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Kein anderer darf so großflächig werben / Stadt: Reklame für Soltec und Bautage in unserem Interesse

„Lex Timpe“ verärgert andere Aussteller

Hameln (ni). Willi Breidenbach wollte in Hameln mit Plakaten für seine Veranstaltung „Modellbahn Total“ werben – und durfte nicht. Was der Geschäftsführer der Ochtruper Veranstaltungs GmbH klaglos akzeptiert hätte, wenn er in Hameln nicht gleichzeitig von „Hunderten von Plakaten für die Baumesse“ empfangen worden wäre. Darf da einer, was anderen verwehrt ist; nämlichWerbebotschaften großflächig und in Augenhöhe präsentieren statt nur im Kleinformat und „in drei Metern Höhe an den Laternen aufgehängt“?

veröffentlicht am 08.02.2009 um 14:24 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 13:21 Uhr

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Im Prinzip ja, bestätigt Hamelns Pressesprecher Thomas Wahmes. Denn die Stadt habe „sämtliche öffentlichen Plakatierungsmöglichkeiten“ per Vertrag an die Firma Reklame Fricke vergeben. Wer im Rathaus um eine Genehmigung zur Plakatierung anfrage, werde an Fricke verwiesen. Mit einer Ausnahme: Messe-Veranstalter Rainer Timpe genießt das Sonderrecht, mit großen Plakaten an prominenter Stelle für die Soltec und die Hamelner Bautage werben zu dürfen. Die „Lex Timpe“ rechtfertigt Wahmes damit, Bautage und Soltec seien Messen von „überregionaler Bedeutung“, weshalb auffällige Werbung dafür „auch im Interesse der Stadt liegt“.

So eine Ausnahme

noch nirgendwo erlebt

Willi Breidenbach nennt das „Bevorzugung“. Dass Kommunen die Werbung im öffentlichen Raum an Unternehmen abgegeben haben, sei mittlerweile fast üblich. „Aber so eine Ausnahme wie die für Herrn Timpe habe ich noch nirgendwo erlebt.“ Die ärgert ihn umso mehr, als ihn die allgegenwärtige Bautage-Reklame „in Erklärungsnöte“ gegenüber seinen Ausstellern gebracht habe. Von vielen habe er sich die Frage gefallen lassen müssen, warum er es denn versäumt habe, in der Stadt in gleicher Form für die Modellbahn-Messe geworben habe. Mit dem Hinweis auf die Sonderstellung Rainer Timpes habe er den Unmut der Aussteller jedenfalls nicht besänftigen können. Breidenbach: „Das versteht keiner.“

Über Reklame Fricke hätte Breidenbach auch in Hameln werben können. „Aber eben nur mit kleinen Plakaten an den Laternen.“ Und denen spricht der Chef der Ochtruper Veranstaltungs GmbH jede Werbewirksamkeit ab: „Wer guckt schon drei Meter am Laternenpfahl hoch?“

Mit Plakaten in der Stadt, davon ist Breidenbach überzeugt, hätten noch mehr Besucher den Weg in die Modellbahn-Schau in der Rattenfänger-Halle gefunden. Und auch seine Aussteller wären nach Ende der Veranstaltung zufriedener nach Hause gegangen. Unter den gegebenen Umständen aber überlege er trotz „der herrlichen Rattenfänger-Halle, ob wir noch einmal nach Hameln kommen“.

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