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Rotarier spenden 40 000 Euro teures Spezialfahrzeug / Tour der Menschlichkeit führt durch sechs Länder

„Leid lindern und Leben retten“

Hameln/Pazardzik. Es waren Momente des Glücks, die die Mitglieder der Rotary Clubs Hameln und Bad Pyrmont zu Tränen rührten: Im bulgarischen Heim „Glaube, Liebe, Hoffnung“, in dem Kinder mit geistigen und körperlichen Behinderungen betreut werden, sangen Mädchen und Jungen Weihnachtslieder – und sagten: „Danke, dass es Euch gibt.“ Der neunjährige Kischo sprach für alle Heimkinder, als er meinte: „Wir glauben, dass das Gute existiert und dass Wunder geschehen.“ Alle, die ihm zuhörten, waren ergriffen. Kurz zuvor hatten die heimischen Rotarier einen neuen Behindertentransportwagen an Heimleiterin Gergana Vaseva übergeben. In das 40 000 Euro teure Spezialfahrzeug haben die Hamelner eine Rampe einbauen lassen, sodass auch Rollstuhlfahrer mitfahren können. Vor genau einem Jahr hatte eine Delegation der Service-Clubs das Heim besucht, um eine mit Spenden der Clubs renovierte Küche und einen komplett mit neuen Sportgeräten ausgerüsteten Raum für die Physiotherapie in Augenschein zu nehmen. „Mehr zufällig haben wir den alten klapprigen Transporter gesehen, der mehr in der Werkstatt als vor dem Heim stand“, erzählt der Hamelner Rotary-Präsident Stefan Golze. Gemeinsam beschlossen die Service-Club-Mitglieder aus Hameln, Bad Pyrmont und Pazardzik, ein neues Fahrzeug zu spenden. Mit finanzieller Unterstützung von Rotary International konnte ein Ford Transit angeschafft und umgebaut werden. Die Rotarier Stefan Golze, Jochen Bruns und Thomas König starteten zu einer Mission der Menschlichkeit. Die 2100 Kilometer lange Tour führte sie durch Deutschland, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Bereits am nächsten Tag erreichten die Hamelner die Thrakische Ebene in Bulgarien, in der das Heim liegt. Gouverneur Ivan Yordanov bedankte sich bei den Hameln-Pyrmontern für deren „großartige Hilfe“. Golze, der bereits zum sechsten Mal in Bulgarien weilte, sagte bei der Fahrzeugübergabe, er habe den Leitspruch seines rotarischen Freundes Ulrich Behmann aufgenommen, der der Motor der Balkan-Hilfe sei. Behmann, der Vorstandsmitglied für den internationalen Dienst beim Rotary Club Bad Pyrmont ist, hatte einmal gesagt: „Leid lindern, Leben retten – das sind unsere Ziele.“ Heimleiterin Vaseva wies auf die Bedeutung des Wagens hin: „Sie ermöglichen Kindern mit Behinderungen, dass sie wieder am öffentlichen Leben teilhaben können.“ Mit dem Behindertentransportwagen haben die Rotarier aber auch wertvolle Hilfsgüter nach Bulgarien gebracht: Georg-Jescow von Puttkamer hatte vier Winterreifen spendiert. Ein von den Hamelner Ärzten Dr. Dorothea Pein und Tobias Pein kostenlos zur Verfügung gestelltes Ultraschallgerät wurde dem Kinderkrankenhaus übergeben. Hunderte von Zahnpflegesets und warme Bettdecken hatte der Hamelner Dr. Uwe Rugenstein für das Straßenkinderheim mitgegeben. Roland Sonntag aus Rischenau und Karin Illgen aus Lügde spendeten 1500 Euro: Dafür wurden Inhalationsgeräte und Infusionspumpen für die Kinderklinik angeschafft. Beeindruckt zeigte sich der Bad Pyrmonter Rotary-Präsident Klaus-Henning Demuth von einem Langzeitprojekt im Dorf Aleko. Dort gehen inzwischen 48 Kinder, die noch vor Jahren auf einer Müllkippe nach Essensresten und Wertstoffen gesammelt hatten, regelmäßig zur Schule. „Auf dem stinkenden Abfallberg haben wir ein Mädchen und seinen Bruder getroffen. Die Geschwister wollen zur Schule gehen. Sie könnten aber nicht, weil sie nichts zum Anziehen haben“, berichtet Ulrich Behmann. Alexander zur Schaumburg-Lippe, der die rotarische Delegation begleitete, sagte Unterstützung zu. „Es ist schön, wenn Hilfe effektiv und nachhaltig ist“, meinte Demuth bei der Verteilung von Lebensmitteln, die Jobst Herbrechtsmeier und Ulrich Behmann sowie Alexander zu Schaumburg-Lippe gespendet hatten.

veröffentlicht am 27.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 09:41 Uhr

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Rotary-Präsident Stefan Golze übergibt die Fahrzeugschlüssel an Heimleiterin Gergana Vaseva. Der Unternehmer hatte den Ford Transit gemeinsam mit Jochen Bruns und Thomas König durch sechs Länder bis nach Pazardzik gefahren. Links: Gouverneur Ivan Yordanov.



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