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Pressekonferenz im Kreishaus

Landrat nimmt Stellung zu Manipulationsvorwürfen im Jugendamt

Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels hat am Dienstagnachmittag erneut Stellung genommen zu den Missbrauchsvorwürfen in Lügde. Insbesondere ging es um einen Vorfall im Hamelner Jugendamt. Ein Mitarbeiter hatte zugegeben nachträglich einen Vermerk in die Jugendamtsakte im Missbrauchsfall Lügde eingefügt und rückdatiert zu haben. Der Mitarbeiter wurde daraufhin vom Dienst freigestellt. Die Dewezet war bei der Pressekonferenz live dabei.

veröffentlicht am 19.02.2019 um 15:13 Uhr
aktualisiert am 19.02.2019 um 17:07 Uhr

hm111 PK Kreishaus Dana 0602



Die Mutter, die mit ihrer Anzeige die Ermittlungen zu dem Missbrauchsfall auf dem Campingplatz auslöste, hat schwere Vorwürfe gegen Polizei und Jugendämter erhoben. Es habe schon 2016 Hinweise auf einen möglichen Missbrauch gegeben.   Die Behörden gingen aber erst nach einer Anzeige im Oktober 2018 gegen die Verdächtigen vor, obwohl Hinweise zuvor auch beim Jugendamt eingegangen waren. 

Zentrale Aussagen



Was stand in dem Vermerk?

Bei dem Vermerk geht es konkret um Besuche bei dem Pflegevater (Hauptverdächtiger).  Wegen der "Unverträglichkeit" (Bartels) einer Angestellten des beauftragten Dienstleisters mit dem Pflegevater sei ein Nachfolger für die Frau gesucht worden. Der Aktenvermerk, der nachträglich eingefügt wurde, gab eine Zusammenfassung der Abläufe sowie eine Beschreibung der Situation wieder. "Es war der Wunsch, die Akte leichter lesbar, leichter verdaulich zu machen, ohne dass man etwas verfälscht. Er wollte es vollständig haben", erklärte der Landrat. Zuvor hatte es wöchentliche Besuche durch die Mitarbeiter des sozialen Dienstleisters bei dem Pflegevater gegeben. Durch den Wechsel des Dienstleisters sei es dann seltener zu Besuchen gekommen.

Was geschieht mit dem Mitarbeiter?

Am Freitag vergangener Woche hat Landrat Tjark Bartels den Mitarbeiter freigestellt. Dabei handelt es sich um eine Führungskraft des Jugendamtes.

Zum Vermerk führt Bartels aus: "Er hat sich am Morgen bei mir gemeldet und erzählt, dass er einen Vermerk unter einem anderem Datum in die Akte eingefügt habe.“ Es sei nichts Falsches oder Verfälschendes gewesen, aber: "Eine Rückdatierung wird zum Problem, wenn ich sie mit Wissen vornehme, dass ich zur Zeit der Erstellung nicht gehabt habe und damit eine Zielsetzung verfolge", erklärt Bartels.

Zur Zukunft des freigestellten Mitarbeiters machte Bartels keine Angaben. Es sei noch nicht entschieden. Tolerieren könne die Behörde das Verhalten jedoch nicht.

Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass mindestens 31 Kinder Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind. Zu den drei Hauptverdächtigen gehört ein 56-jähriger Dauercamper. Er soll seine Pflegetochter missbraucht haben. Ein 48-Jähriger aus Stade soll den Missbrauch unter anderem über das Internet verfolgt und die Täter angeleitet haben. Außerdem wird ein 33-Jähriger aus Steinheim (Landkreis Höxter) verdächtigt, an den Taten beteiligt gewesen zu sein. Die drei Männer sitzen in Untersuchungshaft, gegen drei weitere Verdächtige wird ermittelt.

Zeitstrahl der Ereignisse



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