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Buntes Treiben beim Mittelalter-Spektakel: Auch heute und morgen wird viel geboten

Märchen, Mythen, Ritterspiele

Hameln. „Ich bin ein Reisender durch die Zeit“, sagt Harry Rischar. Sein Kostüm verrät schon, dass er aus einem anderen Jahrhundert kommt. Vor 200 Jahren hat man so etwas getragen. Genauso alt ist auch die Figur, in die Rischar schlüpft. Die eigentlich schon seit 150 Jahren tot ist, aber seit gestern in Hameln wieder höchst lebendig. Und sehr präsent. Jacob Grimm, einer der beiden Märchenbrüder, hat bei „Mystica Hamelon“ seinen großen Auftritt – mal mit, mal ohne Bettine von Arnim (Regina Sommer), aber immer voller erzählerischer Kraft. Gestenreich, mit expressiver Mimik und modulationsreicher Stimme, trägt der Schauspieler Harry Rischar Märchen vor, reißt sie an, spielt mit ihnen, führt sie manchmal auch gar nicht erst zu Ende: Muss er auch nicht. Man kennt die Geschichten. „Rapunzel“? Klar, das geht gut aus. Aber wer weiß schon, wie die Brüder Grimm an diese märchenhafte Schöne mit den langen, blonden Haaren geraten sind?

veröffentlicht am 02.03.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 12:41 Uhr

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Autor:

Karin Rohr
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Auf spannende und informative Weise flechten Regina Sommer und Harry Rischar bei ihren Auftritten im Münster immer wieder biografische Details und zeitgenössische Hintergründe in ihre Geschichten ein. So erfährt das Publikum, wie aus einer italienischen Aschenkatze „Aschenputtel“ wird oder aus Petrosinella „Rapunzel“, warum Jacob Grimms Jura-Studium völlig sinnlos war und was Napoleon damit zu tun hatte; oder es staunt darüber, dass der „Bestseller“ von einst, die erste Ausgabe der Grimm’schen Kinder- und Hausmärchen vor 200 Jahren, heute mit 25 000 Euro gehandelt wird.

Die Grimms. Sie bilden im Jubiläumsjahr auch bei „Mystica Hamelon“ einen thematischen Schwerpunkt, aber beileibe nicht den einzigen. Schon zur Eröffnung gibt es einen Vorgeschmack auf die Unterhaltungsvielfalt des Mittelalter-Spektakels, das sich in diesem Jahr mit seinen Ständen, Wagen und Zelten nicht nur rund um die Marktkirche zieht, sondern auch die ganze Osterstraße herunter und entlang der Bäckerstraße bis zum Münsterkirchhof, wo Piratendorf und Lichtergarten locken. Auf der Hochzeitshaus-Terrasse vereinigten sich gestern zum Auftakt die Umzüge aus Oster- und Bäckerstraße unter den lautstarken Klängen von Trommeln, Sackpfeifen, Fideln und Schalmeien, hier hauen sich Piraten mal eben die Säbel um die Ohren, machen sich Ritter gegenseitig platt und zeigen Edelleute ihre Fechtkünste.

Gar nicht so einfach, das Publikum in der nasskalten Witterung aufzutauen. Die Gaukler von Max Gaudio geben sich mit ihren Späßen alle Mühe und haben bald tatsächlich die Lacher auf ihrer Seite: „Wollt Ihr ein Gedicht?“ – „Ja, bitte!“ Und die Spaßvögel legen los: Bei wenig frühlingshaften Temperaturen mit einem Gedicht auf die kalte Jahreszeit: „Winter.“ Kurze Kunstpause – und: „Blätter am Baum – kaum.“ Applaus und Gejohle. Na also, es geht doch, selbst wenn ein eisiger Wind pfeift. Aber Stände, an denen man sich mit wolligen Waren, Fellen, Socken und Mützen eindecken kann, gibt es genug. Überhaupt ist das Marktangebot dieses „Mystica Hamelon“ besonders vielfältig und hochwertig. Und dann gibt’s da auch noch schnatternde Gänse, Wollschweine, Hühner und ein Schaf mit Lämmchen – sie ziehen alle Blicke auf sich und machen so manchen Rittersmann Konkurrenz.

3 Bilder
Zu den Tieren, die man auf dem Mittelalter-Markt bewundern kann, gehören auch diese Wollschweine. Wal

Bildergalerie im Internet unter dewezet.de

Mit Trommeln und Sackpfeifen machen sich die Musiker für ihren Marsch durch die Stadt klar: Heute und morgen beginnen die Umzüge um 11.30 Uhr. Wal

Ein sprudelnder Quell aus Erzählkunst und Wissen: Harry Rischar schlüpft bei „Mystica Hamelon“ in die Rolle von Jacob Grimm. Auch heute spielen die Grimms wieder eine Rolle.Dana



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