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Wissenschaftler sehen negative Folgen für die Gesundheit / Zimmer sollten nachts immer gut abgedunkelt sein

„Lichtverschmutzung“ – schlecht für den Schlaf

Bernd D. (26) aus Hameln fragt: Seit Monaten schlafe ich schlecht. Ich habe den Verdacht, dass eine orangerote Leuchtdiode, die am Ladegerät meines Feuerwehrpiepers leuchtet, schuld daran sein könnte. Ist das nur Einbildung?

veröffentlicht am 21.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 18:41 Uhr

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Dr. Werner G. Gehring antwortet: Ich rate Ihnen: Decken Sie die Leuchtdiode unbedingt ab. Das Licht wirkt sich negativ auf Ihr Schlafverhalten aus. Das haben Sie selbst gespürt.

Die innere Uhr des Menschen lässt sich am stärksten durch Lichteinwirkung beeinflussen. Laut einer Pressemitteilung der Pädagogischen Hochschule Heidelberg haben Wissenschaftler jetzt herausgefunden, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der äußeren Lichteinwirkung und dem Schlafverhalten von Jugendlichen gibt: Junge Menschen, deren Wohngebiete nachts heller erleuchtet sind, gehen später ins Bett. Jugendliche aus ländlichen Wohngegenden haben demnach ein gesünderes Schlafverhalten als Jugendliche aus städtischen Wohngebieten, in denen auch nachts viele Straßenlaternen leuchten. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher, nachdem sie 1500 Jugendliche aus dem Rhein-Neckar-Raum befragten und diese Daten mit nächtlichen Satellitenbildern abglichen.

Neben dem Einfluss von Nachtlicht sind es zusätzlich aber auch häufige und späte Aufenthalte vor Computerbildschirmen, die den Nacht- und Tagesrhythmus der Jugendlichen beeinträchtigen. Dieses könne dazu führen, dass die Betroffenen wachhaltende Genussmittel wie Kaffee oder Zigaretten und Alkohol häufiger konsumieren, um der Müdigkeit entgegenzuwirken.

Von den Wissenschaftlern geht daher die Empfehlung aus, die nächtlichen Lichtquellen in den Wohngebieten zu bremsen. Zusätzlich wird den Eltern empfohlen, dafür zu sorgen, dass die Zimmer ihrer Kinder ausreichend verdunkelt werden können. Junge Menschen sollten außerdem auf den nächtlichen Einsatz von elektronischen Bildschirmmedien verzichten, da das bläuliche Licht von Computer, Fernseher und Mobiltelefon den gesunden Schlaf beeinträchtige.

Grundsätzlich ist es so: Die Schlafens- und Aufstehzeiten sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Diese innere Uhr verschiebt sich vor allem in der Pubertät erheblich: Die Jugendlichen bleiben abends länger auf, weshalb sie tagsüber oftmals müde sind. Die Tagesschläfrigkeit dieser jungen Menschen nimmt erheblich zu, wodurch es zu negativen Auswirkungen auf die Gesundheit und die Schulleistung kommen kann.

Dr. Werner Gehring ist Arzt in Bad Münder.



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