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Herrenausstatter an der Bäckerstraße schließt und verkauft sein Inventar / Einige Leerstände entwickeln sich zu schwierigen Ladenhütern

Letzte Hingucker vor der Geschäftsaufgabe: Männer für 100 Euro

Hameln (bha). Was darf’s denn sein? Ein Mann für 100 Euro? Oder reicht auch einer für 80 Euro? Zu erwerben ist der eine wie der andere aber nur in Form einer Schaufensterpuppe. Was auf den ersten Blick amüsiert, ist auf den zweiten eine Geschäftsaufgabe. Nach 13 Jahren schließt Holger Wellner seinen Herrenausstatter „Holger“ an der Bäckerstraße. Wer als nächstes in die Geschäftsräume einzieht, ist noch ungewiss. Sowohl Immobilienmakler als auch das Stadtmarketing kümmern sich um eine Nachfolge. „Der Fünfjahresmietvertrag läuft aus“, erklärt der Hamelner Unternehmer Holger Wellner, nennt aber mehrere Gründe für die Schließung in der Fußgängerzone. Zum einen funktionierten vergleichsweise kleine Läden bis 150 Quadratmeter nur noch mit einem Mono-Label, sprich der Konzentration auf nur eine Marke oder bei einer Spezialisierung, wie Boutiquen sie hätten, sagt Wellner. Hinzu komme, dass „Holger“ jetzt keine sinnvolle Ergänzung mehr zum heutigen Stammhaus Wellner und zu den Wellner-Läden in der Stadtgalerie gewesen sei. Schwarze Zahlen hätte man an der Bäckerstraße aber noch geschrieben, und auch die beiden festangestellten Mitarbeiter blieben dem Unternehmen erhalten.

veröffentlicht am 18.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 15:21 Uhr

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Jetzt will das ausgediente Inventar an den Mann gebracht werden – oder die Männer doch auch eher an die Frau? Die Schaufensterpuppen werden offenbar nicht nur von Bekleidungshäusern gebraucht: „Es sind auch Privatleute dabei“, die schon Puppen gekauft hätten, erzählt Wellner. Im Vergleich zum Einkaufspreis sind sie drastisch reduziert – bei der Neuanschaffung kosten sie zwischen 500 und 1000 Euro, erzählt er.

Mit potenziellen Nachfolgern ist Waldemar Schulze nach eigener Angabe schon im Gespräch. Der Hamelner Immobilienmakler rechnet damit, dass bis Ende des Jahres feststeht, was als Nächstes kommt.

Auch Daniela Vöste vom Stadtmarketing weiß von dem leerstehenden Geschäft und will mit Schulze Kontakt aufnehmen, um die 100 Quadratmeter auch in der eigenen Datenbank anzubieten, die übers Internet abgerufen werden kann. Auch ohne Stadtmanager „ist das Thema Leerstandsmanagement präsent“, sagt Vöste und wirft einen Blick in die Zukunft. „Es wird sich ein bisschen was bewegen“, so Vöste über bevorstehende „Seitenwechsel“ von Läden von der einen auf die andere Fußgängerzonenseite und von neuen Geschäften. Daneben gibt es aber auch wahre „Ladenhüter“, wie zum Beispiel die 700 Quadratmeter große Fläche an der Osterstraße, auf der einst „Quickschuh“ war. Auch die ehemaligen Räume von Ulla Popken am Münsterkirchhof seien schwierig zu vermieten, weil sie nicht barrierefrei sind.

Die Kleidung ist längst weg, jetzt folgt die Einrichtung. In den Schaufenstern von „Holger“ werden die Schaufensterpuppen angeboten.

Foto: Wal

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