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Wie Sie Falschgeld erkennen / 50-Euro-Scheine werden am meisten nachgemacht

LKA rät: kippen, fühlen, sehen

Hameln (ube). In 169 Geschäften und Banken sind bundesweit falsche Fünfziger aufgetaucht – alle stammen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover aus einer Hamelner Fälscherwerkstatt. Wie hoch ist das Risiko, dass einem Falschgeld untergejubelt wird? „Glaubt man der Statistik, ist es wahrscheinlicher, im Lotto zu gewinnen als sich eine Blüte einzuhandeln“, sagt der stellvertretende Geschäftsführer des Verbandes für Sicherheit in der Wirtschaft in Norddeutschland (VSWN), Wieland Mundt. Rein rechnerisch kämen auf 100 000 echte Euro-Scheine unbedeutend erscheinende 1,5 Falsifikate. Doch die Zahlen täuschten, denn die Risiken seien ungleich verteilt. „Wer wenig Bares bewegt, trägt weniger Risiken. Wo hingegen viel Geld fließt, wachsen die Gefahren überproportional“, sagt Mundt.

veröffentlicht am 16.10.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 09:41 Uhr

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Nach Angaben des Landeskriminalamtes Niedersachsen werden 50-Euro-Scheine am meisten gefälscht. „Die 50- und 20-Euro-Scheine machen zwei Drittel des Gesamtaufkommens der Notenfälschung aus“, sagt Kriminaloberkommissarin Anke Smug auf Anfrage der Dewezet. Allerdings seien die Fallzahlen im Bereich Geldfälschung seit 2010 deutlich rückläufig.

Den Letzten beißen die Hunde, sagt ein altbekanntes Sprichwort. Es könnte auf die Opfer von Falschgeldkriminalität „gemünzt“ sein, heißt es im Magazin „Info Sicherheit“, das der VSWN herausgibt. Denn: „Dass Versicherungen für Schäden durch Blüten einstehen oder Hausbanken bei guten Kunden mal ein Auge zudrücken, ist eine unausrottbare Mär.“ An den Kassen des Handels würden „Blüten“ eingezogen und die Polizei informiert. Oftmals bleibe der Handel auf den Nachahmungen sitzen. „Wenn Hochbetrieb herrscht, ist es kaum möglich, jeden Schein eingehend zu prüfen“, sagt Mundt. Ohnehin seien UV-Geldscheinprüfstifte das Mittel von gestern gegen die Fälschungen von heute und geben eine trügerische Sicherheit. Denn mittels UV allein könnten längst nicht mehr alle Blüten entlarvt werden.

Brigitte Barten von der Zentralstelle „Organisierte Kriminalität“ des Landeskriminalamtes Niedersachsen (LKA) stellte bei einer VSWN-Fachtagung zum Thema „Falschgeld“ fest: „Wir verlassen uns zu sehr auf die Technik. Kippen, fühlen, sehen – das ist nach wie vor eine der besten Prüfmethoden.“ Jeder sollte sich einige Sicherheitsmerkmale der Euro-Scheine einprägen und sich niemals nur auf ein Sicherheitsmerkmal verlassen.

Keine fühlbaren Elemente – es handelt sich um eine „Blüte“.

Die Deutsche Bundesbank gibt dazu folgende Tipps:

Kippen: Sie halten die Banknote in der Hand und verändern den Sichtwinkel, indem Sie die Banknote kippen. Die kleinen und höheren Werte weisen in diesem Bereich unterschiedliche Sicherheitsmerkmale auf.

50 bis 20 Euro: Beim Bewegen/Kippen der Banknoten

zeigt ein silbriger Spezialfolienstreifen im farbigen Wechselspiel mehrfach das Euro-Symbol oder die Wertzahl als Hologramm

wird auf der Rückseite ein goldfarbener Streifen („Perlglanzstreifen“) sichtbar, in dem sich das Euro-Symbol und die Wertzahl mehrfach dunkel absetzen

50 bis 500 Euro: Beim Bewegen/Kippen der Banknoten:

zeigt ein silbriges Folienelement im farbigen Wechselspiel das Architekturmotiv oder die Wertzahl als Hologramm

wechselt die mit Spezialfarbe gedruckte große Wertzahl auf der Rückseite von Purpurrot nach Olivgrün oder Braun

Bei Prüfung der Folienelemente ist neben dem farbigen Wechselspiel der Hologramme auch auf die richtigen Hologrammbilder (Wertzahl und Euro-Symbol bzw. Architekturmotiv) zu achten.

In die Echtheitsprüfung der Banknoten sollte auch die Rückseite (Perlglanzstreifen bzw. Spezialfarbe) mit einbezogen werden.

Fühlen: Während Sie die Banknote in der einen Hand halten, streichen Sie mit den Fingern der anderen Hand über den Urheberrechtsvermerk. Die fünf Abkürzungen der Europäischen Zentralbank in den verschiedenen Amtssprachen sowie die große Wertzahl rechts daneben lassen sich deutlich fühlen.

Sehen: Sie halten die Note gegen das Licht oder legen sie auf eine beleuchtete Fläche. Im Gegenlicht werden bei allen Stückelungen:

1. das Architekturmotiv als Bildwasserzeichen

2. die Wertzahl als auffallend helles Wertwasserzeichen

3. dunkle senkrechte Balken als Balkenwasserzeichen

4. eine dunkle Linie mit heller Beschriftung als Sicherheitsfaden

5. die sich aus Fragmenten auf Vorder- und Rückseite zusammensetzende Wertzahl als Durchsichtsregister sichtbar.



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