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Landkreis verhandelt mit Bima über Kaufpreis für ehemaliges Britengelände: 800 000 Euro sind im Gespräch

Linsingen-Kaserne: An der Mensa scheiden sich die Geister

HAMELN. Die Verhandlungen zwischen dem Landkreis Hameln-Pyrmont und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) für den Kauf eines Teils der Linsingen-Kaserne dauern an. Es hakt am Preis für die Mensa, wie Kreisrat Carsten Vetter im Gespräch mit der Dewezet deutlich machte.

veröffentlicht am 01.06.2017 um 18:09 Uhr
aktualisiert am 01.06.2017 um 19:00 Uhr

Für die Mensa – das einzige Gebäude auf dem Linsingengelände, das nach Plänen der Kreisverwaltung erhalten bleiben soll – will die Bima 600 000 Euro haben. Das ist der Kreisverwaltung zu viel. Foto/Archiv: fn
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Die Stadt Hameln hat sich mit der Bima bereits auf einen Kaufpreis für einen Teil des Linsingengeländes geeinigt (wir berichteten). Eine ungefähre Größenordnung des Preises, den der Landkreis für seinen Teil der Linsingenkaserne zu zahlen haben würde, knapp 50 000 Quadratmeter, zeichnet sich jetzt aber ab.

Die von der Bima veranschlagte Summe für diese Fläche (davon 46 300 Quadratmeter Nettobaufläche) liege zwischen 500 000 und 600 000 Euro, so der Kreisrat. Allerdings kann der Landkreis mit einem Preisnachlass in Höhe von 350 000 Euro rechnen. Der Grund: Es soll, wie berichtet, eine Schule gebaut werden, ein Neubau der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS). Demnach würde der Kaufpreis für das Grundstück nur noch bei 150 000 bis 200 000 Euro liegen.

Die meisten Gebäude auf dem Gelände will die Kreisverwaltung nach dem Erwerb abreißen. Das ist mit erheblichen Kosten verbunden. Laut Bima muss der Landkreis mit Abbruchkosten in Höhe von 1,9 Millionen Euro rechnen. Vetter hält diese Einschätzung aufgrund der Erfahrung der Bima für realistisch.

Die Kosten könnten sogar noch steigen, wenn sich herausstellen sollte, dass in den Gebäuden Schadstoffe verbaut worden sind, die extra entsorgt werden müssen. „Deshalb nehmen wir schon jetzt Bohrungen vor, um die Bauten auf Schadstoffe zu prüfen“, sagt der Kreisrat.

Über das am Nordrand der vom Landkreis zu erwerbenden Fläche des Linsingen-Geländes liegende einstige Britenkino steht die Stadtverwaltung laut Vetter weiter mit dem Investor im Gespräch. Sollte das Kino jedoch nicht in die Tat umgesetzt werden, hätten sich Stadt- und Kreisverwaltung darauf geeinigt, dem Kreis das Vorkaufsrecht zu übertragen.

Das davon abgesehen einzige Gebäude, das stehenbleiben soll, sei die Mensa. „Sie soll das Herzstück zwischen den beiden Schulen bilden, der Elisabeth-Selbert-Schule und später optional der Handelslehranstalt“, sagt Vetter. Doch in Bezug auf die Mensa haben sich Bima und Landkreis noch nicht einigen können. Die Bima möchte rund 600 000 Euro für die Mensa haben. „Das ist uns zu viel“, sagt der Kreisrat. So habe das Gebäude etwa schon einen Wasserschaden erlitten. Die Verhandlungen dauern an.

Derzeit würde der Kaufpreis demnach rund 800 000 Euro betragen, zuzüglich der 1,9 Millionen Euro Abbruchkosten also einen Kostenaufwand von insgesamt 2,7 Millionen Euro bedeuten.

Die übrigen gut 68 000 Quadratmeter will die Stadt Hameln der Bima abkaufen. Gut 480 000 Euro muss sie dafür aufbringen (wir berichteten). Unterschrieben ist der Vertrag allerdings noch nicht.

„Wir hoffen auf ein Ende der Verhandlungen im Herbst, sodass der Kreistag in seiner Sitzung am 26. September darüber entscheiden kann“, sagt Vetter. Auch der Rat der Stadt hätte dann noch darüber zu befinden. Erst dann kann der Vertrag unterzeichnet werden.

Ebenfalls bis Herbst soll eine vom Kreis in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie darüber vorliegen, ob der Neubau der ESS an einen Generalunternehmer übertragen werden soll oder die Gewerke einzeln ausgeschrieben werden sollen.

Die Verwaltung zöge einen Generalunternehmer vor, „Totalunternehmer“, wie Vetter sagt, weil der auch die Planung übernähme. Im nächsten Schritt müssten die Abbrucharbeiten europaweit ausgeschrieben werden, die Ende Dezember 2018 abgeschlossen sein könnten. Schon jetzt werde gemeinsam mit der ESS ein „Raumbuch“ für den Neubau erstellt.

Im Kreishaus steht für den Neubau eine laut Vetter „nicht belastbare“ Summe in Höhe von 30 Millionen Euro im Raum. Die Kreisverwaltung geht von einer Bauzeit von fünf Jahren aus.

Erst wenn diese absehbar sei, könnten etwaige Nachnutzungspläne der Schulgebäude am Langen Wall und an der Thietorstraße konkretisiert werden. Eine Zwischenlösung noch während der Bauzeit sei jedenfalls nicht geplant.

Nach dem ESS-Bau könnte dann auch der Neubau der Handelslehranstalt (HLA) an Ort und Stelle angegangen werden. Die HLA hätte durchaus Priorität, wie Vetter anmerkt. Das Gebäude stammt aus den 1970er Jahren und sei bereits sanierungsbedürftig.

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