommen rund 500 Familienangehörige.
 Für Aufregung hatte eine Ankündigung der britischen Konservativen gesorgt (wir berichteten). In einem Zeitungsartikel hatte Dr. Liam Fox, verteidigungspolitischer Sprecher der Tories und designierter Verteidigungsminister im Schattenkabinett des Spitzenkandidaten David Cameron, gesagt, dass bei einem Wahlsieg seiner Partei am 6. Mai die Zukunft der britischen Streitkräfte in Deutschland zur Disposition stehe – und damit auch der Standort Hameln. Wahlbeobachter gehen von einem Sieg der konservativen Tories über die Labour-Partei von Premierminister Gordon Brown aus.
 In Bezug darauf schreibt Major General Caplin in seinem Brief an Schünemann weiter: „Obwohl ich noch nicht weiß, welche weiteren Entscheidungen sich aus den bevorstehenden Parlamentswahlen (…) ergeben werden, hat es den Anschein, dass die britischen Streitkräfte noch für einige Zeit in unseren drei verbleibenden Garnisonen stationiert sein werden.“
 Auch David McAllister, Vorsitzender der niedersächsischen CDU, hält seinen Worten nach einen raschen Abzug der britischen Streitkräfte aus Hameln für unwahrscheinlich. Der Grund: Ein Abzug kostet Geld. Nach ersten Schätzungen von Experten könnte eine Verlegung der Truppen bis zu 5,5 Milliarden Euro kosten. Zu viel Geld, meint McAllister. Denn die Haushaltslage in Großbritannien sei angespannter als die in Deutschland, so der CDU-Landeschef weiter. Auch gebe es die für eine Truppenverlegung erforderliche Infrastruktur noch nicht. Ein weiteres Argument, das McAllister gegen einen Truppenabzug ins Feld führt: „In ganz Großbritannien gibt es keinen so großen Truppenübungsplatz für Panzer wie den in Bergen-Hohne.“
 McAllister hatte sich kurz nach Bekanntwerden der Pläne der britischen Konservativen bereits in einem Brief an David Cameron gewandt und deutlich gemacht, dass die britischen Streitkräfte in Niedersachsen willkommen seien. In seiner Antwort hatte Cameron versichert, ihn über die Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

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