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„Diesen Irrsinn verhindern“

Lehrer wollen sich für Erhalt der Wilhelm-Raabe-Schule einsetzen

Hameln. Nach Bekanntwerden der Pläne zur Schließung der Wilhelm-Raabe-Schule (WRS) im kommenden Jahr kündigt die Lehrerschaft an, sich für den Erhalt einsetzen zu wollen. „Stadt Hameln macht Schüler heimatlos“, lautet die Überschrift eines Schreibens, welches auf der Facebook-Seite der WRS veröffentlicht wurde.

veröffentlicht am 01.03.2016 um 16:01 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 17:41 Uhr

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Autor:

Andreas Timphaus
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Unterzeichnet ist es von der Schulleitung und dem Kollegium, die angeben, „für alle Schüler und Eltern der Schule“ sprechen zu wollen. Auf Nachfrage bestätigt Schulleiter Werner Schmidt, dass das Schreiben von den Lehrern der Grund- und Oberschule, an der insgesamt 400 Schüler unterrichtet werden, verfasst wurde. Er erklärt zur Begründung: „Wir sind verpflichtet, für die Kinder und Jugendlichen zu sorgen.“

Nachricht kam

„wie der Blitz aus heiterem Himmel“

Am Montag der vergangenen Woche war die Schulleitung der Wilhelm-Raabe-Schule darüber informiert worden, dass das Gebäude an der Lohstraße, in dem derzeit 400 Schüler unterrichtet werden, auf Wunsch der Politik an die Technische Akademie (TA) verkauft werden soll (wir berichteten). Das Bildungszentrum sucht schon seit längerer Zeit nach einem geeigneten Standort, um sich zu vergrößern.

Mit dem Weggang der WRS würde zum 1. August 2017 eine 104-jährige Schulgeschichte an dem Standort enden. Die Nachricht sei für die Verantwortlichen „plötzlich und unerwartet, wie der Blitz aus heiterem Himmel“ gekommen, heißt es in dem Schreiben. „Ohne Not“ solle das Gebäude an die TA verkauft werden, urteilen die Pädagogen.

Der Standort Loh straße der Wilhelm-Raabe-Schule wird geschlossen. Schulleiter Werner Schmidt und das Lehrerkollegium protestieren. Fotos: Dana

Aus ihrer Sicht stelle sich nun die Frage, was mit den 400 Schülern passieren soll. Sämtliche andere Schulen in der Weserstadt hätten auf längere Sicht nicht die Kapazitäten, um alle Schüler aufzunehmen, die bisher den Standort an der Lohstraße besuchen. „Das ist der Stadt leider gar nicht klar und es existieren nur vage Pläne für einen Umzug an die Königstraße – wo man sich dann wohl über Jahre auf eine Großbaustelle und hässliche Containersiedlungen einstellen darf“, schreiben die Lehrer. Als mögliche Lösung ist eine Erweiterung des Standorts an der Königstraße angedacht, die Verwaltung will bis zu den Osterferien erste Ideen für einen eventuellen Umbau vorstellen.

Im Schreiben heißt es weiter: „Alle Verantwortlichen in der Schule gehen davon aus, dass diese Pläne für die Schülerinnen und Schüler nur Nachteile mit sich bringen. Die in Jahrzehnten gewachsenen Strukturen und (Fach-)Räume einer Schule wie der Lohstraße kann man nicht mal eben so durch 40 oder 50 Container ersetzen!“ Schulleitung und Kollegium kündigen an, dass man alles daran setzen werde, „diesen Irrsinn“ zu verhindern. Der Stadtrat und die Verwaltung sollten sich die Angelegenheit noch einmal überlegen, weil sonst das „nächste Desaster mit Schulprojekten in Hameln“ absehbar sei. „Als ob das Schulzentrum Nord nicht Warnung genug sein sollte“, verweisen sie auf das umstrittene, mittlerweile fast 30 Millionen teure Vorhaben in der Nordstadt.

Es folgt der Aufruf an alle, ihren Einfluss geltend zu machen, um sich „für den Erhalt dieser traditionsreichen Hamelner Schule“ einzusetzen. „Jetzt erst recht! Wir machen weiter!“, kündigt das Kollegium an. „Wir werden natürlich auch im nächsten Schuljahr Schülerinnen und Schüler in die 1. und 5. Klassen einschulen und unsere erfolgreiche Arbeit in der Südstadt fortsetzen“, heißt es in dem Schreiben. Zum Abschluss werden Aufforderungen an die Hamelner formuliert, ihre Kinder „wie bisher“ an der Schule anzumelden, Bekannten und Freunden zu erzählen, dass es weitergehe, und Stimmung zu machen „für eine gute WRS in einem guten Gebäude.“

Schmidt sagt: „Derzeit herrscht Waffenstillstand zwischen der Stadt und uns.“ Er erläutert, dass es der Schulleitung und der Lehrerschaft mit dem Schreiben nicht darum gehe, um jeden Preis den Standort zu erhalten. Ihnen sei vielmehr daran gelegen, eine adäquate Unterrichtssituation für die Schüler zu gewährleisten. „Wir können natürlich etwas anderes empfinden, aber in diesem Moment ist es einzig unser berufliches Interesse, das zählt“, sagt der Oberschuldirektor.



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