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Kasseler Architekturbüro erhält Zuschlag / Fertigstellung für die erste Jahreshälfte 2015 geplant

Los entscheidet: Das wird die Halle Nord

Hameln. Die Zukunft der Sporthalle Nord nimmt neue Formen an: Wie der Hamelner Fachbereichsleiter Planen und Bauen, Volker Mohr, den Mitgliedern des Ausschusses für Kindertagesstätten, Schulen und Sport jetzt mitteilte, hat die Stadt den Bauauftrag an ein neues Architekturbüro vergeben. Den Zuschlag bekamen die Kasseler „Baufrösche“.

veröffentlicht am 16.08.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 14:00 Uhr

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Wiebke Kanz

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Wiebke  Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite
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Die „raum 3 Architekten“ aus Nürnberg, die aus dem Wettbewerb im Februar als Sieger hervorgegangen waren, hatten ihren Entwurf im Mai überraschend zurückgezogen. Zwischen Verwaltung und Architekten hatte es Differenzen bezüglich der späteren Verantwortung beim Bau gegeben. Laut der europaweiten Wettbewerbsbekanntmachung vom August 2012 hatte die Stadt beabsichtigt, „die Planung als umfassende Gesamtplanung (…) an einen Generalplaner“ vergeben zu wollen. Das Architektenteam um Gerd Frese und Matthias Massari aber wollte über Entwurf und Planung hinaus nicht auch noch die Verantwortung für Auftragsvergabe und Bauleitung übernehmen, kurz: die Verantwortung auf der Baustelle nicht allein tragen. Es kam zum Bruch.

Die Bereitschaft, alle zum Bau der Halle Nord erforderlichen Leistungen, von der Planung bis hin zur Bauleitung, vollumfassend selbst abzudecken, klopfte die Stadt in Gesprächen mit den beiden Drittplatzierten des Architektenwettbewerbs daher dieses Mal bereits im Vorfeld ab. Das Preisgericht hatte Anfang Februar entschieden, dass die eingereichten Beiträge der Büros „Baufrösche“ aus Kassel und „Schuster Architekten“ aus Düsseldorf gleichwertig seien, den gleichen Standard hätten – und einen zweiten Platz daher gar nicht erst vergeben. Beide wurden als Drittplatzierte ausgezeichnet. „Von beiden Büros haben wir die schriftliche Zusage erhalten, die Generalplanung zu übernehmen“, berichtet Mohr.

Entschieden habe letztendlich das Los: „Die Jury hatte entschieden, dass keiner der Pläne dem anderen vorzuziehen sei“, so der zuständige Fachbereichsleiter weiter, „und wir sahen keinen Grund, die Kriterien noch einmal zu ändern, um nun nachträglich doch noch einen zweiten und dritten Sieger zu küren.“ Und so ist Mohr mit der Zufallsentscheidung auch durchaus zufrieden: „Die ,Baufrösche‘ können das“, sagt er, „in Frankfurt, der Hauptstadt des energiearmen Bauens, planen sie zurzeit eine Kindertagesstätte im Passivhaus-Stil.“ Auch die Halle Nord ist nach Kasseler Plänen, wie in der Vergangenheit vonseiten der Hamelner Politik gefordert, entsprechend mit Passivhaus-Elementen ausgestattet. „Sporthallen sind für uns außerdem kein Neuland“, erklärt Manfred Lenhart, einer der „Baufrösche“-Geschäftsführer. Und: Mohr, selbst studierter Architekt, Stadt- und Landschaftsplaner, ist aus seiner Zeit bei der Stadt- und Verkehrsplanung in Kassel mit der Arbeit des Teams um Lenhart vertraut. „Natürlich kennt man sich“, sagt Mohr, „unter anderem deshalb hat aber auch Stadtbaurat Hermann Aden das Los gezogen und nicht ich.“

Entstehen soll nun eine funktionale Dreifelder-Sporthalle mit flachem Giebel und begrüntem Dach, das die Reduktion des CO2-Ausstoßes fördern soll. Dadurch, dass der Baukörper – wie auch beim ursprünglichen Siegerentwurf vorgesehen – um etwa vier Meter ins Erdreich hinabgesetzt wird, minimiert sich der Wärmeverlust nach Außen, der Rest wird mit einer hochwärmegedämmten, luftdichten Gebäudehülle mit Passivhauskomponenten versehen. Holz, Glas und Klinker werden die Optik bestimmen, „insgesamt entsteht eine nachhaltige und langlebige Fassade mit einem natürlichen Erscheinungsbild, welches sich selbstverständlich in die Umgebung einpasst“, heißt es dazu in den Erläuterungen des Architekturbüros.

Fertig sein wird die Sporthalle Nord voraussichtlich im Frühjahr oder Sommer 2015. „Durch die Verzögerung müssten die Schüler der Pestalozzischule noch ein paar Monate länger zu einer anderen Sportstätte befördert werden, die Aufwendungen hierfür werden entsprechend höher“, sagt Mohr. Ansonsten werde das 4,3-Millionen-Projekt durch die Neuvergabe aber nicht teurer.

Viel Holz, viel Glas, tiefergelegt: Die Pläne des Kasseler Architekturbüros „Baufrösche“ überzeugen durch natürliche Materialien und gute Energiewerte. Entschieden hat letztlich aber das Los.Baufrösche



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