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Anti-Atom-Plenum Weserbergland organisiert Aktion in Hamelns Innenstadt / Polizei begleitet unangemeldeten Demo-Zug wohlwollend

Lange Menschenkette gegen den Ausstieg vom Atom-Ausstieg

Hameln (hx). Mehr als einhundert Menschen folgten am Samstag dem Aufruf des Anti-Atom-Plenums Weserbergland, in Hamelns Fußgängerzone gegen die Atompolitik der Bundesregierung zu demonstrieren.

veröffentlicht am 11.04.2010 um 19:29 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 13:21 Uhr

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„Wir möchten, dass am Atomausstieg festgehalten wird,“ umschreibt Britta Kellermann, eine der Organisatoren die zentrale Forderung. „Durch den Ausstieg vom Ausstieg fühlen wir uns betrogen.“ Mit den gelben „Atomkraft-Nein-Danke“-Transparenten setzte sich die Menschenkette spontan vom Münsterkirchhof aus in Richtung Pferdemarkt in Bewegung. Die Polizei begleitete die ab diesem Moment unangemeldete Demonstration wohlwollend, weil von den Teilnehmern keine Störung der Öffentlichkeit ausging.

Auffallend viele Teilnehmer waren älteren Jahrgangs, von denen etliche bereits 1977 an der „Schlacht um Grohnde“ teilgenommen hatten und die Anfänge der Atomenergiegewinnung miterlebt haben. Nur wenige Passanten reihten sich spontan in die Menschenkette ein, die sich zur symbolträchtigen Zeit „Fünf vor zwölf“ formierte; die meisten nahmen kaum Notiz von der Aktion – das Gros der Teilnehmer stellten Mitglieder des Anti-Atom-Plenums Weserbergland gestellt, die gezielt zu dem Termin gekommen waren.

„Wir sind der Meinung, dass viel mehr Geld in die weitere Erforschung der regenerativen Energien gesteckt werden sollte und nicht in die Fortführung der Atomenergie“, erläutert Britta Kellermann die Beweggründe der Protestierenden. Die Endlagerung sei noch ungeklärt und die tatsächlich vertretbare Laufzeit von Atomreaktoren sei absolut unbekannt. „Darum sehen wir hier immense Risiken für die Menschen und die Umwelt.“

Das Anti-Atom-Plenum Weserbergland ist ein im November 2009 gegründeter, offener Zusammenschluss, in den sich Mitglieder mehrerer Parteien (SPD, Grüne, Linke, der Marxistisch-Leninistsche Partei Deutschland) einbringen. Außerdem sind der Bund für Natur- und Umweltschutz, IG Metall und der Deutsche Gewerkschaftsbund sowie nicht-organisierte Teilnehmer vertreten. Seit der Gründung treffen sie sich regelmäßig an jedem ersten und dritten Mittwoch in der Hamelner Sumpfblume, um Aktionen zu planen, die den Atomausstieg zum Thema haben. Im Rahmen einer AG „Erneuerbare Energien“ wollen sie neben den Protestaktionen auch an echten Alternativvorschlägen arbeiten.

Die Hamelner Protestaktion war nur ein kleiner, regionaler Vorgeschmack, der in zeitgleich in 50 Städten stattfand, auf das, was die Anti-Atom-Bewegung für Samstag, 24. April, plant. Anlass für die bevorstehende Kundgebung ist die Tschernobyl-Katastrophe vom 26. April 1986. „Dieses Ereignis darf nicht in Vergessenheit geraten“, sagte einer der Organisatoren Bernd Schlinkmann. Deshalb werde am 24. zwischen den Atomkraftwerken Brunsbüttel bis zum AKW Krümmel eine 120 Kilometer lange Menschenkette gegen den Ausstieg vom Ausstieg protestieren. „Dafür war das heute ein guter und gelungener Test“, resümierten Bernd Schlinkmann und Britta Kellermann zufrieden.

Die Atomkraftgegner kamen mit Plakaten und den altbekannten gelben Transparenten. Foto: hx



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