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Anhaltende Probleme mit Lieferketten

Lieferengpässe und Personalmangel bremsen Aufschwung

Die Geschäftslage der niedersächsischen Wirtschaft hat sich im 3. Quartal weiter verbessert, bleibt aufgrund von Material- und Personalmangel aber deutlich hinter dem Potenzial zurück. Das spiegelt sich verstärkt in den rückläufigen Erwartungen der Unternehmen wider.

veröffentlicht am 09.11.2021 um 19:00 Uhr

Materialknappheit und große Preissteigerungen in der Industrie, Personalmangel nicht nur im Gast- und Verkehrsgewerbe kennzeichnen die aktuelle Situation. Die Wirtschaftslage in Niedersachsen hat sich in vielen Branchen dennoch erneut verbessert. Die verbleibenden Corona­Beschränkungen betreffen hauptsächlich noch Veranstaltungen. Die Erwartungen an die kommenden Monate haben sich dagegen eingetrübt. Die gesamten Investitions­ und Personalplanungen wurden im 3. Quartal erneut nach oben angepasst.

Die Industrie befindet sich, mit Ausnahme des Bereichs Automotive, im Aufschwung. Lieferengpässe und stark steigende Rohstoffpreise bei Computerchips, Metallen oder Baumaterialien bedeuten für die Unternehmen einen erheblich größeren Aufwand. Dabei drücken die Preissteigerungen beim Material erkennbar auf die Erträge. Gleichzeitig bleiben die Auftragseingänge und der Auftragsbestand positiv. Besonders betroffen vom Materialmangel ist seit geraumer Zeit der Bereich Automotive plus Zulieferer. Ganze Werke stehen wieder still.

Die Auftragsbücher der Bauwirtschaft bleiben gut gefüllt. Die Geschäftslage könnte kaum besser sein, wäre da nicht der Materialmangel und insbesondere der Personalmangel. Fast alle Bauunternehmen sehen im Fachkräftemangel ein Geschäftsrisiko.

Der Einzelhandel konnte vom Nachholbedarf profitieren und hat sich im Sommer von den Schließungen etwas erholt. Dabei werden Geschäftslage und Erwartungen allerdings unterschiedlich beurteilt. Während Schuhgeschäfte und Elektronikhändler eine ungünstige Entwicklung melden, berichten Bekleidungsgeschäfte und Möbelhäuser von zufriedenstellenden Umsätzen und bleiben optimistisch.

Der Aufschwung des Großhandels setzt sich fort. Die anhaltenden Probleme mit den Lieferketten drücken allerdings die Erwartungen.

Das Beförderungsvolumen im Güterverkehr bleibt hoch und wächst weiter. Die Personenbeförderung konnte bisher von den Corona­Lockerungen kaum profitieren. Insgesamt bleibt die Lage im Verkehrsgewerbe schwierig, da zum Fahrermangel nun auch noch deutlich steigende Kraftstoffpreise die Branche belasten.

Das Gastgewerbe hatte einen guten Sommer und damit ein gutes 3. Quartal. Die Branche ist aufgrund der Personalsituation allerdings nur verhalten optimistisch: Fast alle Unternehmen haben zwar Personalbedarf, aber keine geeigneten Bewerber.

Die Geschäftslage der Banken wird als zufriedenstellend beurteilt, größere Veränderungen werden nicht erwartet. Das Kreditgeschäft mit Privatkunden und Unternehmen bleibt positiv. Das Geschäft der Versicherungen ist zufriedenstellend. Die hohen Schadenszahlungen der Sachversicherungen haben sich allerdings deutlich ausgewirkt.

Die Dienstleistungsunternehmen sind von Materialknappheit nur wenig betroffen. Die Geschäftsentwicklung ist stabil und überwiegend zufriedenstellend. Personenorientierte Dienstleistungen (Veranstaltungen, Freizeitwirtschaft) unterliegen dagegen immer noch Beschränkungen und sind weiterhin auf Corona­Hilfen angewiesen.

Die IHK skizziert folgenden Ausblick: Die Lieferengpässe werden sich im kommenden Jahr entspannen, doch der Personalmangel wird, demographisch bedingt, eher zunehmen. Die Unternehmen reagieren sehr vielfältig auf den Fachkräftemangel, um gerade qualifiziertes Personal gewinnen zu können. Insgesamt wird sich der Aufschwung fortsetzen.



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