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Fridays for Future

Live-Video: Schüler demonstrieren in Hameln

HAMELN. Die Bilder aus anderen Städten sind bekannt – tausende Jugendliche und Erwachsene, die freitags unter dem Motto „Fridays for Future“ (zu Deutsch Freitage für die Zukunft) für besseren Klimaschutz demonstrieren –, am Freitag, 15. März, zieht auch Hameln mit.

veröffentlicht am 14.03.2019 um 09:25 Uhr
aktualisiert am 15.03.2019 um 14:15 Uhr

Wie hier in Stuttgart, werden am Freitag, 15. März, auch in Hameln die selbst gemalten Plakate hochgehalten: mehrere Hundert Schülerinnen und Schüler wollen sich dann an der Hochzeitshausterrasse zur Demonstration für mehr Klimaschutz versammeln. Fot
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite

Die Schülervertreter des Albert-Einstein-Gymnasiums, des Vikilu, des Schiller und der KGS Salzhemmendorf haben sich um die Organisation gekümmert: Treffpunkt ist um 12 Uhr an der Hochzeitshausterrasse in Hameln, dann soll es über den Pferdemarkt, die Emmernstraße, am Kastanienwall entlang Richtung Rathausplatz gehen, auf dem bis 14.30 Uhr eine Kundgebung geplant ist. Angemeldet wurden 500 Teilnehmer – wie viele sich anschließen, ist offen.

Live von der Klimaschutz-Demo in Hameln

Hagen Langosch, Schülersprecher am AEG, ist Mitinitiator der Hamelner Demo. Auslöser war, dass er im Freundeskreis mitbekommen hatte, „das Interesse besteht, zu demonstrieren“. Einige seien schon mal in Hannover dabei gewesen, doch sein Ansatz war: „Gleich vor Ort“ wäre dann doch noch besser. Über den Stadtschülerrat kam der Kontakt zu den anderen Schülervertretern zustande, bei einem Treffen am Vikilu wurde die Arbeit aufgeteilt. „Es geht uns nicht darum, bestimmte Schulen anzusprechen“, macht Hagen (18) deutlich. „Wir wollen alle Jugendlichen ansprechen!“, mehr noch: „Jeder, der denkt, es muss was geändert werden“ – also auch Erwachsene. Auf Basis der Teilnehmer in den Whatsapp-Gruppen, über die die „FFF“-Demos organisiert werden, habe man geschätzt, dass 500 Teilnehmer kommen werden.

Vorwürfe, die viele Erwachsene den engagierten Jugendlichen zurzeit um die Ohren hauen – sie müssten auch ihr eigenes Verhalten reflektieren und nicht nur mit dem Finger auf die Politiker zeigen –, können an Hagen und seinen Mitstreitern abprallen. Das Bewusstsein dafür, im eigenen Kleinen zu beginnen ist vorhanden: Fahrrad statt Auto, saisonale, regionale Produkte, weniger bis gar kein Fleisch. „Ich lebe vegan“, erklärt Hagen. Und auf Klassenfahrten könne man auch fahren, ohne zu fliegen, findet er. Von Absolutheiten, denen kaum einer entsprechen kann, hält er nicht viel: „Man sollte niemandem verbieten, einmal im Leben zu fliegen.“ Oder mehrmals – es gehe um das Alltägliche, um das, was so selbstverständlich geworden ist. Dazu zählte Flüge für Strecken, die auch von Zügen bedient werden, zum Beispiel.

Paula (18), die sich früher auch bei der Hameln-Pyrmonter Jugendinitiative Klimotion engagiert hat, will am Freitag ebenfalls demonstrieren – und hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Die Frage „wie konsequent muss ich selbst sein, um dort mitzugehen?“ hat sie lange bewegt. „Erst habe ich überlegt, nicht hinzugehen.“ Einige andere Schüler hätten sich aufgrund ihrer persönlichen Antwort dann entschieden, nicht zu demonstrieren. Auch Paula weiß, wie schwer es ist, immer konsequent zu sein und nur klimaverträglich zu handeln.

Dass die Demo in die sechste Schulstunde fällt, hat für sie keine Bewandtnis. In der Stunde hat sie ein Fach, das sie fürs Abi, das sie in diesem Jahr schreibt, nicht mehr braucht. Andere Teilnehmer, die der Schulpflicht unterliegen, müssen dagegen mit Konsequenzen rechnen – die allerdings tragbar sind: ein Eintrag ins Klassenbuch. Weil es aber kein ganzer Fehltag, sondern nur eine Fehlstunde ist, wird es im Zeugnis nicht auftauchen. Theoretisch können die Eltern ihren Kindern auch eine Entschuldigung schreiben für die Fehlzeiten.

Auf die Schulpflicht hinzuweisen und inhaltlich aufseiten der Schüler zu sein – diesen Spagat absolvieren die Schulleiter. „Es ist doch wichtig, dass sie sich äußern“, sagt Andreas Jungnitz vom Schiller und unterstützt das Anliegen. Problematisch werde es nur, wenn es jeden Freitag so eine Mahnwache gäbe. Auch Dr. Michael Glaubitz (Vikilu) sagt, er „trage das inhaltlich mit. Zivilcourage sehen wir gerne.“ Die Jugendlichen hätten zudem das Recht, sich gegen solche Regeln aufzulehnen, sagt er über die gesetzliche Lage, in der sich Demonstration zur Schulzeit und Schulpflicht nicht ohne Weiteres unter einen Hut zu bringen sind. Auch AEG-Schulleiter Christian Schmidt findet den Einsatz für den Klimaschutz prinzipiell gut, erklärt er. Er „fände es aber überzeugender, wenn die Demonstration in der Freizeit stattfinden würde“. An den Schulen wiederum gibt es bereits diverse Projekte, die das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz aufgreifen, mit denen sich die Schüler auseinandersetzen und Ideen entwickeln.



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