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Über Hühnerschnäbel und die Zukunft der Landwirtschaft

„Landwirtschaft hat nichts mit Romantik zu tun“

Hameln. So unterschiedlich kann landwirtschaftliche Tierhaltung sein: Tierärztin Dr. Susanne Wehrmann und ihre Familie halten sich als Hobby 13 Hühner. Die Tiere haben in Haverbeck einen netten Stall, können draußen herumlaufen, bekommen vernünftig Futter, legen fleißig ihre Eier – und sie gackern, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Die meisten Hühner leben heutzutage jedoch in der Massentierhaltung, damit einher geht ein schlimmes Schicksal: Den Hühnern und Hähnen wird ein Teil des Schnabels weggeschnitten – von den Fachleuten „kupieren“ genannt. Tierschützer meinen, dies entspräche dem Abschneiden der menschlichen Fingerspitzen. „Landwirtschaft hat nichts mit Romantik zu tun“, stellte dazu Dr. Maria Flachsbarth im „Hotel zur Krone“ fest. Die Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium hatte sich die Zeit genommen, beim Evangelischen Arbeitskreis (EAK) Hameln-Pyrmont einen Vortrag zu halten. Das Thema: „Zukunft der Landwirtschaft auch eine Frage der Ethik!?“

veröffentlicht am 12.02.2016 um 17:48 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:41 Uhr

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Autor:

von rüdiger pradella
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„Nur drei oder vier Cent Preisunterschied“

Flachsbarth erklärte, welche Themen ihrem Ministerium wichtig sind. Auf der Agenda stehen unter anderem die Entwicklung der ländlichen Räume, die Digitalisierung in der Landwirtschaft und eine gemeinsame einheitliche Agrarpolitik auf europäischer Ebene. Projekte wie „Unser Dorf hat Zukunft“, ein Wettbewerb, der vom Bundesministerium seit 1961 durchgeführt wird (bis 1998 als „Unser Dorf soll schöner werden“) oder die Branchen-Initiative „Tierwohl“ – und das schlägt den Bogen zu den gekürzten Schnäbeln – seien dabei Schritte in die richtige Richtung. Von der Initiative profitierten bisher rund 12 Millionen Schweine und etwa 255 Millionen Geflügeltiere.

Walter Klemme, der als stellvertretender Vorsitzender des EAK wiedergewählt wurde, ist beim Blick in den heimischen Kühlschrank aufgefallen, dass auf den Eierpackungen explizit „Eier von Hühnern mit ungekürzten Schnäbeln“ steht. „Die Eier kosten nur drei oder vier Cent mehr. Wenn der Unterschied so gering ist, warum geht das nicht bei allen Hühnern?“

Das Kupieren hat einen ernsten Hintergrund. Unter Stress neigen Hühner, vor allem die Hähne, aber auch Schweine zu Kannibalismus. Die Tiere beginnen, sich gegenseitig anzuknabbern. Helfen können nur größere Ställe und mehr Platz pro Tier. Aber das kostet. „Die Preise macht aber immer noch der Markt“, stellt Flachsbarth klar. Dennoch: Das Abschneiden von Schnäbeln bei Küken soll ab Mitte 2016 verboten werden. Das entsprechende Gesetz ist auf dem Weg.

Hühner mit ungekürzten Schnäbeln in Haverbeck.

Foto: rpr



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