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Mehr Hilfe von der Stadt gefordert

Laub-Ärger schwelt weiter

HAMELN. Für Anwohner der Hamelner Goethestraße ist es ein Unding: Sie finden es nicht in Ordnung, dass die Stadt ihnen die Fahrbahn-Reinigung gänzlich überlässt.

veröffentlicht am 14.11.2017 um 15:05 Uhr

Unter den parkenden Autos am Fahrbahnrand bildet sich eine schwer zu entfernende Laubschicht, beklagt ein Anwohner. Er will Hilfe von der Stadt Hameln. Foto: Dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Im Herbst sei die alte Kastanienallee naturgemäß von herabfallendem Laub betroffen. An sich kein Problem, sagt ein Anwohner der Goethestraße, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Aber: Die Stadt könnte zumindest die Fahrbahn einmal im Jahr gründlich mit der Kehrmaschine reinigen, lautet die Forderung. Mit dem Besen und per Hand sei insbesondere der festgefahrenen Blätterschicht am Straßenrand nicht beizukommen, sagt der Anwohner. Die Stadt hingegen sieht sich offenbar nicht in der Pflicht, dagegen etwas zu unternehmen.

Genau genommen muss die Verwaltung die Anwohner der Goethestraße auch nicht bei der Straßenreinigung unterstützen. Es ist lediglich der „gute Wille“, den der Anwohner im Gespräch mit unserer Zeitung anmahnt. Denn laut Straßenreinigungssatzung gehört die Goethestraße zur sogenannten Reinigungsklasse 0. Das heißt: Anwohner und Grundstücksbesitzer sind dazu verpflichtet, Gehweg, Gossen, Parkbuchten und Fahrbahn selbst zu reinigen – und in dieser Jahreszeit auch zu „entlauben“. Das Problem, das in der Goethestraße für Ärger sorgt, ist die linke Seite der Einbahnstraße. Dort werden tagsüber etliche Autos zum Parken abgestellt. Wenn dort Autos regelmäßig parken, so sei das Entfernen des Laubs unter den Fahrzeugen schwerlich möglich. Es entstehen so etwas wie „plattgefahrene, nicht mehr mit einfachen Mitteln zu beseitigende Blatt-Matsch-Schichten“, wie der Hamelner erklärt. Über Monate bis ins Frühjahr hinein bliebe diese Schicht auf der Fahrbahn haften, sagt er und liefert entsprechende Fotos dazu gleich mit. Genau hier stellt er die Forderung an die Stadt: die angemessene Mithilfe bei der Laubbeseitigung – mit einer einmal im Jahr nach dem Laubfall durchzuführenden maschinellen Straßenreinigung. Mit einer Kehrmaschinen-Fahrt pro Jahr sei damit das Problem erledigt – ohne große Kosten zudem. Immerhin: Die Stadt lasse sich aufgrund der Vielzahl an Kastanienbäumen an der Goetheallee darauf ein, die Anwohner bei der Entsorgung der von den Anliegern zusammengekehrten Laubhaufen zu unterstützen. „Das Laub wird regelmäßig von der Stadt abgeholt“, sagt der Anwohner.

In der Goethestraße beziehen sich nun mehrere Anlieger auf einen Präzedenzfall aus dem Jahr 2007, wie der Anwohner sagt. Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hatte damals die Stadt Hameln dazu verdonnert, im benachbarten Ilphulweg die Straßenreinigung selbst zu übernehmen und nicht den Anwohnern zu überlassen. Dort haben einst auch große Kastanienbäume gestanden. In der Hauptzeit des Laubfalls sei die Straßenreinigung durch die Anwohner unverhältnismäßig, hieß es sinngemäß.

Am Ilphulweg sind die Kastanien inzwischen gekappt worden. Es stehen nun kleinere Bäume am Straßenrand. Der Ilphulweg gehört laut Straßensatzung auch zur Reinigungsklasse 0 – wie die Goethestraße. Dass auch Anlieger der Goethestraße ihr Interesse gegenüber der Stadt noch vor Gericht durchzusetzen versuchen, will der Anwohner nicht ausschließen.

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