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Der Roman „Das Geheimnis der Magd“ von Simone Neumann spielt in der Rattenfängerstadt

Liebe, Hass und Intrigen – 1529 in Hameln

Hameln (ch). Wer und was kommt vor, wann und wo: Wenn sich Laienschriftsteller überlegen, wie sie ihren ersten Roman verfassen würden, ist es meist ein besonderes Ereignis oder eine Person, die den Ausgangspunkt bildet. Ort und Zeit des Geschehens sind oft zweitrangig. Nicht so bei Simone Neumann. Beim Entstehungsprozess ihres Romans „Das Geheimnis der Magd“, hat sich die Autorin als erstes überlegt, in welcher Zeit er spielen soll.

veröffentlicht am 12.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 05:21 Uhr

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„Ich wollte gerne eine Geschichte schreiben, die im 16. Jahrhundert, der Zeit der Renaissance, spielt“, erklärt sie. Für jedes ihrer Bücher hat sie sich eine andere Zeit überlegt. Als die Idee der Renaissance-Geschichte konkreter wurde, war klar, dass der Roman in einer Handelsstadt spielen muss, da reiche Händler eine tragende Rolle spielen. „Da habe ich gleich an Hameln gedacht“, sagt Neumann. Im dritten Roman der aus Höxter stammenden Autorin kommt die junge Magd Johanna 1529 nach Hameln, wo sie von der Kaufmannswitwe Margarethe Gänslein angestellt wird. Während sich die Schwierigkeiten der reichen Witwe zunächst darauf beschränken, sich der vehementen Aufforderungen der Hamelner Ratsherren, sich wieder neu zu verheiraten, zu erwehren, kommen nach der Ankunft Johannas schon bald echte Probleme auf die starken Frauen zu. Denn ein dunkles Geheimnis des verstorbenen Ehemannes Margarethes bringt sie in Gefahr.

„Die beiden Frauen sind meine Lieblingsfiguren“, sagt

Simone Neumann. Doch auch eine der Nebenfiguren hat sie besonders ins Herz geschlossen: den Apotheker Hans Vinsebeck. Ein kleinwüchsiger, großherziger Mann, der in seinem winzigen Häuschen heimlich versucht, Gold herzustellen und Tote wieder lebendig zu machen. Die persönliche Sympathie der Autorin zu der Figur schlägt sich auch in der Geschichte nieder. Die Rolle des Apothekers wird während des Schreibens immer größer und wichtiger. „Es sind schon Leute gestorben, die ich dann wieder aufleben lassen habe, weil sie mir so sympathisch waren“, sagt Neumann.

2 Bilder
Eine historische Ansicht von Hameln. Der Kupferstich von Matthias Merian zeigt Hameln zu Beginn des 17. Jahrhunderts.

Die Autorin hat in Köln studiert und lebt jetzt in München. Ihre literarische Heimat jedoch ist das Weserbergland geblieben. „Ich könnte nicht über eine Gegend schreiben, die ich nicht kenne“, sagt sie. Authentischer, intensiver würden die Geschichten durch die persönliche Anschauung. Um den historischen Hintergrund des fiktiven Romans so realitätsnah wie möglich zu beschreiben, hat sie ein halbes Jahr lang recherchiert, bevor sie mit dem Schreiben begonnen hat. „Ich bin in Hameln durch die Straßen gelaufen und habe mir die Stadt ganz genau angeschaut. Tagelang habe ich in der Bibliothek gesessen und gelesen und auch im Archiv der Stadt recherchiert.“ Als Historikerin habe sie den Anspruch an sich selbst, den historischen Hintergrund korrekt wiederzugeben. Wer das Hameln der heutigen Zeit kennt, der fühlt sich auch in der Renaissance-Welt ihrer Romanfiguren schnell heimisch. Die großen, prächtigen Häuser am Pferdemarkt, die beiden zentralen Straßen in der Stadt und die zwei Kirchen, die das Stadtbild dominieren: das Münster und die Nikolaikirche. Heute wie damals. „Den ganzen Tag über herrschte ein Wirrwarr an Stimmen und ein Gewusel an Menschen inner- und außerhalb der Mauern der Stadt. Sie trieben sich in den großen Straßen wie der Bäcker-, der Oster- und der Baustraße herum. Die Türme zweier Kirchen prägten das Bild der Stadt. Zum einen war da die hohe, spitze Kirche, welche unmittelbar neben dem Hause der Herrin stand, und zum anderen gab es da dieses breitere, imposante Gotteshaus am Ende der Bäckerstraße – Münsterkirche genannt“, beschreibt Neumann die Eindrücke, die die Magd Johanna von der Stadt gewinnt. Auch historisch belegte Gerüchte wie die Geschichte um einen vergifteten Brunnen oder der Nachname Carnifex, den sie für den Henker der Stadt wählt, seien historisch belegt, sagt Neumann.

Gerade erst ist ihr dritter Roman erschienen, schon hat die Autorin ein weiteres Buch, das in der Zeit um 1350 spielen soll, fertiggeschrieben, arbeitet gerade an einem Jugendbuch. Von ihrem Roman „Das Geheimnis der Magd“ wünscht sie sich vor allem eins: „Es würde mir sehr gefallen, wenn die Hamelner ihre Stadt in meinem Roman wiederfinden.“

Die Magd Johanna ist eine der beiden Protagonistinnen des historischen Romans, der in Hameln spielt.



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