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Weihnachtsbriefe für „Winter“ falsch adressiert / Richtiger Empfänger übers soziale Netzwerk gefunden

Lost in der Post, found bei Facebook

HAMELN. Facebook zu verteufeln, ist leicht: Zu viele grimmige Menschen lassen mit noch grimmigeren Kommentaren tief blicken. Manchmal aber verhilft das soziale Netzwerk auch zu Glücksmomenten, zum Beispiel, wenn ein entlaufenes Tier wieder gefunden wird. Oder wenn, wie bei Dana Winter, vermisste Weihnachtspost doch noch ankommt.

veröffentlicht am 04.01.2019 um 12:31 Uhr
aktualisiert am 04.01.2019 um 18:30 Uhr

Post aus Schottland für Dana Winter, ihren Mann, ihre Mutter für Bruder und Sohn – nur leider ging das Brief-Päckchen an eine andere Familie Winter. Foto: Sabine Winter
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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„Ich hatte mich schon gewundert, wo sie bleibt“, erzählt Dana Winter am Telefon, denn: Jedes Jahr schickt ihre Stieftante Weihnachtspost, gebündelt, aus Schottland. Am 14. Dezember habe die Tante ihr auch bereits erzählt, dass „sie die Post am Samstag vorher abgeschickt hat“. Doch dann kam nichts. Und eine Woche danach auch nicht, zumindest nicht nach Lauenstein zu „Winter“. Wohl aber zu „Winter“ in Hameln.

„Wir haben Weihnachtspost bekommen, die nicht für uns bestimmt ist… ich habe gegoogelt und nichts gefunden… die Adresse gibt es nicht und unter dem Namen Winter habe ich auch keine ähnliche Adresse gefunden. Evtl. für einen Kindergarten?? Kennt jemand in Hameln die Namen auf den Umschlägen?? Würde es schade finden, wenn die Umschläge nicht bei den Empfängern ankommen“, schreibt Sabine Winter am 1. Januar und veröffentlicht dazu ein Foto. Darauf zu sehen sind fünf Briefumschläge mit Namen versehen und eine Plastik-Tüte – eine „Mailbag“ –, in der die Briefe gebündelt versendet worden waren. Auch „Dana“ steht auf einem der Briefe. Sie selbst hat diesen Beitrag zunächst gar nicht gesehen, doch Freunde haben ihren Namen als Kommentar daruntergesetzt, sodass sie über Facebook benachrichtigt wurde. „Dana Winter – ist das für euch?“, fragt eine, und siehe da: Ja.

Dana Winter – ist das für euch?

Frage einer Nutzerin bei Facebook

„Gestern habe ich die Post abgeholt“, erzählt Dana Winter am Donnerstag. Eine Erklärung dafür, wie es zu dem Post-Wirrwarr kommen konnte, hat sie auch. Die Tante habe zwar die richtige Straße ihrer Nichte ins Adressfeld geschrieben, aber nicht den richtigen Wohnort, nämlich Lauenstein. Stattdessen hat sie Hameln angegeben, wo Dana Winters Mutter lebt. Ausgeliefert wurde die Weihnachtspost letztlich an einen Straßennamen, der zumindest, aber auch nur, eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Original hat.

Dana Winter
  • Dana Winter

Mr + Mrs S. Winter stand auf dem Umschlag – er hätte also auch für Sabine Winter bestimmt sein können. Als sie feststellt, dass sie nicht gemeint sein kann, macht sich Sabine Winter auf die Suche nach dem richtigen Empfänger – erst googelt sie diverse Adressen im Internet, dann gibt sie die Straße ins Navi ihres Autos ein. Nichts. Als nächstes veröffentlicht sie das Foto samt Text auf ihrer eigenen Facebook-Seite. „Da kam nicht viel Resonanz“, erzählt sie. Dann hat sie das Gleiche in die Gruppe „Wenn du in Hameln aufgewachsen bist, …“ gestellt. Aus dieser Gruppe, in der sich gebürtige und zugezogene Hamelner tummeln und austauschen, war sie schon einmal ausgetreten, erzählt sie, weil es dort nicht immer freundlich zugeht und sie sich zu oft über Beiträge geärgert habe. Gerade einmal eine Stunde dauerte es dann, bis Dana Winter „gefunden“ war. Und so „ist diese Gruppe ja auch mal hilfreich ohne Google“, schreibt Sabine Winter zum Abschluss der erfolgreichen Suche. Und auch ganz ohne blöde Kommentare.

Dana Winter hat ihrer Tante in Schottland übrigens auch zu Weihnachten geschrieben: Die Post kam pünktlich und auf direktem Wege an. Die Verbindung nach Schottland kam durch ihren Stiefvater zustande, der in den 80er Jahren in Hameln bei der britischen Armee stationiert war und hier ihre Mutter kennengelernt habe, erzählt Dana Winter. Dreimal sei sie selbst auch schon in dessen Heimat Dundee gewesen. Den Kontakt zu seiner Schwester, ihrer Stieftante, hält sie – und „seit es Facebook gibt“ intensiver als vorher.



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