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Vor einiger Zeit war die Osterstraße das „Sorgenkind“ – nun fallen Ritter- und Baustraße durch leere Läden auf

Macht der Leerstand Sorgen?

HAMELN. Nach 33 Jahren schließt das Damenmodengeschäft „La Femme“ in der Osterstraße. Damit setzt sich gefühlte Trend in der Altstadt fort. Von vielen Seiten wurde mit dem Finger auf die 2008 eröffnete Stadtgalerie gezeigt – doch wie gravierend ist der Leerstand in Hameln wirklich und welche Gründe kann er haben?

veröffentlicht am 14.09.2016 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.01.2017 um 11:51 Uhr

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Autor:

von Diana Koschorreck
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Die Schließung von „La Femme“ resultiert weder aus Kundenmangel noch aus der Anziehungskraft der Stadtgalerie. Das Inhaber-Ehepaar Inge und Heinz Schäfer seien schlicht und ergreifend „mittlerweile im rentenfähigen Alter“, sagt Inge Schäfer. „Wir wollen nun so langsam in den Ruhestand gehen.“ Dass es vor allem kleinere Geschäfte in der Innenstadt oft schwer haben, sieht sie allerdings als bundesweiten Trend. Es sei kein Hamelner Problem. Die Leute würden „einfach anders ticken“ und Vieles von vorneherein im Internet kaufen. Dennoch gibt Inge Schäfer auch zu, dass gerade im Winter und bei schlechtem Wetter die Kunden in Hameln eher in die Stadtgalerie gingen und auch dort blieben.

Nach Einschätzung von Stadtmanager Dennis Andres steht Hamelns Altstadt leerstandstechnisch aber dennoch sehr gut da. „Gerade Städte in unserer Größe haben sonst oft massive Probleme“, sagt er. Nach der letzten Erhebung von 2014 stehen 4,6 Prozent der 50 869 Quadratmeter großen Verkaufsfläche in der Altstadt – inklusive Stadtgalerie – leer. Eine aktuellere Statistik sei gerade in Arbeit, aber Andres schätzt die Situation im Moment ähnlich ein. Er sagt: „Das ist ein hervorragender Wert. Und ein bisschen Leerstand braucht es ja auch, um neuen Mietern etwas anbieten zu können.“ Den gab es in der Osterstraße vor einiger Zeit noch im Überfluss. Eine der Haupteinkaufsstraßen der Hamelner Altstadt wurde zum bildlich gesprochenen „Sorgenkind“ des Stadtmanagers. Doch diese Situation habe sich mittlerweile komplett gewandelt und gerade die „Oster- und die Emmernstraße haben sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt“, so Andres. Aktuell fänden sich Leerstände in der Bäckerstraße, aber vor allem in der Ritter- und der Baustraße. Dennoch gäbe es im Gesamtbild keinen Grund zur Sorge.

Auch in der Stadtgalerie ist man mit dem Leerstand zufrieden. Auf 19 000 Quadratmetern Verkaufsfläche stünden derzeit lediglich 500 Quadratmeter – 2,5 Prozent – leer, sagt Center-Managerin Susanne Schubert. Dieser Wert liege „im branchenüblichen Verhältnis“. Gründe für leerstehende Geschäfte gibt es viele – und sie müssen nicht unbedingt mit dem Standort Hameln zusammenhängen. „Auf deutschlandweite Gesamtinsolvenzen wie zum Beispiel die unserer ehemaligen Mieter Weltbild oder Marc Picard haben wir keinen Einfluss“, sagt Schubert. Auch Stadtmanager Andres kann einige Gründe aufzählen, die zu leeren Geschäften in der Innenstadt führen können. Darunter sind zum Beispiel nicht marktgerechte Mieten, Mietverträge, die noch laufen, obwohl kein Geschäft mehr vor Ort ist, oder ein mangelhafter baulicher Zustand des Mietobjekts. „Es gibt einige dauerhafte Leerstände – selbst in den Haupteinkaufsstraßen. Die Gründe dafür sind manigfaltig“, bestätigt Andres. Dennoch hat er ein Rezept für die Behauptung am Markt: „Kundenbindung und Aufenthaltsqualität sind wichtig. Für Erstere sind die Läden selbst zuständig. Zu Letzterem kann die Stadt sicherlich auch etwas beitragen“, sagt Andres. „Und wenn dieses Zusammenspiel funktioniert, dann stehen die Chancen gut, dass ein Geschäft sich in Hameln lange halten kann.“ Immerhin einen Grund für Geschäftsaufgaben kann Andres im Falle von Hameln definitiv ausschließen: Fehlende Frequenz. Die gäbe es in Hameln als Touristenstadt eher nicht.

Um eventuelle zukünftige Interessenten für leerstehende Ladenräume besser beraten zu können, planen die Stadt und die Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) momentan ein lasergestütztes Zählsystem. So sollen die Menschenmassen in den Hamelner Einkaufsstraßen in Zukunft mit belastbareren Zahlen als bisher beziffert werden können.



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