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Es drohen nach wie vor Fahrverbote / Potsdam mit Fahrspur-Rückbau erfolgreich

Luftbelastung in vielen Städten weiterhin zu hoch

BERLIN/HANNOVER/HAMELN. Die Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase ist im vergangenen Jahr in vielen deutschen Städten etwas zurückgegangen, dennoch drohen weiterhin Fahrverbote. Denn noch immer wurde der EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid in 70 Kommunen überschritten; im Jahr zuvor waren es 90 Städte gewesen. Hameln lag zuletzt mit 43 Mikrogramm Stickstoffoxid über dem Grenzwert von 40.

veröffentlicht am 02.02.2018 um 09:26 Uhr

Foto: Dana

Autor:

Christian Wölbert und Marc Fisser

Dies zeigen Messwerte, die das Umweltbundesamt (UBA) am Donnerstag veröffentlicht hat. „Die Entwicklung geht in die richtige Richtung“, kommentierte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. „Wir sind aber noch längst nicht am Ziel.“

In Hannover sank der Jahresmittelwert an Stickstoffdioxid an der kritischen Göttinger Straße von 48 auf 44 Mikrogramm; der Grenzwert beträgt 40 Mikrogramm. Die neuen Ergebnisse von Sensoren an der Friedrich-Ebert-Straße (2016: 55 Mikogramm) stehen noch aus. Auch für Hildesheim (2016: 44 Mikrogramm) und Hameln (43) liegen noch keine neuen Werte vor. Die bundesweit höchsten Belastungen von mehr als 70 Mikrogramm wurden in München und Stuttgart gemessen.

Der leichte Rückgang bei den Schadstoffen ist laut Umweltbundesamt auf Tempolimits und Straßenverengungen zurückzuführen. Hamelns Stadtrat hat hingegen für die zu stark belastete Deisterstraße (Bundesstraße 1) ein Modellprojekt mit Tempo 30 abgelehnt; jüngere Überlegungen zu einer Verengung von zwei auf drei Fahrspuren – mit flankierenden Maßnahmen zur Förderung des Verkehrsflusses sowie des Umstiegs aufs Fahrrad und in die Busse – stoßen in Teilen der Bevölkerung auf Unverständnis. Das war bei der B 1 in Potsdam ähnlich gewesen, dennoch wurde dort ein entsprechender Versuch gestartet – mit Erfolg: Zu den von Kritikern prognostizierten Staus kam es nur in der Anfangszeit, hingegen ist Potsdam bei der Schadstoffbelastung nun aus dem Schneider. Denn die Messwerte sanken von 43 Mikrogramm – dem Hamelner Niveau – auf 34, berichtet das UBA. In Marburg ging die Belastung im Zentrum innerhalb eines Jahres von 47 auf 36 Mikrogramm zurück – offenbar durch die Einführung der Umweltzone, in der „Stinker“ verboten sind. Die hessische Universitätsstadt gehört somit zu den zehn Kommunen in Deutschland, deren Luftreinhaltepläne ausreichend gegriffen haben, bei bis zu 15 weiteren ist es laut UBA wahrscheinlich.

Nach Beobachtung der Umweltbehörde macht sich inzwischen allgemein auch bemerkbar, dass sich mehr Autokäufer gegen einen Diesel entscheiden. Die Software-Updates bei Fahrzeugen und die Umtauschprämien der Autohersteller wirken erst seit Ende 2017. Sie könnten die Belastung aber nur um bis zu 5 Mikrogramm senken, heißt es. Notwendig sei ein nachträglicher Einbau von SCR-Katalysatoren, sagt Krautzberger. Die Autokonzerne lehnen solche Nachrüstungen ab. Das niedersächsische Wirtschaftsministerium plädiert für eine andere Maßnahme: Wer einen Diesel mit der Norm Euro 5 oder älter abgibt und ein Dieselmodell mit Euro-6d-Zulassung erwirbt, soll 2000 Euro Prämie erhalten; der Bund und die Autobauer sollten diese Kosten je zur Hälfte tragen.



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